Eugen Sandow

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Eugen Sandow

Eugen Sandow oder Eugene Sandow (* 2. April 1867 in Königsberg, Ostpreußen, als Friedrich Wilhelm Müller; † 14. Oktober 1925 in London, Großbritannien), war ein Vorreiter des Kraftsports, speziell des Bodybuildings.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sandow wurde am 2. April 1867 in Königsberg als Sohn eines deutschen Vaters und einer russischen Mutter geboren. Seine Familie waren Lutheraner. Sie wollten, dass Sandow Pfarrer wird. Er verließ Preußen 1885, um sich der Militärpflicht zu entziehen und reiste durch Europa.

Sandow machte den Kraftsport populär, indem er auf Bühnen eigene Shows veranstaltete, die er „Muscle Display“ nannte und bei denen er u. a. ein Pferd stemmte. Bald trat er überall in Europa auf und wählte einen Künstlernamen, der in allen wichtigen europäischen Sprachen leicht auszusprechen war. Am 6. Juni 1893 kam er als „artiste“ in Ellis Island an[1] und tourte ein Jahr später mit dem Kunstradfahrer Nick Kaufmann durch die USA, wo er ebenfalls großen Erfolg hatte. Am 18. Mai 1894 drehte er in den Black-Maria-Studios den nach ihm benannten Film „Sandow“ ab.

Sandow veranstaltete auch den ersten großen Bodybuilding-Wettbewerb, der am 14. September 1901 in der Londoner Royal Albert Hall unter dem Titel „The Great Competition“ stattfand. Zwölf Teilnehmer stritten um die Ehre, diesen Wettbewerb zu gewinnen. Der Drittplatzierte erhielt eine Bronzestatue von Eugene Sandow, deren Kopie seit 1977 dem Sieger des Mr.-Olympia-Wettbewerbs überreicht wird. In die USA kehrte er noch einmal am 3. Oktober 1903 zurück.[1]

Sandow war verheiratet und hatte zwei Töchter. Er starb 1925 in London, wo er auch begraben wurde. Es wird erzählt, dass er an einer Hirnblutung gestorben sei, die er erlitten habe, als er ein Auto hochstemmte, um ein verunglücktes Kind zu retten. Wahrscheinliche Todesursache war allerdings eine Syphiliserkrankung, deren Spätstadium damals noch nicht heilbar war. Sein Grab auf dem Friedhof Putney Vale Cemetery im Stadtbezirk London Borough of Wandsworth wurde auf Wunsch seiner Frau Blanche ohne Grabstein belassen; erst im Jahr 2002 wurde ein schwarzes Marmorgrabmal errichtet.

Sandow beteiligte sich an der Finanzierung der vom australischen Polarforscher Douglas Mawson geleiteten Australasiatischen Antarktisexpedition (1911–1914).[2] Zum Dank dafür benannte Mawson den Mount Sandow nach ihm, einen Nunatak im ostantarktischen Königin-Marie-Land.[3] Auch eine Kleinstadt in Texas trägt seinen Namen.[4][5]

Bedeutung von Eugen Sandow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Körperübungen bis dahin für einen äußeren Zweck instrumentalisiert worden waren, z.B. im Sinne der Bewegungstherapie[6], des Sports[7] oder der Fitness für das Militär[8], setzte sich mit Sandow ein am Schönheitsideal orientierter Körperkult[9] durch, der sich zunächst wegen der damit verbundenen Nacktheit am Schönheitsideal der Antike orientierte. Antike Statuen wurden ausgemessen, um gleiche Muskelproportionen zu erhalten.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Sandow: Kraft und wie man sie erlangt. Aus dem Englischen übersetzt von Gustav Möckel. Kraft und Schönheit, Berlin 1904. Reprint: Edition Libri Rari im Verlag Th. Schäfer, Hannover 1993, ISBN 3-88746-289-0.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eugen Sandow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Eugene Sandow, Informationen auf der Webseite ellisisland.org (Registrierung erforderlich, abgerufen am 9. Oktober 2011).
  2. Mawson, Douglas: The Home of the Blizzard. William Heinemann, London 1915 (reprinted 2002), S. XIX (abgerufen am 25. Oktober 2017).
  3. Bertrand, Kenneth J. und Alberts, Fred G.: Geographic Names of Antarctica. U.S. Govt. Print. Off., Washington 1956, S. 271. (abgerufen am 9. Oktober 2011).
  4. Sandow, TX, Informationen auf der Webseite texasescapes.com (abgerufen am 9. Oktober 2011).
  5. Sandow, TX, Karte der Ortschaft Sandow auf der Webseite mapquest.com (abgerufen am 9. Oktober 2011).
  6. Arnd Krüger: Geschichte der Bewegungstherapie. In: Präventivmedizin. Springer Loseblatt Sammlung, Heidelberg 1999, 07.06, 1–22.
  7. Arnd Krüger, Bernd Wedemeyer (Hrsg.): Kraftkörper - Körperkraft: Zum Verständnis von Körperkultur und Fitness gestern und heute. Begleitheft zur Ausstellung in der Eingangshalle der neuen Universitätsbibliothek; 3.7. - 31.7.1995. Göttingen: SUB 1995, ISBN 3-930457-06-7.
  8. http://www.military.com/military-fitness/fitness-test-prep/weights-and-pt-workouts
  9. http://www.spiegel.tv/filme/extremer-koerperkult/