Essingen (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Essingen
Essingen (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Essingen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 48′ N, 10° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 508 m ü. NHN
Fläche: 58,5 km2
Einwohner: 6407 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 73457, 73563, 73566
Vorwahl: 07365
Kfz-Kennzeichen: AA, GD
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 021
Gemeindegliederung: 7 Teilorte
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausgasse 9
73457 Essingen
Webpräsenz: www.essingen.de
Bürgermeister: Wolfgang Hofer (CDU[2])
Lage der Gemeinde Essingen im Ostalbkreis
Schwäbisch Gmünd Landkreis Heidenheim Landkreis Schwäbisch Hall Rems-Murr-Kreis Landkreis Göppingen Aalen Abtsgmünd Adelmannsfelden Bartholomä Böbingen an der Rems Bopfingen Durlangen Ellenberg (Württemberg) Ellwangen (Jagst) Eschach (bei Schwäbisch Gmünd) Essingen (Württemberg) Göggingen (Württemberg) Gschwend Heubach Heuchlingen Hüttlingen (Württemberg) Hüttlingen (Württemberg) Iggingen Jagstzell Kirchheim am Ries Lauchheim Leinzell Lorch (Württemberg) Mögglingen Mutlangen Neresheim Neuler Obergröningen Oberkochen Rainau Riesbürg Riesbürg Rosenberg (Württemberg) Ruppertshofen (Ostalbkreis) Schechingen Schwäbisch Gmünd Spraitbach Stödtlen Täferrot Tannhausen Tannhausen Unterschneidheim Waldstetten (Ostalbkreis) Waldstetten (Ostalbkreis) Westhausen (Württemberg) Wört BayernKarte
Über dieses Bild

Essingen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und befindet sich im Ostalbkreis am westlichen Rand der Kreisstadt Aalen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Essingen liegt im Nordosten der Schwäbischen Alb in 465 bis 755 Meter Höhe. Der Hauptort liegt im Remstal am Albtrauf. Große Teile des Gemeindegebietes, darunter der Teilort Lauterburg, liegen auf dem Albuch.

Auf dem Gemeindegebiet entspringt die Rems.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden und Osten an die Kreisstadt Aalen, im Südosten an die Stadt Oberkochen, im Süden an Königsbronn und Steinheim am Albuch, beide im Landkreis Heidenheim, im Südwesten an Bartholomä und im Westen an die Stadt Heubach und Mögglingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Essingen mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Lauterburg gehören 22 Dörfer, Weiler, Höfe und Häuser.

Zur Gemeinde Essingen im Gebietsstand von 1970 gehören das Dorf Essingen, die Weiler Birkenteich, Forst und Hermannsfeld, Schloss und Gehöft Hohenroden, die Höfe Birkhof, Blümle, Dauerwang, Lauchkling, Lix, Oberkolbenhof, Ölmühle, Schelhoppen, Schnaitberg, Sixenhof, Tauchenweiler, Teußenberg, Unterkolbenhof, Zollhaus und Zollhof sowie die abgegangenen Ortschaften Dörrhaus, Streichhof, Prennhof, Schönburr, Albstetten, Schwarzweiler, Wetigsweiler, Falkenberg (?), Schwägelhof und Baierhof.

Zur ehemaligen Gemeinde Lauterburg gehört das Dorf Lauterburg.[3]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich erwähnt wurde der Name der Gemeinde erstmals um 1090 bei einer Schenkung des Grafen Werner von Grüningen an das Kloster Hirsau. Der heutige Ortsteil Lauterburg wurde erstmals 1128 urkundlich erwähnt. 1215 fiel Essingen an die Staufer. Lauterburg kam 1276, Essingen spätestens 1345 an die Grafen von Oettingen. Bereits 1358 kam das Gebiet an die Württemberger, die es aber bereits im 15. Jahrhundert an die Freiherren von Woellwarth verloren. 1697 kauften die Grafen von Degenfeld einen Teil von Essingen.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Rheinbundakte ging das Gebiet 1802 dann an das Königreich Württemberg. Nachdem Lauterburg zunächst zur Gemeinde Essingen gehörte, bildete es seit 1820 eine eigenständige Gemeinde.

Essingen gehörte lange zum Oberamt Aalen, aus dem 1938 der Landkreis Aalen wurde. Mit dessen Auflösung 1973 kam die Gemeinde zum neuen Ostalbkreis.

Am 1. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Lauterburg eingemeindet.[5]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiherren von Woellwarth führten nach 1555 die Reformation ein[6]. Seither ist Essingen vorwiegend evangelisch geprägt. Heute gibt es jedoch auch wieder eine römisch-katholische Kirche und außerdem eine neuapostolische Gemeinde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Aalen.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:

  1. Freie Wählervereinigung: 8 Sitze
  2. CDU/Freie Bürger Essingen: 6 Sitze
  3. SPD: 4 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1997 ist Wolfgang Hofer (* 1963) der Bürgermeister. Im Mai 2013 trat er seine dritte Amtszeit an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Essingen (Württemberg)

Blasonierung: In Gold der oberhalb runde schwarze Rahmen einer Esse, auf deren Rost eine rote Flamme lodert.

Das im Sinne der Volksetymologie redende Wappen zeigt eine Esse als Namenshinweis auf die Gemeinde.

Die Gemeindeflagge ist Rot-Gelb.

Die Esse ist erstmals 1646 auf einem Siegel des Marktes Essingen abgebildet. Die Gemeinde nahm 1930 eine naturalistische Darstellung der Esse aus diesem historischen Siegelbild in seine Dienststempel auf, während die Archivdirektion Stuttgart die württembergischen Farben Schwarz und Gold als Wappenfarben der Gemeinde vorschlug. 1948 wurde die Darstellung angepasst.

Am 12. März 1979 wurden der Gemeinde vom Landratsamt Ostalbkreis das heute gültige Wappen und die Flagge verliehen.[7][8][9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolbenberg (552 m) im Norden von Essingen, fotografiert von Westen

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelische Quirinuskirche - spätgotische Saalkirche (Errichtung des Kirchenschiffs von 1512 bis 1517) mit 3/8 Chor. Mittelalterlicher Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert.[10]
  • Marienkapelle mit spätgotischen Wandmalereien[11]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 15. Jahrhundert findet der Essinger Ostermarkt statt.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Essingen

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Essingen ist durch die Bundesstraße 29 (WaiblingenNördlingen) an das überregionale Straßennetz angebunden. Der nächste Autobahnanschluss ist die Anschlussstelle 115 (Aalen/Oberkochen) der Bundesautobahn 7 in ca. 17 km Entfernung über die B29 Richtung Aalen und die L1084.

An der Remsbahn, 600 Meter nördlich des Siedlungsgebietes, liegt der Bahnhof Essingen. Dort hielt am 28. Mai 1989 der letzte Personenzug, Güterzüge bedienen allerdings weiterhin täglich das dort ansässige Schrottverwertungsunternehmen Scholz sowie einen im Eigentum von Scholz befindlichen Umschlagbahnhof.[13][14] Der nächste Bahnhof mit Personenverkehr ist der Bahnhof Aalen in einer Entfernung von ca. 7 km. Hier verkehren der IC 61 (Karlsruhe – Nürnberg) und Regionalzüge nach Ulm, Stuttgart, Crailsheim, und Donauwörth.

Die Buslinien des öffentlichen Personennahverkehrs können zu Tarifen der Verkehrskooperationen OstalbMobil wie auch zu den eigenen Tarifen des jeweiligen Verkehrsunternehmens benutzt werden.

Radfernwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt der Deutsche Limes-Radweg. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Essingen ist Sitz der Scholz Holding, eines Schrott-Recycling-Konzerns, der weltweit über 6.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Parkschule verfügt Essingen über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, die zum Schuljahr 2012/13 in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt wurde.[15] Daneben gibt es zwei kommunale, drei evangelische und einen römisch-katholischen Kindergarten.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windpark bei Lauterburg

In Essingen gibt es seit 2006 südöstlich von Lauterburg einen Windpark, der aus 5 Windkraftanlagen vom Typ REPower MM92 mit 100 Meter Nabenhöhe und 92 Meter Rotordurchmesser besteht.[16]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen in Verbindung mit Essingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Bialon (* 1963), Profi-Fußballer, DFB Junioren-Nationalspieler

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Essingen (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Profil im Internetauftritt der CDU Kreistagsfraktion Ostalb
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 672–674
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Essingen.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 445.
  6. Torsten Krannich u.a.: Evangelische auf der Ostalb. Ein Streifzug durch die Reformationsgeschichte des Dekanats Aalen, in: Evangelische Kirchenbauten im Dekanat Aalen. Hrsg.: Evangelischer Kirchenbezirk Aalen. Schwäbisch Gmünd 2016, S. 183–187.
  7. Heinz Bardua: Die kommunalen Wappen des Ostalbkreises. Ostalb-Einhorn 10 (1983), S. 75–88
  8. Heinz Bardua: Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg. Band 1: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.), Konrad Theiss Verlag Stuttgart, 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (158 Seiten)
  9. Klemens Stadler: Deutsche Wappen, Band 8: Die Gemeindewappen des Bundeslandes Baden-Württemberg. Bremen 1971, Angelsachsen-Verlag, S. 39
  10. Evangelischer Kirchenbezirk Aalen (Hrsg.): Evangelische Kirchenbauten im Dekanat Aalen. einhorn-Verlag, Schwäbisch Gmünd 2016, ISBN 978-3-95747-042-3, S. 54–57.
  11. Janine Butenuth, Karl Fiedler, Helmut F. Reichwald: „Es kumt ein Schiff geladen recht uf sin höchsten bort …“. Die spätgotischen Wandmalereien der Marienkapelle in Essingen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 34. Jg. 2005, Heft 4, S. 185–198 (PDF)
  12. Die Eichendorff-Plakette erhielten in Blätter des Schwäbischen Albvereins Heft 2/2001, S. 26
  13. eisenbahnfotograf.de: DB 362
  14. In Essingen wieder aussteigen, Gmünder Tagespost, Artikel vom 25. August 2014
  15. „Parkschule Essingen ist seit September 2012 Gemeinschaftsschule“ auf der Internetseite der Parkschule Essingen, abgerufen am 16. November 2012
  16. Lauterburg (Nähe Essingen), windparkwaldhausen.de, abgerufen 4. April 2011
  17. Frank Raberg: Biographisches Handbuch der württembergischen Landtagsabgeordneten 1815–1933. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 2001, ISBN 3-17-016604-2, S. 22.