Estérençuby

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Estérençuby
Ezterenzubi
Wappen von Estérençuby
Estérençuby (Frankreich)
Estérençuby
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Bayonne
Kanton Montagne Basque
Gemeindeverband Agglomération du Pays Basque
Koordinaten 43° 6′ N, 1° 12′ WKoordinaten: 43° 6′ N, 1° 12′ W
Höhe 219–1.347 m
Fläche 45,87 km2
Einwohner 354 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 8 Einw./km2
Postleitzahl 64220
INSEE-Code

Brücke über die Nive de Béhérobie in Esterençuby

Estérençuby ist eine französische Gemeinde mit 354 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Bayonne und zum Kanton Montagne Basque (bis 2015: Kanton Saint-Jean-Pied-de-Port).

Der Name in der baskischen Sprache lautet Ezterenzubi. Die Einwohner werden entsprechend Ezterenzubitar genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Estérençuby liegt ca. 60 km südöstlich von Bayonne in der Region Pays de Cize in der historischen Provinz Nieder-Navarra im französischen Teil des Baskenlands an der Grenze zur Autonomen Gemeinschaft und Provinz Navarra im Norden Spaniens.

Die höchste Erhebung im Gebiet der Gemeinde ist der Errozate (1347 m) unweit der spanischen Grenze.[2]

Umgeben wird Estérençuby von den Nachbargemeinden:

Aincille
Ahaxe-Alciette-Bascassan
Saint-Michel Nachbargemeinden Lecumberry
(Provinz Navarra)

Estérençuby liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Ein Nebenfluss des Adour, die Nive, hier Nive de Béhérobie genannt, durchströmt das Gemeindegebiet zusammen mit ihren Zuflüssen:

  • Ruisseau Apalimalda,
  • Iparraguerréko Erreka und seinem Zufluss
    • Toutapéko Erreka,
  • Ruisseau d’Orion,
  • Uharréko Erréka,
  • Azkondéguiko Erreka und seinem Zufluss
    • Teilleryko Erreka,
  • Ruisseau de Bihurry,
  • Ampro mit den Zuflüssen
    • Intzarrazquyko Erreka,
    • Ahuntzarryko Erreka,
    • Indabordako Erreka und
    • Harruskoriko Erréka,
  • Sassitako Erreka.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist am 11. Juni 1842 entstanden aus Teilen der umliegenden Gemeinden Ahaxe-Alciette-Bascassan, Aincille, Bustince-Iriberry, Çaro, Lecumberry, Mendive, Saint-Jean-le-Vieux und Saint-Michel.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Estérençuby

Das Wappen wurde 2012 von der Gemeinde übernommen und lässt sich nach Guy Ascarat, Heraldiker und Historiker, folgendermaßen interpretieren.

Es handelt sich hier um ein Wappen mit anschaulichen Figuren. Der baskische Name Ezterenzubi der Gemeinde lässt sich mit „Brücke über Schlucht“ übersetzen. Das schroffe Gebirge schmückt das ganze Tal. Die Sterne, Symbole des Lebens, erinnern an die vier Ortsteile Etchartea, Esterenguibel, Phagalcette und Behérobie.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl von fast 900 Einwohnern in der Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich die Zahl bei kurzen Wachstumsphasen bis heute um rund 60 % reduziert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2009 2014
Einwohner 530 503 512 457 427 382 382 358 354
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[5] INSEE ab 2009[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Notre-Dame
Innenraum der Pfarrkirche
  • Pfarrkirche, gewidmet Johannes dem Täufer und Maria, der Mutter Jesu. Die Inschrift auf dem Spitzbogen über der Eingangstür der Kirche zeigt die Jahreszahl 1866 und weist auf das Jahr der Errichtung des Gotteshauses hin. Die Initiative ging vom damaligen Pfarrer Bourbotte aus, wie eine weitere Inschrift auf einer Grabstele unter dem Vorbau verrät: „CI-GIT L’ABBE BOURBOTTE CURE D’ESTERENCUBY DE 1866 A 1885 MORT A L’AGE DE 47 ANS APRES AVOIR CONSTRUIT CETTE EGLISE“ (deutsch Hier ruht der Priester Bourbotte, Pfarrer von Esterençuby von 1866 bis 1885, gestorben mit 47 Jahren, nachdem er diese Kirche erbaut hatte). Die Kirche ersetzt an derselben Stelle ein früheres Gotteshaus, dessen Baudatum unbekannt ist, obwohl Schriften von 1828 es bereits erwähnten. Im 20. Jahrhundert erfolgte eine Restaurierung, die den Bau des Eingangsvorbaus und eines kleinen Anbaus an die Apsis einschloss. Ein Glockenturm mit schiefergedeckter Mauerverkleidung, vier Dachreitern und polygonalem Helm erhebt sich auf die schiefergedeckte Kirche im Westen. Nach Osten ist sie mit einer Apsis mit abgeschrägten Mauerflächen und polygonalem Krüppelwalmdach abgeschlossen. Die Wände des Langbaus mit einem Hauptschiff sind mit einem Mauerwerk aus Kalkstein und Sandstein verbaut und mit spitzbogenförmigen Fenstern versehen. Die Decke im Innern ist ein falsches spitzes Tonnengewölbe, die Chordecke ein falsches Kreuzrippengewölbe. Wie in baskischen Kirchen üblich, umgibt eine Empore, die traditionell den Männern während einer Messe vorbehalten ist, den Innenraum.[7][8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ossau-Iraty

Landwirtschaft und Dienstleistungen sind wichtige Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde. Estérençuby liegt in den Zonen AOC des Ossau-Iraty, eines traditionell hergestellten Schnittkäses aus Schafmilch, sowie der Schweinerasse und des Schinkens „Kintoa“.[9]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[10]
Gesamt = 42

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule.[11]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fernwanderweg GR 10 von Hendaye am Atlantik nach Banyuls-sur-Mer am Mittelmeer führt über 850 km entlang des Pyrenäenkamms und auf diesem Weg auch durch die Gemeinde.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Estérençuby ist erreichbar über die Routes départementales 301 und 428.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manex Etxamendi, geboren am 20. Mai 1873 in Estérençuby, gestorben am 28. April 1960, war Schriftsteller und Bürgermeister von Estérençuby.
  • Eñaut Etxamendi, geboren am 22. August 1935 in Estérençuby, ist Schriftsteller, Lehrer, Landwirt und Sänger.
  • Manex Goyhenetche, Manex Goihenetxe Etxamendi oder Jean Goyhenetche, geboren am 22. September 1942 in Estérençuby, gestorben am 2. Mai 2004 bei einem Unfall bei einer Wanderung in den Pyrenäen, war Lehrer, Historiker, Politiker, Schriftsteller und Mitglied der Königlichen Akademie der Baskischen Sprache.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Estérençuby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lieux - toponymie Ezterenzubi (Garazi) (fr) Königliche Akademie der Baskischen Sprache. Abgerufen am 20. Mai 2017.
  2. géoportail - Estérençuby (fr) Institut national de l’information géographique et forestière. Abgerufen am 20. Mai 2017.
  3. Ma commune : Estérençuby (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 20. Mai 2017.
  4. Guy Ascarat: Armorial Communes Basques (fr) Archiviert vom Original am 6. März 2016. Abgerufen am 20. Mai 2017.
  5. Notice Communale Estérençuby (fr) EHESS. Abgerufen am 20. Mai 2017.
  6. Populations légales 2014 Commune d’Estérençuby (64218) (fr) INSEE. Abgerufen am 20. Mai 2017.
  7. Conseil régional d’Aquitaine: Eglise Notre-Dame (fr) Visites en Aquitaine. Abgerufen am 20. Mai 2017.
  8. église paroissiale Notre-Dame (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 20. Mai 2017.
  9. Institut national de l’origine et de la qualité (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 20. Mai 2017.
  10. Caractéristiques des établissements en 2014 Commune d’Estérençuby (64218) (fr) INSEE. Abgerufen am 20. Mai 2017.
  11. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 20. Mai 2017.
  12. Der Pyrenäen-Wanderweg GR 10. Maison de la France. Abgerufen am 20. Mai 2017.