Ester Peterson

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Ester Peterson (* 16. Juli 1866 in Holkaberg (heute Teil der Gemeinde Ödeshög), Östergötland, Schweden; † 1960) war eine schwedische evangelisch-lutherische Missionarin und die erste Missionarin der Leipziger Mission.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ester Peterson wurde auf Anraten der schwedischen Missionsgesellschaft in den Dienst der Mission unter den Tamilen berufen. Ihre Ausstattung und ihr Aufenthalt wurden komplett von der schwedischen Missionsgesellschaft getragen. Sie war die erste aus Leipzig gesandte Missionarin und leitete die Mädchenschule in Madurai in Südindien: So vermittelte sie indischen Frauen Bibelwissen, damit diese dann wiederum andere Frauen unterrichten konnten.

1897 ging sie nach Coimbatore, 1901 wurde sie erneut nach Madurai versetzt. Ab 1907 wirkte sie drei Jahre in Pattukkottai – dort verstärkt in der Senanamission, der Missionsarbeit in den Gemächern indischer Frauen –, danach in Tirupatur. Im Laufe der Zeit wurde Ester Peterson stärker als Missionarin der schwedischen Diözese wahrgenommen.

1926 trat sie nach 36 Jahren Dienst in den Ruhestand und arbeitete weiter in der Senanamission in Madurai sowie nach einem Aufenthalt in Schweden in Trichinopoly (Tiruchirappalli) tätig.

Laut einer Quelle kehrte Peterson 1932 in ihre schwedische Heimat zurück. Laut anderer Quelle erwarb sie nach ihrem Ruhestand das Frieda Cottage in Kodaikanal und einen weiteren Bungalow in Thirupathur, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1960 lebte.[1][2][3]

Würdigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1940 veranstaltete die Leipziger Mission eine Feierstunde anlässlich von 50 Jahren Frauenmission. In einem Glückwunschschreiben an Ester Peterson hieß es:
„Wir haben von den Sorgen gehört, mit denen man damals an die Sache heranging. Wir haben uns aber auch dessen gefreut, daß Gott der Herr sich zu dem Schritt bekannt hat und Ihnen eine so lange Wirksamkeit in Indien schenkte. (…) Sie konnten sehen, wie aus dem kleinen Anfang eine große Arbeit sich entwickelt hat. Wir könnten jetzt doch die Frauenmissionsarbeit gar nicht entbehren, ja nicht einmal mehr hinwegdenken.“
  • Im September 2015 veranstaltete das Leipziger Missionswerk zum Thema „Grenzgängerinnen – Frauen mit einer Mission“ das Seminar „Es begann mit Ester Peterson – Frauen im Dienst der Leipziger Mission“. Damit würdigte es Ester Peterson, die 1890, also 125 Jahre zuvor, als erste Frau überhaupt im Missionsdienst unterwegs war.[4][5]

Publikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ester Peterson: Besuche in Frauengemächern in Madura. Aus dem Schwedischen übersetzt. 21 Seiten, Reihe Indische Lotosblumen Nr. 1, Verlag der Ev.-luth. Mission, Leipzig 1899
  • Publikationen in Schwedisch:
    • Bland kvinnor och barn i Indien (= Unter Frauen und Kindern in Indien).
    • Fångenskap och frihet – en skildring från Indien (= Gefangenschaft und Freiheit – eine Darstellung aus Indien).
    • Några drag ur Zenanaverksamheten i Madura – Våra svenska kvinnor tillegnad af Ester P.
    • Oxpojken Manikam och springoxen Völlappen.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mirjam Marquard: Fräulein Peterson aus Schweden – Vor 125 Jahren ging sie als erste Missionarin der Leipziger Mission nach Indien. Druckseite 7, PDF
  2. http://14.139.186.108/jspui/bitstream/123456789/30084/6/4chapter%204.pdf, PDF ab Seite 96, Text in Englisch
  3. https://www.leipziger-missionswerk.de/ueber-uns/unsere-mitarbeitenden/detail-mitarbeiter.html
  4. https://www.landesfrauenrat-sachsen.de/wp-content/uploads/2015/02/2015-Frauenmahle.pdf
  5. https://slub.qucosa.de/api/qucosa%3A35787/attachment/ATT-0/
  6. https://viaf.org/viaf/19657483/