Ethnografisches Museum Ankara

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Ethnografisches Museum Ankara mit Reiterstandbild Kemal Atatürk
Gedenkstätte zum ehemaligen Aufbewahrungsort (1938–1953) des Sarkophags Kemal Atatürks

Das Ethnografische Museum Ankara (türkisch Ankara Etnoğrafya Müzesi) ist ein 1930 eröffnetes Volkskundemuseum für türkische Kultur in Ankara.

Museumsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude wurde von dem Architekten Arif Hikmet Koyunoğlu entworfen und zwischen 1925 und 1928 auf dem Namazgah-Hügel (Namazgâh Tepesi) gebaut.[1] Der Grundriss ist rechteckig mit einer zentralen überkuppelten Rotunde. Das Museumsgebäude befindet sich in Gündoğdu, Altındağ, und wurde am 18. Juli 1930[2] mit 1250 bis dahin erworbenen Ausstellungsobjekten, die einen Zeitraum seit dem 12. Jahrhundert umfassen, eröffnet. Erster Direktor wurde am 1. Juni 1927 Hâmit Zübeyir Koşay. Vor dem Museum befindet sich ein 1927 aufgestelltes Bronzereiterstandbild Atatürks des italienischen Bildhauers Pietro Canonica.

Aufbewahrungstätte Kemal Atatürks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Sonderstellung erhielt das Museum nach dem Tod des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk am 10. November 1938, als seine Gebeine von Istanbul nach Ankara überführt wurden. In Ankara fand ein Staatsbegräbnis[3] statt und Atatürks Marmor-Sarkophag wurde im Innenhof des Museums aufgebahrt, wo er 15 Jahre bis zur Überführung in das eigens gebaute Mausoleum Anıtkabir 1953 verblieb.[4] In dieser Zeit fanden dort Staatsempfänge ausländischer Delegationen statt und der Sarkophag im Museum wurde als Nationalsymbol zu einem beliebten Besuchsort in Ankara.

Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sammlung und Ausstellungen konzentrieren sich auf die türkische Volkskunst mit Keramiken, Holzarbeiten, historischen Waffen und Rüstungsgegenständen, Gebrauchsgegenständen, Webkunst und Teppichen mit Schwerpunkt der letzten 500 Jahre. Zu besichtigen ist die Nachbildung einer typischen Wohneinrichtung aus dem 17. Jahrhundert. Zu den älteren Kunstschätzen gehört u. a. ein hölzerner Thron des seldschukischen Sultans Kai Chosrau III. aus dem 13. Jahrhundert.

Im Jahr 2012 wurde dem Museum eine angeblich 1500 Jahre alte aramäische Handschrift einer neutestamentlichen Apokryphe (Barnabasevangelium)[5][6] übereignet, deren Alter und Authentizität jedoch fragwürdig ist.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ahmet Temir, Kōgi Kudara, Klaus Röhrborn: Die alttürkischen Abitaki-Fragmente des Etnografya Müzesi, Ankara. In: Turcica. 16, 1984, ISSN 0082-6847, S. 13–28.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Turkish Architecture Museum Database: Arif Hikmet Koyunoğlu (Memento des Originals vom 27. Juli 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mimarlikmuzesi.org
  2. http://www.etnografyamuzesi.gov.tr/en/
  3. Ankara’da Meclis önünde Katafalkta (20 Kasim 1938). (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 27. Januar 2013; abgerufen am 17. Juni 2013 (türkisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.k-ataturk.com
  4. Atatürk’ün Naasinin Anitkabir’e Nakli. Atatürk Devrimleri, abgerufen am 17. Juni 2013 (türkisch).
  5. Boris Kalnoky: Kommentar: Die wahre Muslim-Bibel. In: welt.de. 25. Februar 2012, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  6. 1500-year-old gospel kept in Ankara excites Vatican, report claims. In: Today’s Zaman vom 23. Februar 2012 (Memento des Originals vom 29. Mai 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.todayszaman.com, englisch mit einer Abbildung, abgerufen am 13. Juni 2013.
  7. Michael Caspar: Wirbel um gefälschtes Barnabasevangelium.

Koordinaten: 39° 55′ 57,6″ N, 32° 51′ 17,6″ O