Heidhausen (Essen)

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Wappen von Heidhausen
Wappen der Stadt Essen

Heidhausen
Stadtteil von Essen

Lage von Heidhausen im Stadtbezirk IX Werden/Kettwig/Bredeney
Basisdaten
Fläche 10,9 km²
Einwohner 6535 (30. Jun. 2017)
Koordinaten 51° 22′ 47″ N, 7° 1′ 4″ OKoordinaten: 51° 22′ 47″ N, 7° 1′ 4″ O
Höhe 178 m
Eingemeindung 1. Aug. 1929
Räumliche Zuordnung
Postleitzahl 45239
Stadtteilnummer 30
Bezirk Stadtbezirk IX Werden/Kettwig/Bredeney
Bild
Heidhausen an der B 224

Heidhausen an der B 224

Quelle: Statistik der Stadt Essen

Essen-Heidhausen ist ein südlicher Stadtteil der Stadt Essen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinweistafel der höchsten Erhebung Essens

In Heidhausen liegt mit 202,54 Metern ü. NN an der Preutenborbeckstraße der höchste Punkt der Stadt Essen.

Südlich des hauptsächlich über Wohnbebauung und landwirtschaftlich genutzte Flächen verfügenden Heidhausen befindet sich die Stadt Velbert, die schon zum Bergischen Land gehört. Im Westen schließen sich die Essener Stadtteile Kettwig, im Osten Kupferdreh und Fischlaken, sowie im Norden Werden an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Namensherkunft des Ortes Heidhausen leitet sich von der Heide ab, da hier durch Rodung und Urbarmachung ein Gelände niederen Bewuchses entstand, auf dem die damals wenigen Bewohner ihre Häuser errichteten.

Das heutige Heidhausen entstand aus den beiden alten Honnschaften Heidhausen und Holsterhausen (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen heutigen Essener Stadtteil). In Heidhausen-Holsterhausen lebten die Holstetterhusen, die Wald für ihre Häuser gerodet hatten. Ihr Gebiet erstreckte sich bis zur Ruhr.

Das heutige Gebiet Heidhausens gehörte bis 1806 zum Herzogtum Berg und stand dabei unter Herrschaft der Abtei Werden. Teile des alten Oberhofs Barkhov (Bark von Berg), der die Abgaben der Bauern an Getreide in Scheunen lagerte, um den Bedarf der Abtei zu decken, sind noch vorhanden. Eigentümer war Schulte-Barkhov, der Träger der Gerichtsbarkeit für den gesamten abteilichen Herrschaftsbereich war.[1] Der Oberhof Barkhov war allerdings nicht der größte Hof, da gab es unter anderen den größeren Hof Langenhorst. Weitere Höfe lagen teils in Gruppen oder einzeln verstreut in dem weiten Heidhauser Gebiet. Um 1815 fiel dieses an Preußen. Auf dem Barkhov lebte bis zu seinem 30. Lebensjahr der spätere Maler Theodor Mintrop als Knecht.

Das denkmalgeschützte ehemalige Rathaus am Heidhauser Platz wurde 1910/1911 durch den Architekten J. F. Happ errichtet und diente der Bürgermeisterei Werden-Land.[2] Zur Bürgermeisterei Werden-Land gehörten die drei Gemeinden Byfang, Kupferdreh und Siebenhonnschaften. Nachdem seit 1896 Kupferdreh und Byfang eine eigene Bürgermeisterei bildeten, bestand die Bürgermeisterei Werden-Land nur noch aus der Gemeinde Siebenhonnschaften, zu der die alten Honnschaften Heidhausen, Fischlaken, Hamm, Holsterhausen und Klein-Umstand gehörten. 1929, bei Auflösung des Landkreises Essen, wurde der größte Teil der Gemeinde Siebenhonnschaften nach Essen eingemeindet, nur Klein-Umstand fiel an die Stadt Velbert.

Am Pastoratsberg in Heidhausen befinden sich die Reste eines karolingischer Ringwalls im 9.–11. Jahrhundert, in dem das Pfarrhaus St. Clemens lag. Dieses wurde als Fluchtort der umliegenden Gutshofbesitzer genutzt. Geweiht wurde St. Clemens am 1. Mai 957 dem Papst Clemens von Rom. Teile sind heute in der Schatzkammer der Abtei Werden zu besichtigen. Die Wallanlage, genannt Alteburg, ist heute denkmalgeschützt.

Seit dem späten Mittelalter wurde in Heidhausen Kohle tonnlägig, also nahezu ebenerdig, abgebaut, bis das Grundwasser einen weiteren Abbau unmöglich machte.

1785 wurde in Heidhausen eine Poststation mit Beherbergungsbetrieb erbaut. Heute befindet sich in diesem denkmalgeschützten Gebäude in der Heidhauser Straße, welches im 19. Jahrhundert erweitert wurde, die Gaststätte Ratskrug. Das alte Haus bildete zusammen mit dem Rathaus und dem Heidhauser Platz die Ortsmitte des früheren Werden-Land.

Am Pastoratsberg liegt ein jüdischer Friedhof mit Grabsteinen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Heidhausen

Blasonierung:„In Rot unter zwei balkenweise silbernen (weißen) Heidenkronen, besetzt mit grünen Steinen, ein silbernes (weißes) Haus mit schwarzem Fachwerk und silbernem (weißem) Tor.“

Das Wappen wurde von Kurt Schweder entworfen und hatte nie offiziellen Charakter. Ende der 1980er Jahre schuf der Heraldiker für alle Essener Stadtteile Wappen. Sie sind inzwischen von der Essener Bevölkerung gut angenommen worden.

Das Wappen ist ein sogenanntes "redendes Wappen"; das Wappen zeigt eine sogenannte "Heidenkrone" für "Heid-" und ein Fachwerkhaus für "-hausen" Die früheren Schreibweisen "Het(h)husen" und sind Bezeichnungen für eine Ansiedlung in der Heide; gemeint war damit eine Fläche, die der gemeinschaftlichen Nutzung einer Bauerschaft diente.[4]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da die Bundesstraße 224 mitten durch den Stadtteil führt, ist das Verkehrsaufkommen recht hoch. Die Buslinien 169, 180 und 190, sowie der Schnellbus SB19 und der Nachtexpress NE8 der EVAG verkehren in Heidhausen.[5]

Das teils neogotische Kamillushaus aus Backstein wurde 1900/1901 nach Plänen von Peter Aßheuer gebaut.[6] Josef Neumann war am Aufbau der Fachklinik für Suchtkrankenbehandlung im Kamillushaus beteiligt. Die Krankenhauskapelle im Südflügel, die ursprünglich von Kamillianern errichtete Klosterkirche, war bis 2008 Pfarrkirche der eigenständigen Pfarrei St. Kamillus. Heute ist sie Gemeindekirche der Pfarrei St. Ludgerus in Werden. Diese, sowie die Altäre, Stühle und Beichtstühle sind im Originalzustand erhalten geblieben. Damit ist diese Heilstätte die erste katholische Einrichtung dieser Art in Deutschland.

Die Ruhrlandklink am Tüschener Weg ist das Westdeutsche Lungenzentrum, das seit dem 1. April 2009 eine Tochtergesellschaft zu Universitätsklinikum Essen bildet. Die Klinik, die zunächst hauptsächlich Tuberkulose-Patienten versorgte, wurde 1902 als Lungenheilstätte Holsterhausen in der gleichnamigen ehemaligen Bauerschaft gegründet.

In Heidhausen ist das Bildungszentrum für die Entsorgungs- und Wasserwirtschaft (BEW) und der Sitz des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft e. V. ansässig.

Heidhausen verfügt über eine städtische Grundschule, die Schule an der Jacobsallee.

In der Feuer- und Rettungswache am Brakeler Wald sind die örtliche Freiwillige Feuerwehr und ein Rettungstransportwagen der Essener Berufsfeuerwehr stationiert, von wo aus diese das Einsatzgebiet Großraum Werden in 24 Stunden Alarmbereitschaft anfahren.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidhausen verfügt mit dem Sportplatz Am Volkswald über eine städt. Sportanlage. Diese ist neben der Sportanlage Im Löwental die Heimat des Fußball-Bezirksligisten SC Werden-Heidhausen e. V., der Mitte der 1990er Jahre durch die Fusion der beiden Vereine ASV Werden und SC Heidhausen entstand. Der Verein stellt neben der Bezirksliga-Mannschaft noch drei weitere Herren-Senioren-Teams sowie eine Damen-Mannschaft. Der Verein wurde im Mai 2006 vom Fußballverband Niederrhein und von der Sepp-Herberger-Stiftung des DFB für herausragende Jugendarbeit (zahlreiche Mannschaften der G- bis A-Jugend) belobigt.

Heidhausen hat den einzigen 27-Loch-Golfplatz in Essen.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludger Fischer: Denkmalpfade in Essen-Werden, Essen 2006 (zweite, vollständig überarbeitete Auflage des ursprünglichen Titels Bau- und Kunstdenkmale in Essen-Werden, Essen 1996), ISBN 3-922785-87-5

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Essen-Heidhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Barkhov in der Denkmalliste der Stadt Essen (PDF; 829 kB)
  2. Das Rathaus in der Denkmalliste der Stadt Essen (PDF; 374 kB)
  3. Der jüdische Friedhof in der Denkmalliste der Stadt Essen (PDF; 453 kB)
  4. Vgl. dazu Johann Rainer Busch: Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile Essen 2009, S. 105.
  5. Essener Verkehrs-AG
  6. Das Kamillushaus in der Denkmalliste der Stadt Essen (PDF; 453 kB)