Eterna (Plattenlabel)

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Friesenlied, Walter Jenson mit seinem Orchester, Berlin 1952

Eterna war ein Plattenlabel des staatlichen DDR-Tonträgerproduzenten VEB Deutsche Schallplatten Berlin für klassische Musik, Opern, Operetten, politische Lieder (Arbeiterlieder) sowie Volkslieder, Jazz und Kirchenmusik.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Label wurde von der Lied der Zeit Schallplatten-Gesellschaft mbH gegründet, die 1947 als Unternehmen des Sängers Ernst Busch entstand. Aus dieser Gesellschaft wurde nach der Enteignung von Ernst Busch 1953 der volkseigene Betrieb VEB Deutsche Schallplatten gebildet.

Für die zeitgenössische ernste Musik wurde später eine Tochtergesellschaft mit dem Label Nova gegründet. Für literarische Texte, Lesungen, Theater und Hörspiele sowie politische Dokumentationen entstand um 1963 das neue Label Litera. Neben Schallplatten wurden auch Musikkassetten produziert, jedoch wegen der hohen Umstellungs- und Produktionskosten keine CDs. Eterna-CDs wurden von der Prager Supraphon hergestellt.

Mit den großen DDR-Orchestern und den Dirigenten Herbert Blomstedt, Herbert Kegel, Rudolf Kempe, Kurt Masur, Václav Neumann, Otmar Suitner, Peter Schreier und anderen sowie den Virtuosen Ludwig Güttler, Karl Suske u. a. konnten herausragende Produktionen aufgenommen werden. 1977 veröffentlichte Eterna das Gesamtwerk von Ludwig van Beethoven auf 116 Langspielplatten. Daneben entstanden auch Aufnahmen mit westlichen Künstlern wie den Dirigenten Herbert von Karajan, Wolfgang Sawallisch und Colin Davis. Gesamtverantwortung für Repertoireplanung, Künstler und Budget hatte von 1954 bis 1972 GMD Dieter-Gerhardt Worm, späterer langjähriger Chefdirigent der Robert-Schumann-Philharmonie Karl-Marx-Stadt bzw. Chemnitz.

Die Schallplattenpreise waren staatlich festgelegt. Platten des Labels Nova kosteten 10,10 Mark der DDR, Litera- und Eterna-Platten 12,10 Mark. Die Produktionen klassischer und Neuer Musik wurden durch die höheren Erlöse der populären Produktionen auf dem Label Amiga (Verkaufspreis zumeist 16,10 Mark) subventioniert.

Im Westen wurden die Aufnahmen des Eterna-Labels von den großen Schallplattenfirmen wie Deutsche Grammophon, Ariola Eurodisc, Philips und EMI vertrieben.

Die Klassikaufnahmen des Labels Eterna gehören heute unter Schallplattensammlern zu den klanglich und interpretatorisch besten Aufnahmen und sind teilweise sehr gesucht, so z. B. die Gesamtaufnahme der Oper Die Kluge von Carl Orff unter dem Dirigat von Herbert Kegel, die Mahler-Symphonien unter Václav Neumann, das Orchesterwerk von Richard Strauss unter Rudolf Kempe sowie fast alle Kammermusikaufnahmen des Violinisten Karl Suske u. a.

Sublabels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sublabels waren u. a. Bachs Orgelwerke auf Silbermannorgeln, Die schöne Stimme, Die Welt der Oper, ETERNA Edition und Stimmen der Vögel Mitteleuropas. Eterna übernahm auch den Vertrieb von Aufnahmen des sowjetischen Melodija-Labels (МЕЛОДИЯ ETERNA).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernd Meyer-Rähnitz, Frank Oehme, Joachim Schütte: Die „Ewige Freundin“ – Eterna und Amiga; Die Discographie der Schellackplatten (1947–1961), Albis International Bibliophilen-Verlag, Dresden-Ústí 2006, ISBN 80-86971-10-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]