Essen (Oldenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Essen (Oldenburg)
Essen (Oldenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Essen (Oldenburg) hervorgehoben
52.7211111111117.940555555555626Koordinaten: 52° 43′ N, 7° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cloppenburg
Höhe: 26 m ü. NHN
Fläche: 97,97 km²
Einwohner: 8490 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49632
Vorwahlen: 05434, 05438 (Addrup)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: CLP
Gemeindeschlüssel: 03 4 53 006
Gemeindegliederung: 19 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Peterstraße 7
49632 Essen (Oldenburg)
Webpräsenz: www.essen-oldb.de
Bürgermeister: Georg Kettmann
Lage der Gemeinde Essen (Oldenburg) im Landkreis Cloppenburg
Landkreis Ammerland Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Leer Landkreis Oldenburg Landkreis Osnabrück Landkreis Osnabrück Landkreis Vechta Landkreis Wesermarsch Oldenburg (Oldenburg) Barßel Bösel Cappeln (Oldenburg) Cloppenburg Emstek Essen (Oldenburg) Friesoythe Garrel Lastrup Lindern (Oldenburg) Löningen Molbergen SaterlandKarte
Über dieses Bild

Essen (Oldenburg) ist eine Gemeinde im Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen. Sie besteht aus 18 Bauerschaften beziehungsweise Ortsteilen und der Ortschaft Essen als Zentrum. Die Gemeinde wird von der Hase durchflossen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Essen gehört noch zur geographischen Landschaft Artland, grenzt nördlich aber auch schon an die Cloppenburger Geest an. Damit liegt die Gemeinde innerhalb der Norddeutschen Tiefebene am nördlichen Ausläufer der Schwemmlandebene des Artlands, „einer ausgedehnten Ebenheit, die von Talsandplatten und feuchten Niederungen nur schwach untergliedert wird“[2] und an der südlichen Spitze der Cloppenburger Geest einer „ackergeprägten, weitgehend offenen, wenig strukturierten Kulturlandschaft, die stark landwirtschaftlich genutzt wird und einen sehr geringen Waldanteil aufweist“.[3] Die Gemeinde wird von den nördlichen Armen der Hase durchflossen, die in diesem Bereich ein Binnendelta bildet. Der das Gebiet der Gemeinde Essen durchfließende Hauptarm der Hase wird oberhalb der Einmündung der Lager Hase „Essener Kanal“, unterhalb von ihr „Große Hase“ genannt. Trotz des Namens „Lager Hase“ führt der so bezeichnete Fluss, der den Ortskern von Essen im Süden begrenzt, kein Wasser aus dem Raum Osnabrück mit sich. Vielmehr entwässert er die Mitte des Landkreises Vechta, insbesondere die Städte Vechta, Lohne und Dinklage. Die eigentliche Hase erreicht die Lager Hase zwei Kilometer westlich des Essener Ortskerns.

Ortsteile[Bearbeiten]

Folgende Ortsteile zählen zu Essen: Addrup (298), Ahausen (144), Barlage (74), Bartmannsholte (242), Beverdiek (11), Bevern (714), Bokel (10), Brokstreek (447), Calhorn (168), Darrel (32), Essen-Ort (inkl. Ostendorfe) (4015), Felde (128), Gut Lage (32), Herbergen (181), Hülsenmoor (1300), Nordholte/Stadtholte (43), Osteressen (302), Sandloh (85), Uptloh (345) (in Klammern die Einwohnerzahlen).[4]

Klima[Bearbeiten]

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Essen 8,5 bis 9,0 °C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20-25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind im Norden Lastrup und Cappeln (Oldenburg), im Osten Bakum, im Süden die Samtgemeinde Artland und im Westen Löningen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Essen blickt auf eine über 1000jährige Geschichte zurück. Eindeutige Funde aus der jüngeren Steinzeit (3000-1800 v. Chr.) weisen auf eine Besiedlung im Bereich der Gemeinde hin. So wurde in den Bauerschaften Bartmannsholte und Uptloh vom Staatlichen Museum für Naturkunde und Vorgeschichte in Oldenburg in einem Hügel reichhaltiges jungsteinzeitliches Material (Gefäße, Flachbeile und Feuersteinpfeilspitzen) gefunden.

Auch die Gräberfelder in den Ortsteilen Herbergen, Ahausen und in der Gegend um Nordholte und Calhorn geben Auskunft über die Existenz des vorgeschichtlichen Menschen im Gemeindegebiet.

Im Museumsdorf Cloppenburg wieder aufgebautes Herrenhaus Arkenstede

Anhand der Orts- und Flurnamen sowie schriftlicher Überlieferungen ist ersichtlich, dass in der Gemarkung Essen bereits im frühen Mittelalter mehrere Siedlungen vorhanden waren. Urkundlich erwähnt wurde Essen in einer Urkunde aus dem Jahre 968, nach der die Gemahlin Alaburg oder Altburg des Gaugrafen Heinrich, der seinen Wohnsitz auf der Burg Arkenoa (Arkenau) in Brokstreek hatte, in Essen eine Basilika errichten ließ. In einer weiteren Urkunde verkündete Simon, Graf von Tecklenburg, dass ein Benediktinerinnen-Kloster gegründet werden soll. Bis 1400 verblieb der Ort bei der Grafschaft Tecklenburg und gelangte danach an das Hochstift Münster. In der Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden die Adelsgüter Velthaus, Groß- und Klein- Arkenstede, Vehr, Lage und Calhorn.

Ebenfalls aus der Zeit Karls des Großen, unter dem das Münsterland in Gaue eingeteilt wurde, stammt die Einrichtung von Meierhöfen (Große Beilage, Crone-Münzebrock, Richthof). Zum Hasegau gehörten Essen, Löningen, Lastrup, Lindern, Menslage und Borg (heute Ortsteil von Menslage).

Der große Brand in Essen im Jahre 1601 äscherte das halbe Dorf ein. Auch Kirche, Schule und Kaplanei brannten nieder, die Kirche wurde provisorisch wieder errichtet. Durch den Dreißigjährigen Krieg und seine Begleiterscheinungen (Pest im Jahr 1659, Pocken im Jahr 1661) erstarb das Leben in der Gemeinde fast völlig. Im Jahre 1651 zählte Essen nur noch 685 Einwohner; 1703 gab es etwa 3000 Einwohner.

Im Jahre 1803 wurde das münsterische Amt Cloppenburg und damit auch die Gemeinde Essen mitsamt seinen damals fast ausschließlich katholischen Einwohnern dem Herzogtum Oldenburg zugeschlagen.

Ufer der Lager Hase; im Hintergrund die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus

Unter Pastor Meyer wurde 1870 mit dem Neubau der jetzigen katholischen Pfarrkirche St. Bartolomäus begonnen, der Bau im Jahre 1875 unter Pastor Möhlmann zu Ende geführt wurde. In diesem Jahr erfolgte der Anschluss der Gemeinde Essen an die Oldenburger Südbahn (Oldenburg-Quakenbrück). Im Jahre 1888 wurde die Strecke Essen–Löningen dem Verkehr übergeben und Essen somit zum Eisenbahnknotenpunkt.

Der Erste und Zweite Weltkrieg rissen erneut große Lücken in die Bevölkerung der Gemeinde. Durch den Zuzug von Evakuierten und (auch evangelischen) Ostvertriebenen nahm die Gemeinde einen bis dato nicht zu verzeichnenden Aufschwung. Ende 1949 betrug die Zahl der Flüchtlinge bei einer Gesamtbevölkerung von 8476 Einwohnern 2691, also 31,7 Prozent. Nach Eingemeindung der Hengelage nach Quakenbrück im Jahre 1972 zählte die Gemeinde Essen 6790 Einwohner.

In den letzten zehn Jahren war ein verstärkter Zuzug von Aussiedlern zu verzeichnen. Heute sind rund 8500 Menschen in der Gemeinde wohnhaft.

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde ein Teilgebiet mit damals deutlich mehr als 1000 Einwohnern (Hengelage) an die Stadt Quakenbrück im Landkreis Osnabrück abgetreten.[5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Essen besteht aus 22 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 8.001 und 9.000 Einwohnern.[6] Die 22 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Georg Kettmann.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[7]

Partei 11. September 2011
CDU 76,68 % (17 Sitze)
SPD 18,17 % (04 Sitze)
Die Grünen 5,15 % (01 Sitze)
Wahlbeteiligung
55,65 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 wurde der Amtsinhaber Georg Kettmann mit 84,61 % (2004: 91,28 %) der Stimmen wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,65 % (2004: 40,12 %).

Wappen[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung:

Schild geteilt. Oben ein goldener sechsstrahliger spitzer Stern in rotem Feld, unten ein rotes Seeblatt in silbernem Feld.

Der sechsstrahlige spitze Stern wurde von dem Wappen der Familie von Pennethe entlehnt, die das Gut Lage[8] gründete und in Quakenbrück und Vechta viele Burgmannen stellte.

Das rote Seeblatt stammt aus dem Wappenschild der Grafen von Tecklenburg. Die Geschichtsschreibung geht davon aus, dass die älteste nachweisbare Burganlage zu Essen eine Gründung der Grafen von Tecklenburg war, in deren Wappenschild sich drei Seeblätter oder ausgebrochene Lindenblätter befanden.

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Essen (Oldenburg) hält eine internationale Partnerschaft mit der Gemeinde Essen (Belgien). Der erste Kontakt für die Partnerschaft geht auf einen Besuch des damaligen Bürgermeisters der Gemeinde aus Flandern, Belgien im Jahr 1968 zurück. In der Zwischenzeit wurden Partnerschaftsurkunden ausgetauscht. Es finden regelmäßig Besuche statt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert sind das Rathaus im Jugendstil und die renovierte Windmühle „Diekmanns Mühle“.[9] Weiterhin das ehemalige Adelsgut „Gut Lage“[10] und der Altar der St.-Bartholomäus-Kirche sowie der vor kurzem renovierte Bahnhof an der Oldenburgischen Südbahn. Am Ufer der Lager Hase steht die Sandsteinskulptur „im fluss“ der Bramscher Bildhauerin Regine Meyer zu Strohe als Teil des Skulpturenwegs Hasetaler Kunstroute.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Durchfahrt für Kanuten am Wehr Brokhagen Stau im Essener Kanal

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 68 führt derzeit durch den Ortskern von Essen. Allerdings wurde am 15. Juli 2008 ein Planfeststellungsverfahren zum Bau einer Umgehungsstraße eingeleitet.[11] Über die 17 Kilometer entfernte Anschlussstelle Vechta der A 1 ist die Gemeinde an das Autobahnnetz angebunden.

Der Bahnhof Essen (Oldb) liegt an der Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück. Der Betrieb wird im Stundentakt von der NordWestBahn durchgeführt. Ferner zweigt in Essen die Bahnstrecke von Essen nach Meppen ab, sie hat Güterzug- und Museumsbahnverkehr.

Essen liegt an dem 265 km langen Radfernweg Hase-Ems-Tour. Haseaufwärts kann man bis zur Quelle bei Melle, haseabwärts bis zur Mündung nach Meppen radfahren oder wandern. Die Hase kann von Kanuten befahren werden.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Wirtschaftlich dominieren in der Gemeinde Essen die Landwirtschaft und die Veredelung ihrer Erzeugnisse. So befinden sich in Essen bedeutende Betriebe zur Erzeugung von Lebensmitteln und Tierfutter, wie zum Beispiel Deutschlands viertgrößter Schlacht- und Zerlegebetrieb (ehemals D&S Fleisch, jetzt Teil von Danish Crown) und in der Bauerschaft Addrup die Wernsing-Gruppe.

Ebenfalls befinden sich in Essen diverse auch international tätige Unternehmen der Maschinenbau- und Wohnaccessoirebranche.

Oberschule

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt drei Kindergärten in der Gemeinde: den kommunalen Kindergarten Regenbogen, den katholischen Kindergarten St. Josef und den katholischen Kindergarten St. Marien im Ortsteil Bevern. Außerdem steht eine Kinderkrippe für unter dreijährige Kinder im Ort Essen zur Verfügung.

Essen hat drei Schulen: die 3/4-zügige Verlässliche Grundschule Essen, die ab August 2010 als Ganztagsschule geführt werden soll, die ½-zügige Verlässliche Grundschule Bevern und die Oberschule als Ganztagsschule in Essen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Franz Hülskamp (* 14. März 1833 in Essen; † 10. April 1911 in Münster), katholischer Geistlicher, Herausgeber, literarischer und politischer Organisator in verschiedenen katholischen Vereinen und der Deutschen Zentrumspartei
  • Amandus Bahlmann OFM (* 8. Mai 1862 in der Bauerschaft Bartmannsholte; † 5. März 1939 in Neapel), katholischer Geistlicher, Missionsbischof und Ordensgründer in Brasilien
  • August Crone-Münzebrock (* 17. Mai 1882 auf Hof Münzebrock in der Bauerschaft Ahausen; † 17. April 1947 in Osnabrück), deutscher Bauernführer und Politiker (Deutsche Zentrumspartei)
  • Aurelius Arkenau O.P. (* 7. Januar 1900 in Essen; † 19. Oktober 1991 in Bedburg-Kirchherten), katholischer Geistlicher und Gegner des NS-Regimes
  • Otto Neteler (* 1936), Fußballspieler
  • Clemens große Macke (* 19. Juli 1959 in Addrup), Landwirt, Unternehmensberater und Politiker (CDU), Mitglied des Niedersächsischen Landtags seit 2003

Andere Persönlichkeiten in Verbindung mit Essen[Bearbeiten]

  • Maria Brand (1877–1956) war die erste weibliche Abgeordnete im Oldenburgischen Landtag
  • Klaus von Klitzing, geboren am 28. Juni 1943 in Schroda/Posen, aufgewachsen in Essen (Oldb), 1985 Nobelpreis für Physik zum Thema „Quanten-Hall-Effekt“.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Essen (Oldenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Kuhlmann: Das Artland und die Stadt Quakenbrück in ihrer historischen Entwicklung. S. 7.
  3. Bundesamt für Naturschutz, Landschaftssteckbrief Cloppenburger Geest
  4. Website der Gemeinde Essen (Oldb)
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 275.
  6. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 12. Oktober 2014.
  7. Gemeinde Essen – Gemeinderatswahl 2011, abgerufen am 12. Oktober 2014
  8. Franz Hellbernd: Münsterländische Burgen und Schlösser und adelige Häuser. 1963
  9. Niedersächsische Mühlenstraße: Diekmanns Mühle
  10. Landkreis Cloppenburg: Denkmal im Blickpunkt – Herrenhaus Gut Lage Dinklagerstraße, Gut Lage, Gemeinde Essen
  11. Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr: Ortsumgehung Essen im Zuge der Bundesstraße 68