Estorf (Landkreis Stade)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Estorf
Estorf (Landkreis Stade)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Estorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 35′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Stade
Samtgemeinde: Oldendorf-Himmelpforten
Höhe: 12 m ü. NHN
Fläche: 29,42 km2
Einwohner: 1428 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21727
Vorwahl: 04140
Kfz-Kennzeichen: STD
Gemeindeschlüssel: 03 3 59 016
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Mittelweg 2
21709 Himmelpforten
Webpräsenz: www.oldendorf-
himmelpforten.de
Bürgermeister: Hans-Werner Hinck (BG Estorf)
Lage der Gemeinde Estorf im Landkreis Stade
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Estorf (plattdeutsch Esdörp) ist eine niedersächsische Gemeinde im Landkreis Stade. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Himmelpforten hat.

Sie besteht aus den Ortsteilen Estorf, Gräpel und Behrste.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Westen des Landkreises Stade an der Oste. Im Norden grenzt sie an die Gemeinde Kranenburg bzw. an den darin gelegenen Ort Brobergen. Im Osten liegt die Gemeinde Oldendorf.

Im Süden und Westen liegen die Orte Elmerheide, Elm, Nieder Ochtenhausen, Ottendorf und Ostendorf, die zu Bremervörde gehören. Bei Ostendorf reicht die Gemeinde als einziges Gebiet im Landkreis neben einem Teil Brobergens auf das linke Ufer der Oste.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einem der größten Stackbuschhäfen Europas bot Gräpel bis weit in die 1960er Jahre regional ansässigen Binnenschiffern einen Überwinterungsplatz. Der örtliche Schifferverein pflegt das Andenken an die Tage, als Ewer und Binnenschiffe noch die Versorgung der Region übernahmen. Auch heute leben noch einige Binnenschiffkapitäne im Ort.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemals eigenständigen Gemeinden Gräpel und Behrste wurden am 1. Juli 1972 im Zuge der Gemeindereform in Niedersachsen mit der Gemeinde Estorf zusammengelegt.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011 2015
Einwohner 1475 1297 1282 1336 1456 1508 1486 1445 1454 1430 1420 1428

(1961: am 6. Juni, 1970: am 27. Mai, jeweils Volkszählungsergebnisse einschließlich Behrste und Gräpel[2]; ab 1987 jeweils am 31. Dezember[3])

Ort 1961 1970 2002
Behrste 207 183 167
Estorf 671 589 657
Gräpel 597 525 684

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Estorf besteht aus elf Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1001 und 2000 Einwohnern.[4] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[5]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
BG Estorf 100 % 11

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 68,97 %[5] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[6]

Vorherige Wahlergebnisse
Partei 2001 2006 2011
Freie Wählergemeinschaft 8 Sitze 9 Sitze 9 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Hans-Werner Hinck (BG Estorf) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. September 1973 vom Gemeinderat beschlossen und am 17. Dezember 1973 vom Landkreis Stade genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Grün und Silber; vorn ein silberner, schrägrechts geneigter abgehauener Baumstamm mit je zwei Aststümpfen an jeder Seite, hinten ein grüner Grapen mit drei silbernen Bändern, darüber zwei gekreuzte, auswärts schauende, grüne Pferdeköpfe.“

Das rechte Feld zeigt das Wappen der ehemaligen Herren von Estorf, das von der Gemeinde Estorf auch bisher schon als Wappen geführt worden ist. Der Grapen bezieht sich als redendes Symbol auf die zu Estorf gekommene ehemalige Gemeinde Gräpel, die dieses Zeichen in anderen Farben ebenfalls schon als Wappenbild gezeigt hat. Die gekreuzten Pferdeköpfe stehen für die ehemalige Gemeinde Behrste, die noch heute größtenteils aus alten, strohgedeckten niedersächsischen Bauernhäusern besteht.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gräpel liegt direkt an der Oste und ist ein häufiges Reiseziel von Radwanderern und Anglern. Auch Vatertagstouren zum Gräpler Gasthof Plate direkt am Osteufer sind sehr beliebt. Dort findet zum Abschluss des Vatertags eine Feier mit je nach Witterung bis zu mehreren Tausend Beteiligten statt. Am Gasthof befindet sich auch die vom Gastwirt handbetriebene Prahmfähre über die Oste, die Teil der Deutschen Fährstraße ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die handbetriebene Prahmfähre über die Oste

Durch die Gemeinde verläuft die Kreisstraße 114, die bei Himmelpforten Anschluss an die Bundesstraße 73 Richtung Stade und Hamburg und bei Elm Anschluss an die Bundesstraße 74 nach Bremervörde hat. Von Gräpel aus führt die Kreisstraße 82 Richtung Brobergen. Verkehr mit der linken Seite der Oste ist nur sporadisch im Sommer über die kleine Gräpler Prahmfähre möglich oder über die feste Ostebrücke in Bremervörde.

Langfristig ist der Bau der Bundesautobahn 22 an Estorf vorbei geplant.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Estorf besteht eine Grundschule. Weiterführende Schulen sind das Schulzentrum Oldendorf für Haupt- und Realschule sowie das Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade und das Gymnasium Bremervörde. Die frühere Zweigstelle der Grundschule in Gräpel wurde aufgegeben und beherbergt heute einen Kindergarten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Holst: Grupilinga und die Töchter, die Geschichte der Gemeinde Estorf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Estorf (Landkreis Stade) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 246.
  3. LSKN-Online
  4. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 4. April 2017.
  5. a b Gemeinde Estorf – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 4. April 2017.
  6. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 4. April 2017.
  7. Rat – Gemeinderat Estorf, abgerufen am 4. April 2017.
  8. Wappenangaben auf der Internetseite der Samtgemeinde