Ethylen-Vinylacetat-Copolymer

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Strukturformel
Strukturformel von Ethylen-Vinylacetat
Allgemeines
Name Ethylen-Vinylacetat-Copolymer
Andere Namen
  • Poly(ethylen-co-vinylacetat)
  • Ethylvinylacetat
  • Ethylenvinylacetat
  • PEVA
  • E/VAC
CAS-Nummer 24937-78-8
Monomere/Teilstrukturen
PubChem 32742
Eigenschaften
Aggregatzustand

fest

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (Kurzzeichen EVAC, früher auch EVA)[2] sind aus Ethylen und Vinylacetat hergestellte Copolymere.

Chemische und physikalische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

EVAC ist als Granulat, wässrige Dispersion, Pulver, aber auch als Folienmaterial erhältlich. Der Kunststoff hat eine hohe Wärme- und gute Alterungsbeständigkeit.

Herstellung und Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verfahren zur Herstellung von EVAC entspricht weitgehend dem zur Herstellung von PE-LD. Die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten können jedoch stark mit dem Anteil an copolymerisiertem Vinylacetat variiert werden. Vinylacetat-Anteile bis 7 % werden fast ausschließlich zur Eigenschaftsverbesserung (insbesondere Erhöhung der Bruchdehnung) von Folien eingesetzt. Etwa die Hälfte der EVAC-Produktion entfällt hierauf.

EVAC mit einem Vinylacetat-Anteil von 7 bis 18 % wird oft auch als ausschließliches Material für Spezialanwendungen eingesetzt. Beispiele sind kälteunempfindliche herausziehbare Ausgießer von Kanistern, Folien für Landwirtschaft und Gartenbau, Einschweißfolien (Bürobedarf, Solarmodule), Duschvorhänge, Fußbodenbeläge, Dachbahnen und Elektro-Kabel.

Die darüberhinausgehende Klasse von EVAC mit bis zu 28 % Vinylacetat wird überwiegend als Schmelzklebstoff verwendet, der wiederum bei sehr hochwertigem Tuft-Teppich oder Nadelvliesstoffen zur Fasereinbindung oder bei der Buchherstellung zur Klebebindung eingesetzt werden kann.

Bei Vinylacetat-Anteil über 30 bis hin zu 90 % entsteht ein kautschukähnliches Elastomer. Es wird vorwiegend für Schuhsohlen oder als Polyblend zusammen mit anderen Elastomeren verwendet.

In der Photovoltaik werden Solarzellen in EVAC eingebettet. Hierbei wird das in Folien eingesetzte EVAC bei Temperaturen um ca. 150 °C aufgeschmolzen, wird glasklar und vernetzt dreidimensional. Nach dem Abkühlen liegt so ein dauerhafter Verbund vor, der die Zellen vor Umwelteinflüssen schützt.

EVAC-Micropellets werden in manchen kosmetischen Peelings verwendet.[3]

Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der europäische Markt für EVAC hat derzeit (2007) eine Kapazität von ca. 600.000 t. Der weltweit größte Teilmarkt ist mit knapp 400.000 t pro Jahr der für Produkte mit einem Vinylacetat-Anteil von weniger als 18 %. Dazu werden knapp 200.000 t EVM-Produkte jährlich in Europa produziert. Die EVM-Mengen in Asien für die dortige Schuhindustrie sind jedoch noch deutlich größer. Die größten Anbieter sind in der Reihenfolge ihres Marktanteiles ExxonMobil, Versalis, Arkema, Repsol, DuPont und Total.

Einige Handelsnamen sind Greenflex, Levapren, Evatane, Elvax, Ultrathene (US), Miravithen, Phylon, Evasky.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. Compendium of Polymer Terminology and Nomenclature, IUPAC Recommendations, RSC Publishing, Cambridge, 2008, S. 403f.
  3. BUND-Einkaufsratgeber: Mikroplastik – die unsichtbare Gefahr