Eucharistische Anbetung

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Sakramentale Aussetzung in der Monstranz
Das im Ziborium ausgesetzte Allerheiligste in dem Tabernakel der Filialkirche Unserer Lieben Frau im obschwäbischen Oberrammingen

Die eucharistische Anbetung oder Aussetzung des Allerheiligsten ist eine Gebetsform in der römisch-katholischen Kirche, in deren Mittelpunkt das sogenannte Allerheiligste (lateinisch Sanctissimum) anbetend verehrt wird. Höhepunkt und Abschluss dieser Andacht ist der sakramentale Segen.

Konsekrierte Hostien werden üblicherweise im Tabernakel aufbewahrt. Bei der Aussetzung des Allerheiligsten setzt ein Priester, Diakon oder Akolyth eine konsekrierte Hostie in ein besonderes Behältnis ein, sodass das Allerheiligste von den Gläubigen durch Gebete, Hymnen oder in stiller Anbetung verehrt wird. Dabei kann jede konsekrierte Hostie verwendet werden, doch werden meist besonders große oder mit einem geprägten Bild verzierte Zelebrationshostien eingesetzt. Als Behältnis kommt üblicherweise eine Monstranz (von lat. monstrare, „zeigen“) zum Einsatz.

Das Gegenteil der Aussetzung ist die Reposition (von lateinisch reponere ‚zurücklegen‘, Verb reponieren), bei der das Allerheiligste wieder in den Tabernakel zurückgebracht wird. Üblicherweise erfolgt davor ein kurzes Gebet und gegebenenfalls ein eucharistischer Segen.

Die Aussetzung steht in einem engen Zusammenhang mit der Heiligen Messe und der Lehre von der Realpräsenz; die Aussetzung stellt eine Verlängerung der Elevation, der Erhebung des Leibes Christi bei der Wandlung in der Messfeier dar. Die Elevation hat ihren Ursprung in der vom Schauverlangen bestimmten hochmittelalterlichen Eucharistiefrömmigkeit, das durch die Aussetzung gewissermaßen noch gesteigert wurde. Die Barockfrömmigkeit brachte eine Vermehrung der Anlässe für die oft festlich gestaltete eucharistische Aussetzung. Das Zweite Vatikanische Konzil hat demgegenüber wieder die Messfeier als Quelle und Gipfel der Eucharistiefrömmigkeit betont.[1] Während der Messfeier darf daher im selben Raum der Kirche oder Kapelle keine Aussetzung des Allerheiligsten stattfinden.[2] Genauso wenig ist es erlaubt, das Allerheiligste nur zum Zweck des Segnens auszusetzen. Der eucharistische Segen ist vielmehr der Abschluss einer solchen Zeit der Anbetung, denn sie allein bereitet zum fruchtbaren Empfang dieses besonderen Segens.

In manchen Kirchen gibt es eigene Sakramentskapellen, in denen das Allerheiligste über den größten Teil des Tages hinweg ausgesetzt ist. Darüber hinaus gibt es in der römisch-katholischen Kirche Andachtsformen wie das vierzigtägige Gebet, bei denen das Allerheiligste über diesen Zeitraum hinweg ausgesetzt wird und die Gläubigen einander beim Gebet abwechseln.

Die bisher größte eucharistische Anbetung mit ca. einer Million Gläubigen fand während der Vigil anlässlich des XX. Weltjugendtages in Köln unter Anwesenheit von Papst Benedikt XVI. statt. Papst Johannes Paul II. hatte das Jahr 2005 zum Jahr der Eucharistie ausgerufen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Heinz, Art. Aussetzung in: Lexikon für Theologie und Kirche III, Erster Band, Freiburg 1993, 1271-1272
  2. Can. 941 CIC § 2; Webseite des Vatikan.