Westviertel (Essen)

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Wappen von Westviertel
Wappen der Stadt Essen

Westviertel
Stadtteil von Essen

Lage von Westviertel im Stadtbezirk I Stadtmitte/Frillendorf/Huttrop
Basisdaten
Fläche 2,29 km²
Einwohner 2570 (31. Dez. 2016)
Koordinaten 51° 27′ 23″ N, 6° 59′ 56″ OKoordinaten: 51° 27′ 23″ N, 6° 59′ 56″ O
Höhe 66 m
Räumliche Zuordnung
Postleitzahl 45127, 45143
Stadtteilnummer 04
Bezirk Stadtbezirk I Stadtmitte/Frillendorf/Huttrop
Bild
ThyssenKrupp Hauptquartier im Westviertel

ThyssenKrupp Hauptquartier im Westviertel

Quelle: Statistik der Stadt Essen

Der Stadtteil Westviertel der Stadt Essen, der unmittelbar im Westen an den Stadtkern grenzt, bildet zusammen mit dem Südviertel, dem Nordviertel, dem Ostviertel, dem Südostviertel und dem Stadtkern die Stadtmitte.

Charakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teil des Westviertels von Osten: vorn links der ehemalige Eingang zur Krupp Gussstahlfabrik mit links dem Colosseum Theater, dahinter der Krupp-Hauptverwaltung, vorn der alten Werksbahnbrücke von 1872 und daneben dem ehemaligen Press- und Hammerwerk Ost (heute Ikea), rechts dahinter ein Krupp-Verwaltungsgebäude, rechts hinter der Agentur für Arbeit das ThyssenKrupp Hauptquartier

Das Westviertel weist nur geringe Wohnbebauung auf und besteht vorwiegend aus ehemals zur Krupp Gussstahlfabrik gehörenden Industrieflächen, auf denen heute Gewerbe und Handel ansässig sowie Parkanlagen angelegt worden sind.

Da sich hier hauptsächlich Rüstungsindustrie befand, wurde der Großteil der Gebäude der Gussstahlfabrik auf dem Gelände im Zweiten Weltkrieg von den Alliierten zerstört oder danach zu Reparationszwecken demontiert. Zu den wenigen erhaltenen Gebäuden zählen die ehemalige Geschossdreherei, die VIII. Mechanische Werkstatt, heute Colosseum Theater, das ehemalige Press- und Hammerwerk Ost sowie ein Teil der ehemaligen Krupp-Hauptverwaltung.

Die jahrzehntelang zu einem erheblichen Teil ungenutzten Flächen bilden heute ein wichtiges Entwicklungsgebiet der Stadt. Durch den seit 2011 im Westviertel fertiggestellten Berthold-Beitz-Boulevard wird das Viertel neu erschlossen. Der ThyssenKrupp-Konzern hat 2010 seine Hauptverwaltung von Düsseldorf nach Essen in das ThyssenKrupp Hauptquartier verlegt, das damit den Kern des Krupp-Gürtels bildet. Das sich an der westlichen Stadtteilgrenze befindliche Real SB-Warenhaus zog in das Einkaufszentrum Kronenberg-Center, das am 24. Oktober 2013 überwiegend auf dem Gelände der ehemaligen Arbeiterkolonie Kronenberg, östlich der heutigen Haedenkampstraße eröffnete, um neuem Einzelhandel und neuer Wohnbebauung nördlich der Altendorfer Straße Platz zu machen. Die Grundsteinlegung für das Kronenberg-Center fand am 24. Mai 2012 statt,[1] worauf am 11. April 2013 das Richtfest folgte. Auf einer Gesamtfläche von rund 63.000 Quadratmetern sind 25.000 Quadratmeter Verkaufsfläche für ein Gartenzentrum, einen Realmarkt und 23 weitere Geschäfte entstanden.[2]

Das 13 Hektar große Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Essen-Nord, zwischen der Universität Duisburg-Essen und dem Berliner Platz, ist zwischen 2011 und 2016 zum Universitätsviertel Grüne Mitte Essen, einem Wohn- und Arbeitsquartier mit Parkanlage umgebaut worden. Der 560 Meter lange Park zwischen Segerothstraße und Rheinischem Platz wurde am 2. Juli 2010 offiziell eröffnet[3]. Eigentums- und Mietwohnungen sowie kleinere Bürohäuser sind seit Mitte 2011 errichtet worden. Wichtige Aufgabe des Viertels ist es, eine Verbindung zwischen Stadtkern und Nordviertel herzustellen, da dieses Areal stadtgeschichtlich jahrzehntelang problematisch war. Der Bahndamm trennte vor dem Kriege das Arbeiterviertel Segeroth von der Essener Innenstadt, was zu sozialen Spannungen führte. Segeroth wurde dann im Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut, unter anderem entstand hier die Universität. Der ehemalige Güterbahnhof und das Großmarktgelände blieben brach, und damit eine räumliche Trennung zwischen dem heutigen Nordviertel und der Stadtmitte.[4] Am westlichen Ende des Universitätsviertels wurde am 4. Juli 2016 der Grundstein für die rund 80 Millionen Euro teure Zentrale der Funke-Mediengruppe gelegt. Der Umzug von der Friedrichstraße an den Berliner Platz ist für Ende 2017 vorgesehen.[5]

Ebenfalls zum Westviertel gehören heute ein Cinemaxx-Kino, der City Tower Essen (ehemals Iduna-Hochhaus), die Essener Bundesagentur für Arbeit, das Finanzamt Essen, ein Städtisches Berufskolleg sowie großflächiger Einzelhandel.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Essener Stadtmitte

Blasonierung: „In Blau ein schräglinkes goldenens (gelbes) Schwert, begleitet oben und unten von je drei goldenen (gelben) Kugeln.“

Das Wappen wurde von Kurt Schweder entworfen und hatte nie offiziellen Charakter. Ende der 1980er Jahre schuf der Heraldiker für alle Essener Stadtteile Wappen. Sie sind inzwischen von der Essener Bevölkerung gut angenommen worden. Das Schwert als Attribut der Stadtpatrone Cosmas und Damian stellt den Bezug zum Essener Stadtwappen her. Die goldenen Kugeln symbolisieren die sechs Stadtteile Stadtkern, Nordviertel, Ostviertel, Südostviertel, Südviertel und Westviertel.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Personennahverkehr des Westviertels verkehren die U-Bahnlinien U11, U17 und U18, die Straßenbahnlinien 101, 103, 105 und 109 sowie die Buslinien SB16, 145, 147, 166, NE10, NE11, NE12 und NE16 der Essener Verkehrs-AG[7]. Als wichtigste Verkehrsader durchquert die Bundesstraße 224 das Westviertel.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Essen-Westviertel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Essen/West – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Center, fern vom Centrum. In: DerWesten.de. 25. Mai 2012, abgerufen am 29. Mai 2012.
  2. Lokalkompass vom 13. April 2013: Richtfest für neues Fachmarktcenter; abgerufen am 13. April 2013
  3. Der Park für das Essener Uni-Viertel ist fertig. In: DerWesten.de. 25. Juni 2010, abgerufen am 30. Juni 2015.
  4. Neuer Grüngürtel fast fertig. In: DerWesten.de. 19. Mai 2010, abgerufen am 20. Mai 2010.
  5. Grundstein der neuen Funke-Zentrale in Essen gelegt. In: DerWesten.de. 4. Juli 2016, abgerufen am 5. Juli 2016.
  6. Vgl. dazu Johann Rainer Busch: Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile Essen 2009, S. 48.
  7. Fahrplan, Linien und Karten. In: Essener Verkehrs-AG. Abgerufen am 20. Mai 2010.