Eugen Bregant (Entomologe)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Eugen Bregant ca. 2000

Eugen Bregant der Jüngere (* 5. Jänner 1937 in Graz; † 3. Juni 2003 in Graz, Steiermark) war Entomologe, Botaniker und Zoologe am Landesmuseum Joanneum in Graz.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bregant war das einzige Kind des gleichnamigen Generalmajors Eugen Bregant und dessen Frau Josefine. Der Vater, Kommandant des Infanterieregimentes No. 1 sowie ein Offizier des österreichischen Bundesheeres in der Ersten Republik, starb noch vor seiner Geburt am 18. November 1936.

Kriegsbedingt besuchte Bregant die Volksschule in Langegg, dann in Gabersdorf sowie nach Kriegsende in Graz. Nach der Matura begann er 1956 mit dem Studium der Fachrichtung Bergwesen an der Montanistischen Hochschule in Leoben. In den Ferien verdingte Bregant sich als Ferialarbeiter im Bergbau Fohnsdorf Unter Tag, in einer Kohlengrube im Ruhrgebiet, in Seegraben bei Leoben sowie bei der Österreichischen Mineralölverwaltung in Neusiedl an der Zaya in der Erdölförderung. 1958 heiratete er Hedda Reininger, gab sein Studium in Leoben auf und übersiedelte nach Graz, wo er an der Universität das Lehramtsstudium Naturgeschichte aufnahm. Wirtschaftliche Probleme zwangen ihn, das Studium aufzugeben und eine Beschäftigung in einem Bauunternehmen aufzunehmen. 1959 und 1967 kamen seine beiden Kinder Marina Barbara und Aldo Eugen zur Welt.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Suche nach Literatur, Vergleichsmaterial und vor allem auch nach fachlichen Kontakten für seine Leidenschaft, die Beschäftigung mit Insekten, traf er im Jahre 1958 mit Erich Kreissl von der Abteilung für Tier- und Pflanzenkunde des Landesmuseums Joanneum zusammen. Dieser konnte Eugen Bregant für die insektenkundliche Erforschung der Steiermark und für Arbeiten an den Sammlungen gewinnen. Schließlich erhielt er im Jahre 1974 an der inzwischen selbstständig gewordenen und von Kreissl geleiteten Abteilung für Zoologie eine Anstellung im gehobenen Dienst an Museen. Ziemlich bald kam es allerdings zwischen ihm und seinem Mentor Kreissl zu erheblichen Differenzen. Im Jahr 1979 wurde Eugen Bregant seitens der Museumsleitung ein Wechsel an die Abteilung für Botanik ermöglicht. Da für ihn als Buprestiden-Spezialist Kenntnisse der Wirtspflanzen schon immer von Wichtigkeit waren, hat er sich sehr schnell in sein neues Arbeitsgebiet hineingefunden. Er wurde mit der Betreuung des Herbariums, insbesondere der Farn- und Blütenpflanzen-Sammlung, sowie mit den Redaktionsarbeiten für Publikationen der Abteilung und Gestaltung von Ausstellungen betraut.

Seine Teilnahme an den Geländearbeiten zur floristischen Erforschung und Dokumentation der Steiermark, die von der Abteilung für Botanik gemeinsam mit der Floristisch-Geobotanischen Arbeitsgemeinschaft im Naturwissenschaftlichen Verein für Steiermark im Rahmen des Projektes der Kartierung der Flora Mitteleuropas in der Steiermark betrieben wurden mündete in Publikationen sonder Zahl. Weiters hat er mit namhaften Pflanzenkennern wie Willibald Maurer und Helmut Melzer der floristischen Erforschung des östlichen Österreichs und angrenzender Gebiete dienende Exkursionen durchgeführt.

Gegen Ende des Jahres 1994 erkrankte er schwer und wurde in den Ruhestand versetzt. Als sich sein Gesundheitszustand wieder einigermaßen gebessert hatte, setzte er seine floristische und vor allem entomofaunistische Tätigkeit fort. Ein leichter Schlaganfall konnte diese wegen beeinträchtigter Gehfähigkeit nur einschränken, aber nicht verhindern. Ein zweiter Schlaganfall bedeutete aber dann das Ende.

Aus seinem Nachlass erhielt das Biologiezentrum des Oberösterreichischen Landesmuseums die Insektensammlung. An das Landesmuseum Joanneum übergab Eugen Bregant schon zu Lebzeiten eine Grabwespensammlung sowie eine Sammlung ostösterreichischer Wildbienen.

Nach seinem Tode wurde eine neu entdeckte Tierart ihm zu Ehren benannt, die Milbe Imparipes breganti.[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zoologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BREGANT E. 1971: Neufunde von Prachtkäferarten der Gattungen Coroebus Cast. und Agrilus Curt. (Insecta, Coleoptera). – Mitt. Naturwiss. Vereins Steiermark 100: 448–450.
  • BREGANT E. 1973: Zum Vorkommen von Strongylognathus testaceus SchenkcK, der kleinen Säbelameise, in Osterreich (Hym., Formicidae). – Mitt. Abt. Zool. Landesmus. Joanneum 2(3): 13 5–136.
  • KREISSL E. & BREGANT E. 1975: Literatur über Greifvogelbeobachtungen in der Steiermark. In: Katalog Zur Sonderausstellung „Greifvogel“. – Graz: Abt. Zool. Landesmus. Joanneum, pp. 60–65.
  • BREGANT E. 1976: Zum Stand der Erforschung der Prachtkäfer (Coleoptera, Buprestidae) der Steiermark. – Ber. Arbeitsgem. Okol. Ent. Graz 7: 13–15.
  • KREISSL E. & BREGANT E. 1977: Lampra mirifica (MuLs.) – eine für die Steiermark neue Prachtkäferart (Ins., Coleoptera, Buprestidae). – Mitt. Abt. Zool. Landesmus. Joanneum 6(1): 37–39.
  • BREGANT E. 1977: Zur Biologie, Verbreitung und systematischen Stellung von Agrilus auricollis und Agrilus roscidus (Ins., Coleoptera, Buprestidae). – Mitt. Naturwiss. Vereins Steiermark 107: 165–169.
  • BREGANT E. & ADLBAUER K. 1977: Erstnachweise von Oryzaephilus mercator FAuv. für die Steiermark (Coleoptera, Cucujidae). – Ber. Arbeitsgem. Okol. Ent. Graz 8: 5–7.
  • BREGANT E. 1978: Eine interessante Hymenopterenfaunula aus den Windischen Büheln (Vespidae, Eumenidac, Chrysididae und Formicidae). – JBer. 1977 Landesmus. Joanneum N. E 7: 173–180.
  • BREGANT E. 1978: Die Verbreitung der Arten der Gattungen Acmaeodera, Acmaeoderella, Lampra und Palmar in Osterreich (Ins., Coleoptera, Buprestidae). – Mitt. Abt. ZooI. Landesmus. Joanneum 7(1): 17–26.
  • ADLBAUER K. & BREGANT E. 1979: Erste gesicherte Fundmeldung der Bockkafer Rhopalopus femoratus und Saperda punctata aus der Steiermark (Coleoptera, Cerambycidae). – Mitt. Naturwiss. Vereins Steiermark 109: 20–203.
  • ADLBAuER K. & BREGANT E. 1981: Beobachtungen zur Verbreitung und Biologie der Bockkäfer in der Steiermark (Col., Cerambycidae). – Mitt. Naturwiss. Vereins Steiermark 111: 175–182.
  • BREGANT E. 1981: Interessante Hymenopterenfunde aus dem Südburgenland (Sphecidae, Chrysididae und Vespidae). – Natur Umwelt Burgenland 4 (2): 5 1–52.
  • BREGANT E. 1981: Rote Liste der in der Steiermark gefährdeten Prachtkäfer (Coleoptera, Buprestidae). In: GEPP J. (Hsg.): Rote Listen gefährdeter Tiere der Steiermark. – Steir. Naturschutzbrief, Sonderheft 3: 85–90.
  • BREGANT E. 1986: Prachtkäfer; Ameisen. In: GEPP J.: Trockenrasen in Österreich als schutzwürdige Refugien wärmeliebender Tierarten. In: Österreichischer Trockenrasenkatalog. – Grüne Reihe Bundesmin. Gesundh. Umweltsch. 6: 19, 22.
  • GEPP J. & BREGANT E. 1986: Zur Biologie der synanthropen, in Europa eingeschleppten Orientalischen Mauerwespe Sceliphron (Prosceliphron) Curvatum (SMITH, 1870) (Hymenoptera, Sphecidae). – Mitt. Naturwiss. Vereins Steiermark 116: 221–240.
  • ADLBAUER K. & BREGANT E. 1993: Verbreitung und Biologie der Coroebini in Österreich – Coroebus florentinus (Herbst, 1801), neu für die Steiermark (Col., Buprestidae). – Mitt. Abt. Zool. Landesmus. Joanneum 47: 45–54.
  • BREGANT E. & DIERRICH C. 1995: Literaturverzeichnis, Systematik und Faunistik (Formicidae, Österreich). – Myrmecolog. Nachr. 1: 4–11.
  • Hausl-Hofstätter U. & BREGANT E. 1996: Zur Bienenfauna der Steiermark II. Weitere Funde von Trachusa PANZ. und Anthidium FABR., Anthidium cingulatum LArR. neu für die Steiermark (Hym., Apoidea, Megachilidae). – Mftt. Landesmus. Joanneum ZooI. 50: 81–82.
  • BREGANT E. 1997: Hymenopterologische Notizen aus Österreich – 8 (Insecta: Hymenoptera acule ata). – Linzer Biol. Beitr. 29(1): 239–245.
  • BREGANT E. 1998: Hymenopterologische Notizen aus Österreich – 10 (Hymenoptera, Chrysididae). – Linzer Biol. Beitr. 30(2): 623–628.
  • BREGANT E. 1998: Bemerkenswerte Ameisenfunde aus Österreich (1-lymenoptera: Formicidae). – Myrmecolog. Nachr. 2: 1–6.
  • BREGANT E. 1998: Zur Biologie und Verbreitung der Honigameise Prenolepis nitens (MAYR, 1852) in Osterreich (Hymenoptera: Formicidae). – Myrmecolog. Nachr. 2: 14–18.
  • Hermann Dollfuss, Josef Gusenleitner, BREGANT E. 1998: Grabwespen im Burgenland (Hymenoptera, Sphecidae). In: Stapfia. Band 55, S. 507–552, PDF auf ZOBODAT.at.
  • BREGANT E., FRITZ J. J. & WALLUSCHEK-WALLFELD H. 1999: Bemerkenswerte Prachtkäferfunde in Österreich (Coleoptera, Buprestidae). –Joannea Zool. 1: 65–70.
  • NEUMAYER J., SCHWARZ M. & BREGANT E. 1999: Vorläufiges Verzeichnis ausgewählter Hautflügler Kärntens (Hymenoptera ohne Formicidae und Apidae). In: Rote Liste gefährdeter Tiere Kärntens. – Naturschutz in Kärnten 15: 2 13–228.
  • BREGANT E. 2000: Unsere einheimischen Ameisen. – Da schau her 21(3): 10–14.

Botanik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • BREGANT E. 1980: Verzeichnis der von der Abteilung für Zoologie und Botanik (bis 1971) und der Abteilung für Botanik (ab 1972) am Steiermärkischen Landesmuseum Joanneum in Graz herausgegebenen botanischen Veröffentlichungen. – Mitt. Abt. Bot. Landesmus. Joanneum Graz 10: 27–28.
  • BREGANT E. & MELZER H. 1985: Ein Fund des Lauch-Taschelkrautes (Thlaspi alliaceum L.) in der Steiermark. – Not. Flora Steiermark 7: 11–14.
  • ZIMMERMANN A., BREGANT E., ERNET D. &AR0N A. 1986: Ein Vorkommen der Gras-Schwertlilie (Iris graminea L.) in der Steiermark (Osterreich). – Mitt. Abt. Bot. Landesmus. Joanneum Graz 13/14: 45–54.
  • MELZER H. & BREGANT E. 1988: Scutellarla galericulata x hastifolia = S. x neumannii – eine neue Helmkrauthybride, in der Steiermark heimisch. – Not. Flora Steiermark 9: 3 1–36.
  • BREGANT E. & ERNET D. 1988: Ein zweiter Fund des Erzherzog-Johann-Kohlröschens (Nigritella archiducis-joannis TEPPNER & KLEIN) in der Steiermark. – Not. Flora Steiermark 10: 23–28.
  • MELZER H. & BREGANT E. 1990: Neues zur Flora von Friaul-Julisch-Venetien, Siowenien und Kroatien. – Gortania, Atti Mus. Friul. Storia Nat. 11 (‘89): 161–176.
  • MELZER H. & BREGANT E. 1991: Über Carex Fritschil und Festuca Tenuifolla auf der Vremscica (Jugoslawien, Slowenien). – Linzer Biol. Beitr. 23(1): 245–250.
  • ERNET D., BALOCH 0. & BREGANT E. 1992: Bergwandern mit Botanik 1991. Mit Beiträgen zur floristischen Erforschung des Nockgebietes. – JBer. 1991 Landesmus. Joanneum N. R 21: 6 1–87.
  • MELZER H. & BREGANT E. 1992: Beitrage zur Flora von Friaul-Julisch-Venetien und angrenzender Gebiete von Venetien und Slowenien. – Gortania, Atti Museo Friul. Storia Nat. 13 (‘91): 103–122.
  • MELZER H., BREGANT E. & BARTA 1 1992: Neues zur Flora von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. – Linzer Biol. Beitr. 24(2): 725–740.
  • MELZER H. & BREGANT E. 1993: Bemerkenswerte Funde von Gefäßpflanzen in der Steiermark. – Mitt. Naturwiss. Vereins Steiermark 123: 183–205.
  • BREGANT E. & MAURER W. 1993: Nachträge zur Flora von Klöch und St. Anna am Aigen. – Mitt. Abt. Bot. Landesmus. Joanneum 21/22: 1–20.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Biographie, Bilder und Literatur von Eugen Bregant in der zoologisch-botanischen Datenbank des Oberösterreichischen Landesmuseums

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 4. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.museum-joanneum.at.
  2. Ebermann & Hall, 2004 (Acari, Heterostigmata, Scutacaridae) – siehe E. Ebermann & M. Hall 2004: A new species of scutacarid mites transferring fungal spores [Acari, Tarsonemina]. – Revue suisse Zool. 111(4): 941–950.