Ethylamin

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Strukturformel
Struktur von Ethylamin
Allgemeines
Name Ethylamin
Andere Namen
  • Monoethylamin
  • Ethamid
  • Ethanamin
  • Aminoethan
  • R631
Summenformel C2H7N
CAS-Nummer 75-04-7
PubChem 6341
Kurzbeschreibung

farbloses Gas mit Amingeruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 45,08 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

2,162 g·m−3(0 °C, 1013 mbar)
0,6867 kg·l−1 (flüssig am Siedepunkt)[1]

Schmelzpunkt

−81 °C[1]

Siedepunkt

16,6 °C[1]

Dampfdruck

0,11 MPa bei 20 °C[1]

pKs-Wert

10,75 (25 °C)[2]

Löslichkeit

mischbar mit Wasser[1]

Brechungsindex

1,3663[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[1]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 220​‐​280​‐​332​‐​319​‐​335
P: 210​‐​261​‐​305+351+338​‐​410+403 [1]
MAK
  • DFG: 9,4 mg·m−3 oder 5 ppm[1]
  • Schweiz: 5 ml·m−3 bzw. 9 mg·m−3[4]
Toxikologische Daten

400 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−47,5 kJ/mol[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Ethylamin oder auch Ethanamin ist ein Aminoderivat des Ethans. Es besitzt die Konstitutionsformel CH3–CH2–NH2 und gehört zur Stoffklasse der Amine, genauer der primären Amine. Zuerst wurde es von Charles Adolphe Wurtz synthetisiert.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ethylamin gehört zur Gruppe der niederen aliphatischen Amine, die stark basische Derivate des Ammoniaks sind. Es ist bei Normaltemperatur ein hochentzündliches farbloses bis gelbliches Gas mit aminartigem Geruch. Es hat eine kritische Temperatur von 183,4 °C, einen kritischen Druck von 56,3 bar, eine kritische Dichte von 0,2483 g/cm3 und eine Tripelpunkt-Temperatur von −81 °C.[1]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es findet in der chemischen Industrie als Zwischenprodukt zur Herstellung anderer chemischer Verbindungen weite Verwendung. So wird es unter anderem zur Herstellung von Arzneimitteln, Farbstoffen und Lacken, Kunststoffen und Lösungsmitteln, sowie als technischer Hilfsstoff und als Zusatzstoff in Treibstoffen und Ölen eingesetzt.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dämpfe von Ethylamin können mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch (Flammpunkt ca. −49 °C, Zündtemperatur 385 °C) bilden.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l Eintrag zu Ethylamin in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Eller, Karsten; Henkes, Erhard; Rossbacher, Roland; Höke, Hartmut: Amines, Aliphatic. In: Ullmann's Encyclopedia of Industrial Chemistry. Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, 2000, ISBN 978-3-527-30673-2, doi:10.1002/14356007.a02_001.
  3. Eintrag zu Ethylamine im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA): Grenzwerte am Arbeitsplatz 2015 – MAK-Werte, BAT-Werte, Grenzwerte für physikalische Einwirkungen, abgerufen am 2. November 2015.
  5. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-23.