Eugen Schaub

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Eugen Schaub (* 1911; † um 1980 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher und Theaterregisseur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gelernte Schauspieler Schaub verlagerte früh seinen künstlerischen Schwerpunkt auf die Regiearbeit. Von Beginn der 1950er Jahre an war er als Oberspielleiter der Schauspiels am Gerhart-Hauptmann-Theater in Görlitz engagiert, wo er unter anderem Inszenierungen von Gerhart Hauptmanns weißem Heiland, Friedrich Schillers Wallenstein, Calderóns Richter von Zalamea und Marcel Pagnols goldenem Anker vornahm.[1] Im Herbst 1955 wechselte er als Schauspieldirektor an die Städtischen Bühnen Erfurt. Dort inszenierte Schaub 1956 Bert Brechts Kaukasischen Kreidekreis in enger Absprache mit dem Autor selbst, der unter anderem eine von Schaub vorgesehene Streichung der Ludowika-Szene ablehnte.[2] Schaub führte den kaukasischen Kreidekreis wiederholt auf, so etwa als Gast 1971 am Elbe-Elster-Theater in Wittenberg.[3] 1958 inszenierte er abermals Brecht in Erfurt: die DDR-Erstaufführung von Schweyk im Zweiten Weltkrieg.[4] Die Hauptrolle spielte hierbei Walter Amtrup.[5]

Als Schauspieler in Film und Fernsehen war Schaub indes ein seltener Gast. Hier konnte man ihn unter anderem als Kalifen in der Hebbel-Adaption Der Rubin, neben Fred Mahr und Gisela Büttner in Der Sohn des Cotopaxi sowie neben Klaus Bergatt in Rebell im Jägerrock.

Als Synchronsprecher lieh Schaub unter anderem Vladímir Hlavaty in der Serie Die Frau hinter dem Ladentisch sowie Alec Guinness in Verzeihung, sind Sie der Mörder?, der DEFA-Fassung von Eine Leiche zum Dessert seine Stimme.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland – Österreich - Schweiz, hrsg. v. Herbert A. Frenzel und Hans Joachim Moser, Berlin 1956, S. 637.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kürschners biographisches Theater-Handbuch, S. 637.
  2. Werner Hecht: Brecht Chronik, Suhrkamp 1997, S. 118.
  3. Die Schauspieltheater in der DDR und das Erbe, Band 38 von Literatur und Gesellschaft, Manfred Nössig (Hrsg.), Akademie-Verlag 1976, S. 173.
  4. Theater in der Zeitenwende: zur Geschichte des Dramas und des Schauspieltheaters in der Deutschen Demokratischen Republik 1945-1968, Werner Mittenzwei, Manfred Berger (Hrsgg.), 1972, Band 2, S. 1818
  5. Erika Tschernig, Monika Kollega, Gudrun Müller: DDR-Zeittafel, 1945-1987, Dietz 1989, S. 97