Frintrop

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Essen-Frintrop)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Frintrop
Wappen der Stadt Essen

Frintrop
Stadtteil von Essen

Lage von Frintrop im Stadtbezirk IV Borbeck
Basisdaten
Fläche 1,96 km²
Einwohner 8572 (31. Dez. 2016)
Koordinaten 51° 28′ 50″ N, 6° 54′ 22″ OKoordinaten: 51° 28′ 50″ N, 6° 54′ 22″ O
Höhe 76 m
Eingemeindung 1. Apr. 1915
Räumliche Zuordnung
Postleitzahl 45357, 45359
Stadtteilnummer 18
Bezirk Stadtbezirk IV Borbeck
Bild
Blick von Norden auf Essen-Frintrop (2009)

Blick von Norden auf Essen-Frintrop (2009)

Quelle: Statistik der Stadt Essen

Frintrop (auf Borbecker Platt Frentrop genannt) ist der westlichste Stadtteil der Stadt Essen, wobei er an die Nachbarstadt Oberhausen grenzt.

Charakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frintroper Markt in Unterfrintrop

Der Stadtteil besteht grundsätzlich aus zwei Ebenen: das im Volksmund sogenannte Oberfrintrop mit der St.-Josef-Kirche in der Straße Himmelpforten, und Unterfrintrop mit dem Leoplatz (bis 2008 Standort der Herz-Jesu-Kirche). Oben und unten ergibt sich aus der Randlage des Ortes am Südhang des Emschertales. Der Schildberg bietet eine Weitsicht über das Tal, wobei laut amtlichem Kataster der geographisch höchste Punkt zwischen Reck- und Frintroper Straße auf 87,2 Metern, und der niedrigste am Schemmannsfeld mit 36 m. ü. M. liegt.

In Frintrop überwiegt dichte Wohnbebauung mit Grün- und landwirtschaftlichen Flächen. Ein Mittelzentrum gibt es nicht, jedoch Einkaufsmöglichkeiten an der Frintroper Straße, in der Straße Himmelpforten und am unteren Höhenweg, wo sich ein Marktplatz befindet. Der etwas ländliche und auch kleinstädtische Charakter Frintrops ist bis in die Gegenwart in Teilen erhalten geblieben. So findet man noch landwirtschaftlich genutzte Bereiche und Grünflächen wie das Barchembachtal. Am renaturierten Läppkes Mühlenbach steht die ehemalige Läppkes Mühle als Teil des heutigen Reiterhofes.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenbahnlinie 105 an der Endhaltestelle Unterstraße

Die Frintroper Straße als Teil der Bundesstraße 231 verläuft von Südosten nach Nordwesten quer durch Ober- und Unterfrintrop. Durch sie ist der Stadtteil einerseits mit der Anschlussstelle Borbeck an der Aktienstraße an die A 40, sowie andererseits im angrenzenden Oberhausen an die Autobahnen A 42 und A 516 angebunden.

Im Personennahverkehr Frintrops verkehren die Straßenbahnlinie 105 sowie die Buslinien 143 und 185 und die Nachtexpress-Linien (Bus) NE11 und NE12 der Essener Verkehrs-AG.[1] Endhaltestellen der Straßenbahnlinie 105 sind an der Unterstraße zur Stadtgrenze nach Oberhausen und auf der Frintroper Höhe, wo sich eine Gleisschleife befindet. Es ist immer noch geplant die Linie 105 nach Oberhausen weiterzubauen. Zwar lehnten die befragten Oberhausener Bürger diese Pläne im Ratsbürgerentscheid vom 8. März 2015 mit 57 Prozent Nein-Stimmen ab,[2] jedoch wurde bereits Ende November 2015 die Maßnahme der Verlängerung der Straßenbahnlinie 105 von Essen-Frintrop zum Centro von den Städten Essen und Oberhausen erneut in den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen angemeldet, der von 2017 bis 2030 gilt, und in diesen aufgenommen. Damit ist es ab 2017 möglich, im Zeitraum bis 2030 die Straßenbahnverbindung zwischen Essen und Oberhausen zu realisieren.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Frintrop wird zuerst in den Isenberger Vogteirollen um 1220 als Vrilincdorpe genannt. Der Name enthält das altniederdeutsche Wort friling in der Bedeutung 'freier Mann'. Es ist aus altsächsischen verfassungsrechtlichen Texten bekannt. Unklar ist nur die besondere Bedeutung dieses 'frei'. Der Kontext, in dem dieses 'frei' zu verstehen ist, ist unbekannt. Genau gleich gebildet ist Frillendorf (Essen), um 1220 ebenfalls Vrilincdorpe, Frentrup in Gladbeck, um 1220 Vrilincdorpe, und Frentrop in Marl, um 1150 Frilingthorpe.[4]

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, als die Industrialisierung im Ruhrgebiet bereits in vollem Gange war, waren Frintrop und Umgebung Bauernland. Die meisten Höfe lagen verstreut in unmittelbarer Nähe des Hellwegs, des wichtigen Handelswegs, der über Frintrop führte. Dazu gehörten die Bauerngeschlechter Breukelmann (danach benannt die Straßen Breukelmannhof und Breukelmannhang), sowie Kauke und Knotte. Die Familie Knotte stellte das Grundstück zum Bau der Pfarrkirche St. Josef zur Verfügung, zumal der Landwirt Wilhelm Knotte erster Vorsitzender des damaligen Kirchbaukomitees gewesen war und über große Ländereien in Frintrop verfügte. Rund um Frintrop existierten beispielsweise die Bauernhöfe Frintrop, Ressing, Rotthäuser, Terboven, Halfmann, Hüttmann und Eschenbruch. Zu den ältesten Familien in der Bauerschaft Frintrop gehörten neben den Bauern Frintrop die Familie Stöckmann. Der Hof to Stocken, wie der Stöckmannshof damals genannt wurde, umfasste noch vor 200 Jahren 23 Morgen Acker sowie vier Morgen Busch und Wald. Heute leben noch zahlreiche Nachkommen der beiden Familien in Frintrop und Umgebung.

Hugenotten, deren Vorfahren nach der Bartholomäusnacht vom 24. August 1572 aus Frankreich flüchteten, sich am Niederrhein in Wachtendonk niederließen, fanden in Tuchwebereien in Frintrop Arbeit und somit eine neue wirtschaftliche Existenz. Familien mit dem typischen Namen Quay sind sämtlich Handwerker.

In Unterfrintop, an der Ecke Jagdstraße/Unterstraße, steht das Pestkreuz, ein Wegekreuz, dass die Bewohner zum Dank aufstellten, als die europaweit ausgebrochene Pest auf ihr flehentliches Bitten hin 1668 ihren Landstrich verschont hatte. Auch in Oberfrintrop befindet sich an der Ecke Heilstraße (früher Flurstraße)[5]/Frintroper Straße seit Beginn des 18. Jahrhunderts ein Wegekreuz, im Volksmund Lattenkreuzhannes genannt, das als Wallfahrtskreuz dient, an dem sich jedes Jahr Pilger zu einer Fußprozession nach Kevelaer treffen. Doch schon seit 1666 findet diese jeweils am Freitag vor Mariä Himmelfahrt statt. Als Heinrich Wiebringhaus 1909 sein Geschäftshaus an dieser Straßenecke errichtete, wurde das Kreuz in die Eckaußenwand integriert. Von diesem Kreuz könnte die Heilstraße am 14. August 1896 ihren Namen erhalten haben; Im Kreuz ist Heil. Andererseits sagt man, dass die Straße nach einem einst hier wohnenden Heildiener benannt wurde.[6]

Seit dem 19. Jahrhundert / Industrialisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Frintrop existierte von 1905 bis 1925 der Schacht Kattendahl. Er gehörte zur Zeche Königsberg in Oberhausen und diente als Wetterschacht und zur Einfahrt der Bergleute. Im Jahre 1932 wurden die Übertageanlagen abgebaut und der Schacht im Jahre 1959 endgültig verfüllt. Heute ist das ehemalige Zechenterrrain an der Einmündung der Straße Kattendahl zur Oberhauser Straße eine Grünfläche. Aufgrund der aufstrebenden Industrie zogen seinerzeit viele Arbeitssuchende nach Frintrop. Viele Handwerker, teils aus Ostpreußen, Schlesien, aber auch aus dem gesamten übrigen Deutschland und auch aus Österreich und Italien, siedelten sich an und machten sich selbständig. Die ersten selbständigen Handwerksfirmen werden im Adressbuch von 1905 benannt. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es noch mal einen Zuzug aus den ländlichen Gegenden, denn die Industrie brauchte immer mehr Arbeitskräfte. Es gab zwei Baugeschäfte (in der zweiten Generation), Johann Katemann und Sebastian Mengel, die Wohnraum für die zugezogenen Menschen schufen. Alteingesessene Bauernfamilien wurden durch Verkauf von Bauland wohlhabend, da die Verkaufserlöse ein Vielfaches von dem einbrachten, was man sonst durch schwere Arbeit erwirtschaften musste.

Als markanter Punkt Frintrops gilt der 1897 fertiggestellte Wasserturm, welcher sich allerdings auf dem Gebiet des benachbarten Stadtteiles Bedingrade befindet.

In Oberfrintrop wurde 1874 mit dem Bau der St.-Josef-Kirche noch auf freiem Feld begonnen, deren erster Bauabschnitt 1877 fertiggestellt war. Es entstand eine dreischiffige neugotische Hallenkirche mit Kreuzrippengewölbe auf Rundpfeilern, deren Konsekration im September 1897 stattfand. Seit 1994 steht sie unter Denkmalschutz.[7] Der Name der Kirche geht auf den Borbecker Pfarrer Josef Legrand zurück, der sich für den Bau der Kirche einsetzte. Der Kirchbau förderte im ausgehenden 19. Jahrhundert in Oberfrintrop die Bautätigkeit, wobei angrenzend und an der Frintroper Straße teils repräsentative Wohn- und Geschäftshäuser entstanden. Unter anderem wurde eine erste Apotheke, die Adler-Apotheke, eröffnet. Seit 1881 gibt es ein Postwesen in Frintrop. Der letzte Standort des Postamtes Frintrop wurde im Jahre 2007 aufgehoben und die postalischen Dienstleistungen in Geschäften des örtlichen Einzelhandels integriert.

Am 31. Mai 1908 wurde in Unterfrintrop der Grundstein für eine Notkirche gelegt, die am 4. Oktober 1908 eingeweiht wurde.[8] Diese stellte den Vorgänger der in den Jahren 1952/1953 errichteten katholischen Herz-Jesu-Kirche dar, die im Jahr 2008 im Rahmen der Abwicklung der katholischen Kirche abgerissen wurde.[8] Bereits 1893 wurde mit dem Bau der evangelischen Gnadenkirche auf dem Schildberg begonnen, die in den 1920er Jahren den Westturm und das Seitenschiff als Anbau erhielt. Nach schweren Kriegsschäden wurde die Gnadenkirche 1948 wiedergeweiht.[9] An der Nordseite der Pfarrstraße gelegen befindet sich die zur Gemeinde Dellwig-Frintrop-Gerschede gehörende Kirche bereits auf dem Gebiet Dellwigs. In Frintrop finden evangelische Gottesdienste im Gemeindezentrum am Kattendahlhang statt.

Einweihung der Straßenbahn am 15. November 1910, rechts der hölzerne Aussichtsturm bei der Gaststätte Voßkühler

Bevor eine elektrische Straßenbahn ab etwa 1898 die Strecke Borbeck-Mitte-Dellwig-Unterfrintrop befuhr, verkehrte zweimal am Tag ein Pferde-Omnibus der Spedition van Eupen von Frintrop dorthin. Im Jahr 1900 ließ die Stadt Oberhausen eine Straßenbahnlinie bis Frintrop verlängern. Am 15. November 1910 wurde die Straßenbahnlinie 4 von Frintrop über Essen Hauptbahnhof zum damaligen Alfredusbad in Bredeney eröffnet.[5]

rechts: Verschiebebahnhof, links: Gaststätte Bremer (Unterfrintrop)

1872 wurde Frintrop mit der Strecke von Heißen über Borbeck nach Frintrop der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft an die Eisenbahn angeschlossen. Dort wurde 1879 der Personenbahnhof Frintrop eröffnet und 1946 wieder stillgelegt. Die Eisenbahnstrecke Köln-Minden der gleichnamigen Gesellschaft, welche im Jahre 1843 gegründet worden war, wurde parallel verlaufend gebaut. Beide Strecken waren zur Zeit der Industrialisierung wichtige Güterstrecken zum Transport von Kohle und Stahl. Der am 1. Oktober 1885 durch die Köln-Mindener Eisenbahn eröffnete Rangier- und Sammelbahnhof entwickelte sich auf dem Gebiet Frintrop-Dellwig bis nach Oberhausen zum bis dahin größten Güterverschiebebahnhof in Europa. Am 5. Oktober 1930 wurde er stillgelegt und seine Aufgaben an den neuerrichteten Verschiebebahnhof Osterfeld Süd verlegt. Aus der Brache des Frintroper Verschiebebahnhofs wurde im Jahr 2007 der Gleispark Frintrop mit Rad- und Wanderwegen. An der Ecke Unter- und Dellwiger Straße gab es ein Gebäude, das der Volksmund Übernachtung nannte und in dem sich viele kleine Einzelkammern befanden (heute befindet sich an dieser Stelle das Seniorenheim Papst-Leo-Haus). Im Untergeschoss dieses Gebäudes gab es eine Badeabteilung mit Dusche und Wannenbädern, die auch von den Bürgern für ein Entgelt von 20 Pfennigen je 30 Minuten Badezeit benutzt werden durfte. Schlafen durften hier nur Eisenbahner, die mit den Güterzügen zum Verschiebebahnhof kamen und erst am nächsten Tag weiterfuhren. Es wohnen viele Eisenbahner in Frintrop und Umgebung. Entsprechender Wohnraum entstand in unmittelbarer Nähe zur Köln-Mindener Strecke. In Unter-Frintrop, vor allem um den Verschiebebahnhof, entstanden viele Gaststätten für die Bahnbediensteten genauso wie für die zahlreichen Hütten- und Zechenarbeiter, die hier nur als Ledige wohnten. Um 1900 trat die Emscher so stark über ihre Ufer, dass in Unterfrintrop große Teile der Infrastruktur lahmgelegt wurden.

An der nordwestlichen Ecke der Einmündung der Schloßstraße in die Frintroper Straße pflanzte der Kriegerverein Frintrop, dem Veteranen aus den deutschen Einigungskriegen angehörten, 1872 eine Friedenseiche, die aus unklaren Gründen 1896 erneut gepflanzt wurde. Sie fiel im Zweiten Weltkrieg 1944 den Bomben zum Opfer. 1958 ließ die Stadtverwaltung eine neue Eiche pflanzen, die einem Sturm nicht standhielt. 1964 wurde durch den Bürger- und Verkehrsverein Essen-Frintrop eine vierte Friedenseiche zum Gedenken an die Opfer der Kriege und als Symbol der Mahnung für Frieden und Freiheit gesetzt.[10]

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit des Nationalsozialismus gehörte Frintrop zur NSDAP-Ortsgruppe Dellwig-Frintrop, einer von insgesamt 27 Ortsgruppen in Essen.[11] Im Zweiten Weltkrieg wurde Frintrop ab 1940 aus der Luft bombardiert. Die Altfriedschule wurde als erstes Gebäude schwer getroffen. Zuvor erhielten einige öffentliche Gebäude Schutzräume und es wurden Flakstellungen eingerichtet. Während des Krieges, im November 1939, wurde in Oberfrintrop die Christusfigur vom Wallfahrtskreuz gerissen und vor der St.-Josef-Kirche zerstört. Daraufhin wurde ein neuer Corpus gestiftet.

Nach dem Krieg bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Krieg eröffnete am Frintroper Markt das Metropol-Theater mit 563 Sitzplätzen. Hier gab es Theateraufführungen und Konzerte. In den Jahren 1950 bis 1970 wurden mehrere, nach modernen Maßstäben geplante Siedlungen auf den noch zahlreichen, bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen, gebaut. So erhöhten sich stetig die Einwohnerzahlen und ebenfalls die Grundstückspreise. Bauträger waren hier vornehmlich die Firmen Krupp, die Wohnungsgesellschaft Dümpten GmbH (später Thyssen Bauen und Wohnen) und Allbau. Auch durch private Bauträger wurde das Ortsbild nachhaltig verändert. In den 1970er Jahren wurden Neubaupläne für den Stadtteil erstellt. Auch Studenten der Essener Gesamthochschule schrieben darüber Studienarbeiten. Der geplante, umfangreiche Abriss alter erhaltener Gebäude wurde in großen Teilen nicht umgesetzt. Doch auch die Neubauten, die das ein oder andere alte Gebäude ersetzten, veränderten das Ortsbild weiter deutlich.

Am 1. Mai 1985 wurde das Wallfahrtskreuz in Oberfrintrop erneut gewaltsam beschädigt und einen Monat später wieder geweiht.

Im Juni 2015 wurde mit den Abrissarbeiten der Wohn- und Geschäftshäuser an der nördlichen Seite der Frintroper Straße der Hausnummern 414 bis 426 begonnen. Hier werden neue Gebäude, unter anderem für zwei Lebensmittelgeschäfte mit neuen Parkplätzen entstehen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Frintrop

Blasonierung: „In Silber (Weiß), um drei grüne Lindenblätter zur Schildmitte gruppierte rote Häuser mit schwarzem Fachwerk und offenem Rundfenster.“

Das Wappen wurde von Kurt Schweder entworfen und hatte nie offiziellen Charakter. Ende der 1980er Jahre schuf der Heraldiker für alle Essener Stadtteile Wappen. Sie sind inzwischen von der Essener Bevölkerung gut angenommen worden. Bedeutung: Frintrop stammt von "Vrilincdorpe" - "Dorf der Freien", eine andere Deutung entstammt der keltischen Sprache und beschreibt ein "Dorf im sumpfigen Land". Das Wappen ist ein sogenanntes "redendes Wappen"; es stellt eine Dorfanlage (Häuser) um eine Dorflinde (Lindenblätter) dar.[12]

Zugehörigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frintrop gehörte nach der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress im Jahre 1815 zur nun preußischen Bürgermeisterei Borbeck. 1912 kam es zu einer Volksabstimmung zur Eingemeindungsfrage Frintrops, der damals so betitelten Schlacht von Frintrop. Am 1. März 1912 schrieb die Essener Volkszeitung:

„Vivat Assindia! Auch am heutigen Tage findet noch Abstimmung statt. Frintroper, benutzt auch diesen Tag, um der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen, daß die Mehrzahl der Frintroper für Essen ist! Bei der Abstimmung wurden bis heute nachmittag für Essen 1305, für Oberhausen 499 Stimmen abgegeben.“

Schließlich wurde ein Teil Frintrops zusammen mit der Bürgermeisterei Borbeck am 1. April 1915 zur Stadt Essen eingemeindet, wobei Frintrop mehr als die Hälfte seiner Fläche, nämlich 272 Hektar mit rund 5000 Einwohnern an die Stadt Oberhausen abtreten musste.

Straßennamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaststätte Alt-Frintrop, Haus 1893 durch Hermann Knotte errichtet

Wegen der lockeren Bebauung war es nicht üblich, Namensschilder am Anfang und Ende einer Straße zu setzen. Diese Funktion erfüllten die Hausnummernschilder, die außer der Hausnummer in kleiner Schrift den Straßennamen verzeichneten. Ortsunkundige fanden auch so abgelegene Gebäude. Bei der geringen Größe der Schilder waren kurze Namen zweckmäßig – so erfand der Borbecker Bürgermeister Rudolf Heinrich (1881–1907) um 1890 Kurzformen wie Roll-, Poll- oder Zollstraße. Die Glockenstraße hieß früher Glückstraße.

Der Höhenweg verbindet Ober- mit Unterfrintrop. Die Frintroper Straße wurde 1791 als Essener Chaussee angelegt und am 30. April 1891 in Essener Straße und schließlich am 9. Juli 1915, nach der Eingemeindung zur Stadt Essen, in Frintroper Straße umbenannt. Davon zweigte nach Süden die seit 30. April 1891 sogenannte Hermannstraße ab, die seit 9. Juli 1915 Himmelpforten heißt. Sie war nach Hermann Knotte benannt, der mit seinem Bruder Wilhelm den Platz zur Errichtung der St.-Joseph-Kirche stiftete. Hermann ließ 1893 das Gasthaus an der Ecke Frintroper Straße/Hermannstraße errichten, das heute die Gaststätte Alt-Frintrop beherbergt. Die Pfarrkirche St. Joseph verhalf zum heutigen Straßennamen Himmelpforten. Sie verbindet die Frintroper Straße mit der Oberhauser Straße, die bis 1915 Kahrstraße hieß und direkt in die hier angrenzende Nachbarstadt Oberhausen führt.[6]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altfriedschule

Schulen gab es zu Anfang fünf: die Bedingrader-, die Neerfeld-, die Höhenweg-, die Baustraßen-Schule und die alte Stifterschule, die um 1870 an der Unterstraße erbaut wurde und seit 1987 unter Denkmalschutz steht.[13] Das Gebäude wird heute als Bürgerhaus der Arbeiterwohlfahrt Essen genutzt. Die 1960 erbaute Altfriedschule (früher Schule Frintrop I) in Oberfrintrop an der Frintroper Straße ist die heutige Grundschule.

Die Neerfeldschule in Unterfrintrop an der Straße Im Neerfeld/Ecke Frintroper Straße hieß seit 1968 Walter-Pleitgen-Schule, vormals Richthofenschule und Schule Frintrop III und diente von Oktober 1944 bis April 1945 als Sonderlager der Gestapo. Nach der Einstellung des Grundschulbetriebes im Sommer 2013 wurde das Gebäude zwischen Oktober 2013 und 2016 als Flüchtlings-Behelfsunterkunft genutzt.

Gastwirtschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Oberfrintrop stand von 1891 bis zum Abbruch 1917 wegen Baufälligkeit ein hölzerner Aussichtsturm an der Gartenwirtschaft Voßkühler[5] (Frintroper Höhe), Ecke Turmstraße, die heute Höhenweg heißt, mit Ausblick besonders nach Oberhausen, Osterfeld und Bottrop, über das westliche Emschertal. Die Gastwirtschaft existiert noch heute an dieser Stelle, allerdings in einem neueren, 1972 errichteten Gebäude. Es gab einige Gartenwirtschaften in Frintrop, in denen an Sonntagen Musik-Kapellen zum Tanz spielten. In der Gartenwirtschaft Toni Müller, Ecke Höhenweg/Neerfeldstraße, gab es einen Teich, der im Sommer zum Kahnfahren und im Winter zum Schlittschuhlaufen einlud. Dazu spielte eine Kapelle Musik. Einige alteingesessene Gasthäuser gibt es noch heute. Das Stammhaus, welches auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblicken kann (bis zurück in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges 1618–1648), das Haus Püttmann (seit August 2008 nicht mehr in Familienbesitz und unter neuer Namensgebung), die Gaststätte Wienert an der Unterstraße/Ecke Höhenweg und das Stöckmann`s Restaurant, (seit 1885) an der Oberhauser Straße. Es gibt noch weitere Gaststätten am Ort, die bereits lange bestehen, aber häufige Pächter- oder Besitzerwechsel erlebten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Essen-Frintrop – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Essener Verkehrs-AG
  2. DerWesten.de vom 8. März 2015: Oberhausener lehnen neue Straßenbahn 105 nach Essen ab; abgerufen am 1. Oktober 2015
  3. Westdeutsche Allgemeine Zeitung: Linie 105: Zweiter Anlauf für den Ausbau
  4. Paul Derks: Die Siedlungsnamen der Stadt Essen. Sprachliche und geschichtliche Untersuchungen; in: Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen, Band 100. Hrsg.: Stadt Essen – Historischer Verein für Stadt und Stift Essen. Essen 1985, S. 130–133.
  5. a b c Hugo Rieth: Essen in alten Ansichten, Band 1. 3. Auflage. Zaltbommel, Niederlande 1978.
  6. a b Erwin Dickhoff: Essener Straßen. Hrsg.: Stadt Essen–Historischer Verein für Stadt und Stift Essen. Klartext-Verlag, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-1231-1.
  7. Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Essen; abgerufen am 5. Januar 2017
  8. a b DerWesten.de v. 7. Januar 2008 und 14. September 2008 - Nach 100 Jahren naht Abschied/Abschied für immer 100 Jahre Herz-Jesu; zuletzt abgerufen am 6. Juli 2015; offline
  9. Homepage der Gemeinde Dellwig-Frintrop-Gerschede
  10. Gedenktafel des Bürger- und Verkehrsvereins Essen-Frintrop 1924 e. V.
  11. Historischer Verein Essen/Stadtarchiv
  12. Vgl. dazu: Johann Rainer Busch: Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile. Essen 2009, S. 74.
  13. Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Essen, Stifterschule; abgerufen am 5. Januar 2017

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrgemeinde Sankt Josef, Frintrop: 100 Jahre in und um St. Josef Essen-Frintrop 1877-1977. Essen 1977, DNB 891002022.
  • Katholische Pfarrgemeinde Sankt Josef, Frintrop: 125 Jahre St. Josef Essen-Frintrop. Essen 2002.
  • Wulf Mämpel/Kai Süselbeck (Hrsg.): Gesichter einer Stadt. Klartext-Verlag, Essen 2004, ISBN 3-89861-313-5.
  • Veröffentlichungen in der Wochenzeitung Borbecker Nachrichten. Erscheinungsort Essen-Borbeck.
  • Frank Radzicki: Das Postwesen in Frintrop-Fast so alt wie unsere Pfarrei. In: Katholische Pfarrgemeinde St. Josef: Gemeindebrief. 2/2007, Ausgabe Nr. 63, Essen-Frintrop 2007.