Etruskischer Kammhelm

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Etruskischer Kammhelm
Museo guarnacci, tomba del guerriero di poggio alle croci, elmo crestato 01.JPG

Kammhelm aus dem Kriegergrab von Poggio alle Croci (Museo Guarnacci, Volterra)
Angaben
Waffenart: Schutzwaffe
Bezeichnungen: Etruskischer Kammhelm
Verwendung: Helm
Einsatzzeit: etwa 1000–600 v. Chr., Villanovakultur, auch früher
Ursprungsregion/
Urheber:
Italien, Waffenschmiede
Verbreitung: vorwiegend Italien
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Der Etruskische Kammhelm ist eine Schutzwaffe aus dem früheisenzeitlichen Italien. Der früheste Fund wurde auf dem Pass Lueg entlang eines Altweges gemacht, wo der Hortfund von jemandem im 13. bis 12. Jh. v. Chr. deponiert wurde, der dort wohl die Alpen überquerte. Ähnliche Einzelfunde gab es in Slowenien, in Venetien, in Raetia und insbesondere natürlich in Italien.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Etruskischer Kammhelm besteht in der Regel aus Bronze. Die Helmglocke ist halbkugelförmig gearbeitet. Auf der Scheitellinie ist ein auffälliger, dreieckiger Kamm angebracht, der aus Bronzeblech besteht und hohl gearbeitet ist. Der Kamm ist mit mehreren Zierknöpfen dekoriert und mit der Helmglocke vernietet. Auf der Helmvorder- und -rückseite sind unmittelbar vor und hinter dem Kamm Bleche angebracht, auf denen jeweils drei Bronzebolzen (sogenannte „Falsche Nieten“) angebracht sind. Helme dieser Art wurden auch als Abdeckung für Bestattungsurnen benutzt, die in ihrer Form als Vorbild der späteren Pommerellischen Gesichtsurnen aufzufassen sind, allerdings ohne die etruskischen Helmformen als Deckel. Die Form des Kammes konnte variieren und wird mit einem Federbusch bestückt rekonstruiert. Während der frühen griechischen Antike verschwindet die Helmform wieder und wird durch keltische und römische Helmformen ersetzt.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vorstand des Deutschen Archäologen-Verbandes e. V., Archäologisches Seminar der Universität Mannheim (Hrsg.): Die Aufnahme Fremder Kultureinflüsse in Etrurien und das Problem des Retardierens in der Etruskischen Kunst (= Schriften des Deutschen Archäologen-Verbandes. Bd. 5, ZDB-ID 518788-6). Referate vom Symposion des Deutschen Archäologen-Verbandes, Mannheim, 8.–10. Februar 1980. Deutscher Archäologenverband c/o Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Mannheim 1981, S. 41, 43.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hugh O’Neill Hencken: The earliest European helmets. Bronze Age and early Iron Age (= American School of Prehistoric Research. Bulletin 28, ZDB-ID 223123-2). Peabody Museum, Cambridge MA 1971, S. 99.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]