Ettelbrück

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ettelbrück
Wappen Karte
Wappen von Ettelbrück Lage von Ettelbrück im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Blick auf die Innenstadt vom Nuck
Blick auf die Innenstadt vom Nuck
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 51′ N, 6° 6′ OKoordinaten: 49° 50′ 44″ N, 6° 6′ 3″ O
Kanton: Diekirch
Einwohner: 8833 (1. Januar 2017)[1]
Fläche: 15,2 km²
Bevölkerungsdichte: 581,9 Einw./km²
Postleitzahl: 9001-9098
Gemeindenummer: 00002007
Website: www.ettelbruck.lu
Politik
Bürgermeister: Jean-Paul Schaaf (CSV)
Wahlsystem: Proporzwahl

Ettelbrück (luxemburgisch Ettelbréck, französisch Ettelbruck) ist eine Stadt und eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg. Sie ist die größte Gemeinde im Kanton Diekirch mit 8833 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017). Zusammen mit den Gemeinden Bettendorf, Colmar-Berg, Diekirch, Erpeldingen und Schieren bildet Ettelbrück den Kern der Nordstad. Diese Region gilt neben den Städten Luxemburg und Esch an der Alzette als dritter Entwicklungspol des Großherzogtums. Bei Ettelbrück fließen die Flüsse Alzette, Sauer und Wark zusammen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Norden des Großherzogtums im Ösling. Die Landesgrenze ist in Richtung Frankreich, Deutschland und Belgien rund 20 Minuten entfernt. Ettelbrück bildet mit den Städten Bettendorf, Colmar-Berg, Diekirch, Erpeldingen und Schieren den Kern der Nordstad.

Karten von Ettelbruek und Umgebung
Karten von Ettelbruek und Umgebung

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtbild wird geprägt durch das Alzette-Tal, in dem die Innenstadt liegt. Umrundet wird die Stadt von den Hügeln Haard, Kneppchen, Lopert und Nuck.

Ettelbrück lässt sich in fünf Quartiere aufgliedern : Deich, Garer Quartier, Lopert, Warken und Zentrum.

Das Zentrum liegt in der Talsenke der Alzette und beinhaltet u. a. viele Geschäfte, die Fußgängerzone, die Grundschule und das Rathaus. Deich ist der industrielle Teil der Stadt; dort befindet sich auch das Stadion und der Sportkomplex. Das Garer Quartier ist das Bahnhofsviertel. Warken ist eine fast ausschließliche Wohngegend. Der Lopert ist der einzige Stadtteil, der nicht im Tal liegt, sondern auf dem gleichnamigen Hügel errichtet wurde. Es ist bis auf wenige Händler an der N15 ein Wohnviertel.

Mit den Ortschaften Schieren, Erpeldingen, Ingeldorf und Feulen, die Ettelbrück umringen, bildet Ettelbrück ein Zentrum des Luxemburger Nordens.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klimadiagramm
Klimadiagramm

In Luxemburg herrscht ein gemäßigtes Kontinentalklima, das durch atlantische Meereswinde beeinflusst wird und sich durch milde Winter und angenehme Sommer auszeichnet. Die Luft ist meist mild und feucht; die Niederschlagsmenge beträgt 782,2 mm; Temperaturen im Jahresmittel 9 °C, im Januar 0,8 °C, im Juli 17,5 °C. Die höchsten Temperaturen werden üblicherweise im Juli und im August gemessen. Zu dieser Zeit beträgt die Durchschnittstemperatur etwa 15–25 °C, es werden nicht selten auch 30-35 °C erreicht.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Struktur und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Ettelbrück hat im Jahr 2016 8541 Einwohner, aufgeteilt auf 4843 Haushalte. Darunter sind 4343 einheimische Luxemburger und eingebürgerte Bewohner (56,9 Prozent) sowie 3698 Menschen mit einem ausländischen Pass (43,3 Prozent).

Jahr Einwohner Jahr Einwohner
2005 7457 2011 8013
2006 7504 2012 8095
2007 7606 2013 8278
2008 7714 2014 8347
2009 7700 2015 8437
2010 7831 2016 8541

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung und Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Stadt leitet sich wahrscheinlich ab von „Atilbriga“, durch die Verbindung von „atil“, des keltischen Worts für fruchtbare Erde, und „briga“, des keltischen Worts für Ort, Siedlung. Atilbriga war die erste bronzezeitliche Siedlung in der fruchtbaren Ettelbrücker Talsenke. [2]

Die folgende Herleitung wird auch z.T. erwähnt, ist jedoch wesentlich unwahrscheinlicher: Danach soll der Name der Stadt auf den Hunnenkönig Attila (auch als „Etzel“ bekannt; † 453) zurückgehen. Hunnen sollen bei der heutigen Gemeinde Schieren eine Brücke über den Fluss gebaut haben und der späteren Stadt so den Namen gegeben haben. Brücke des Etzel → Ettelbrück.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre schwerste Zeit hatte die Stadt, wie alle anderen Gemeinden des Öslings, während des Zweiten Weltkrieges, als das Sauertal die Südflanke der Ardennenoffensive bildete.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsgebäude
Bahnhofsgebäude

Ettelbrück hat einen Schnellzughalt an der Luxemburger Nordbahn. Ferner zweigt hier die Bahnstrecke Ettelbruck–Diekirch ab. In Ettelbrück treffen die Nationalstrasse 15, die Nationalstrasse 7 und die Nordstraße (A7) aufeinander.

Der Bahnhof Ettelbrück liegt an der Bahnstrecke Luxemburg–Spa. In Ettelbrück fährt innerstädtisch der CityBus auf zwei festen Linien.

Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1990er Jahre wurde in Ettelbrück ein Zentrum für Künste Centre des Arts Pluriels Edouard Juncker eröffnet, in dem Konservatorium werden Theater gespielt oder Konzerte abgehalten.

Die Erstaufführung der luxemburgischen Nationalhymne fand in Ettelbrück am Place Marie-Adélaïde statt.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bedeutendste Museum ist das Musée Mémorial Général Patton. Es behandelt den Zweiten Weltkrieg mit Schwerpunkt auf den General George S. Patton, der die Ardennenoffensive entscheidend geprägt hat und den die Stadt Ettelbrück als Kriegshelden verehrt. An der nördlichen Ausfahrt der Stadt befindet sich ein Denkmal zu Ehren des Generals, der die Stadt jedoch niemals betreten hat.

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1940 – 1945 / Zum Gedenken an die Juden aus Ettelbrück – Opfer der Shoa mahnt die Stolperschwelle in der Grand-Rue.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • General George Patton Memorial
  • General George Patton Museum
  • Stade d'Ettelbruck
  • Das Rathaus
  • Place du marché
  • CAPE
  • Fußgängerzone
  • St. Sébastian Kirche
  • Alte Synagoge

Ruf der Stadt und anderes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zentralpsychiatrie hatte einen bedeutenden Einfluss auf den Ruf und das Bild der Stadt. Das „Geckenhaus in Ettelbrück“ hatte zeitweise eine Höchstbelegung von 1300 Patienten, verfügte über einen schönen Pavillonpark, imposante Bauten und seit den 1970er Jahren zusätzlich über ein symbolträchtiges unverkleidetes Betonhochhaus. Im Rahmen von Reformmaßnahmen besteht das heutige Centre Hospitalier Neuro-Psychiatrique (CHNP) aus einer psychiatrischen Rehabilitationsklinik mit nur noch rund 200 Betten, einem kleineren Zentrum für geistig Behinderte und einem Altenwohnheim mit angegliederter Psychogeriatrie.[3]

Um die Verkehrssituation zu beruhigen, wurde Anfang der 1990er Jahre eine Umgehungsstraße gebaut und die alte Hauptstraße zu einer Fußgängerzone umfunktioniert.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ettelbrück ist eines der sportlichen Zentren Luxemburgs und beheimatet einige bedeutende Sportvereine, welche der nationalen Spitze angehören. Eine besondere Rolle spielen der Rekordmeister im Basketball, der BBC Etzella, der Fußballverein Etzella Ettelbrück und der Schwimmverein SCDE (Swimming club le dauphin Ettelbruck) mit den drei Schwimmern Raphael Stachiotti, Christine Maillet und Laurent Carnol, die Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking dabei waren.

Im Mai 2006 war Ettelbrück Austragungsort der UEFA U-17-Fußball Europameisterschaft. Vom 18. bis 23. August 2008 wurde in Ettelbrück die Indiaca-Weltmeisterschaft ausgetragen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ettelbrück geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ettelbrück verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Édouard Juncker (1921–1999), Bürgermeister von Ettelbrück, Politiker, Krankenpfleger, Onkel von Jean-Claude Juncker
  • Johann-Anton Zinnen (1827–1898), Komponist der luxemburgischen Nationalhymne
  • Michael Hermesdorff (1833–1885), Domorganist und Dommusikdirektor von Trier, Musikwissenschaftler, Herausgeber der Zeitschrift „Cäcilia“ und bedeutender Choralforscher, wirkte hier von 1852 bis 1855 als Organist und Musiklehrer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ettelbrück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2015 (franz.)
  2. Geschichte von Ettelbrück auf der Website ettelbruck-info.lu, gesehen 26. März 2011
  3. Website des Centre Hospitalier Neuro-Psychiatrique, gesehen 26. März 2011 (französisch)