EtherNet/IP

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EtherNet/IP
Familie: Internetprotokollfamilie
Einsatzgebiet: Automatisierungstechnik
Port: 2222/UDP 44818/TCP
EtherNet/IP im TCP/IP-Protokollstapel:
Anwendung EtherNet/IP
Transport UDP TCP
Internet IP (IPv4, IPv6)
Netzzugang Ethernet Token
Bus
Token
Ring
FDDI

EtherNet/IP (EtherNet Industrial Protocol, oft auch nur EIP genannt) ist ein Echtzeit-Ethernet, welches hauptsächlich in der Automatisierungstechnik verwendet wird. EtherNet/IP wurde von Allen-Bradley (gehört zu Rockwell Automation) entwickelt und später als offener Standard an die Open DeviceNet Vendor Association (ODVA) übergeben.[1] 1998 wurde von einem Arbeitskreis der ControlNet International ein Verfahren entworfen, um das bereits veröffentlichte Applikationsprotokoll Common Industrial Protocol auf Ethernet zu setzen. Auf diesem Verfahren basierend wurde im März 2000 EtherNet/IP als offener Industriestandard veröffentlicht. Daran waren die ControlNet International (CI), die Open DeviceNet Vendor Association (ODVA) sowie die Industrial Ethernet Association (IEA) beteiligt.

Neben Profinet und Modbus/TCP ist EtherNet/IP ein derzeit verbreiteter Ethernet basierter Feldbus. Seit 2002 wurden bis 2006 über eine Million Feldgeräte verkauft. Derzeit unterstützen rund 150 Hersteller innerhalb der ODVA das Busprotokoll.

Basierend auf den grundlegenden TCP/IP-Protokollen TCP und UDP unterstützt EtherNet/IP die Durchgängigkeit zwischen Officenetzwerk und der zu steuernden Anlage.[2] EtherNet/IP Endgeräte unterstützen DHCP und BootP bei der Vergabe der IP-Adresse. Zur Inbetriebnahmeunterstützung (Diagnose) von EtherNet/IP-Netzen kann der im Interfacemodul der SPS-Steuerung integrierten Webserver benutzt werden, oder die in anderen EtherNet/IP-Geräten enthaltenen Webserver.

Hinsichtlich der zeitlichen Korrektheit spricht man von EtherNet/IP von einem Soft-Realtime-System. Im Gegensatz zu "harter" Echtzeit, also echten Garantien bzgl. der maximalen Ausführungszeit, wird hier nur angestrebt, dass das System typischerweise schnell genug die Daten im Netzwerk verteilt. Die Zykluszeit liegen dabei im Bereich von einer bis einigen hundert Millisekunden, was für sehr viele industrielle Anforderungen ausreichend ist. Mit den Erweiterungen CIPSync und CIPMotion wurde eine Zeitsynchronisation gem. IEEE1588 hinzugefügt, die zusätzlich eine präzise globale Taktung der Teilnehmer bis in den Sub-Mikrosekundebereich ermöglicht, und so zum Beispiel eine verteilte synchrone Ansteuerung von Servo-Motoren erlaubt.

Für Anwendungen in der Prozessindustrie kann Ethernet/IP auf über Ethernet APL eingesetzt werden.

Eine quelloffene Implementierung des EtherNet/IP Stacks namens OpENer findet sich auf GitHub.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EtherNet/IP: Standardisierung Seite 4. Abgerufen am 27. September 2018.
  2. EtherNet/IP: Grundlegende Protokollfolge. Abgerufen am 27. September 2018.