Estenfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Estenfeld
Estenfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Estenfeld hervorgehoben

Koordinaten: 49° 50′ N, 10° 0′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Würzburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Estenfeld
Höhe: 246 m ü. NHN
Fläche: 18,12 km2
Einwohner: 5239 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 289 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97230
Vorwahl: 09305
Kfz-Kennzeichen: , OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 130
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Untere Ritterstr. 6
97230 Estenfeld
Website: www.estenfeld.net
Bürgermeisterin: Rosalinde Schraud (CSU[2])
Lage der Gemeinde Estenfeld im Landkreis Würzburg
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Über dieses Bild

Estenfeld ist eine Gemeinde und eine Ortschaft im unterfränkischen Landkreis Würzburg und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Estenfeld. Das Dorf im Kürnachtal hat eine mehr als 1100-jährige Geschichte.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort Estenfeld fließt die Kürnach. Sie ist teilweise überbaut. Die Gebäude des Ortes konzentrieren sich im Wesentlichen auf das Kürnachtal und seine Hänge. Erst in neuerer Zeit reicht die Bebauung auch über das Tal hinaus. Der Altort hat eine Nord-Ost-Lage. Vorwiegende Windrichtung und Wetterseite ist Westen. Selten kommen Regen und Unwetter aus dem Osten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 3 Gemeindeteile:[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits während der Steinzeit war das Gemeindegebiet Siedlungsstätte, wie Grabungen auch in jüngster Zeit belegen. Erstmals findet Estenfeld im Jahr 844 als Espinaveld (später „Espenvelt“) urkundliche Erwähnung. Als Teil des Hochstiftes Würzburg (Mediat Kartause Würzburg), das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Estenfeld 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Pressburg (1805) an Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg übergeben, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Estenfeld gibt es eine katholische und eine evangelische Kirchengemeinde. Ortspatron ist der Heilige Mauritius, nach ihm sind auch die beiden katholischen Kirchen des Ortes benannt, die das Ortsbild prägen. Für die evangelische Gemeinde entstand ab 1964[4] die Kirche St. Markus. Bis in die Zeit des Nationalsozialismus gab es in Estenfeld auch jüdisches Leben, eine Gedenkstele am Platz der ehemaligen Synagoge erinnert an die jüdischen Mitbürger. Im Rahmen des Projektes Stolpersteine wurden vor ehemaligen Wohnhäusern deportierter Juden Gedenksteine auf dem Bürgersteig eingelassen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Mühlhausen auf eigenen Wunsch hin nach Estenfeld eingemeindet.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1950 bis 2000 stieg die Einwohnerzahl von 2121 auf 4849.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 70,8 % (2008: 64,0 %)
 %
50
40
30
20
10
0
43,8 %
39,5 %
16,7 %

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis April 2020 bestand der Gemeinderat aus 16 Mitgliedern (zuzüglich Bürgermeisterin). Durch das Überschreiten der 5000-Einwohner-Grenze waren bei der der Kommunalwahl am 15. März 2020 nun 20 Ratsmitglieder zu wählen. Aufgrund des Ergebnisses haben sich im Gemeinderat folgende Fraktionen gebildet:[7]

Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2014 Rosalinde Schraud (CSU), die am 16. März 2014 mit 50,8 % der gültigen Stimmen gewählt wurde und damit Michael Weber (2002 bis 2014) ablöste. Schraud wurde am 15. März 2020 mit 52,2 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Estenfeld
Blasonierung: „In Rot drei zwei zu eins gestellte gekrönte silberne Löwenköpfe.“[8]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juodupé, Obeliai und Pandėlys, drei Gemeinden um die Kleinstadt Rokiškis, Distrikt Panevėžys, Litauen, sind seit 2004 Partnergemeinden von Estenfeld.[9]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der überregionalen Entwicklungsachse WürzburgSchweinfurt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Estenfeld liegt direkt an der Bundesautobahn 7 (Anschlussstelle 101 – Würzburg / Estenfeld) sowie an der Bundesstraße 19. Diese verläuft unter Umgehung der Orte Estenfeld und Kürnach. Bis ins Jahr 1986 führte die B 19 allerdings durch den Ort Estenfeld.

Durch den mittlerweile fertiggestellten Neubau des IKEA-Möbelmarktes ist eine merkliche Erhöhung des Verkehrsaufkommens in Estenfeld selbst nicht zu verzeichnen.

Bildung und Kinderbetreuung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2018):

  • Zwei Kindergärten
  • Eine Kinderkrippe
  • Eine Grundschule
  • Eine Mittelschule

Sport- und Freizeitangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Barth, Geistlicher Rat, erster Ehrenbürger der Gemeinde; unter seiner Leitung wurde 1914–1924 die neue Pfarrkirche auf dem Point gebaut.
  • Emil Messelberger, Bürgermeister von 1959 bis 1973 (SPD)
  • Christian Will (* 1927; † 2019), Politiker (CSU)
  • Ignaz Schneider (* 21. Juli 1929), Bürgermeister vom 20. Juli 1973 bis 30. April 1996[11]
  • Karl Wenzel (* 1931 in Heigenbrücken), Monsignore, 1974–2003 Ortspfarrer

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Estenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Grußwort der Bürgermeisterin. Gemeinde Estenfeld, abgerufen am 27. Juni 2020.
  3. Gemeinde Estenfeld in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 10. Juli 2020.
  4. Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Estenfeld: Website (mit PDF-Dateien zur Geschichte der Gemeinde).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 756.
  6. Horst-Günter Wagner: Die Stadtentwicklung Würzburgs 1814–2000. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 396–426 und 1298–1302, hier: S. 425.
  7. Gemeinderat Estenfeld, abgerufen am 10. Juli 2020
  8. Eintrag zum Wappen von Estenfeld in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 8. September 2017.
  9. Partnergemeinden von Estenfeld
  10. Website: Saunagarten@1@2Vorlage:Toter Link/www.saunagarten.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. .
  11. Kurzbiographie der Gemeinde@1@2Vorlage:Toter Link/www.estenfeld.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.