Eugen Wratislaw von Mitrowitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eugen Graf Wratislaw, Lithographie von Joseph Kriehuber 1850

Eugen Graf Wratislaw von Mitrowitz-Nettolitzky (* 8. Juli 1786 in Wischopol [Vlčí Pole], Böhmen; † 14. Februar 1867 in Wien) war ein kaiserlich österreichischer Feldmarschall.

Leben[Bearbeiten]

Eugen war der älteste Sohn des Grafen Anton Wenzel Wratislaw aus dessen Ehe mit Eleonore Gräfin Wrbna von Freudenthal. Er trat 18-jährig am 1. August 1804 bei den Merveldt-Ulanen in die kaiserliche Armee ein. 1805 wurde er Oberleutnant und erhielt seine Feuertaufe im Treffen bei Günzburg. Im Jahr 1809 zum Rittmeister im 3. Ulanen-Regiment ernannt, bewährte er sich unter seinem Brigadier Radetzky im Treffen von Landshut und Siegburg. Nach der Teilnahme an der Schlacht bei Wagram (1809) und Leipzig wurde er im Dezember 1813 zum Major ernannt. Im Feldzug von 1814 zeichnete er sich als Reiterführer der Erzherzog Ferdinand-Husaren besonders bei Fère-Champenoise aus. 1816 wurde Wratislaw von Mitrowitz 1816 zum Oberstleutnant und Kommandant des 4. Ulanenregiments ernannt. Im Januar 1820 wurde er zum Oberst und am 23. Mai 1830 zum Generalmajor befördert. 1835 wurde er in den Hofkriegsrat berufen, am 15. Juli 1836 zum Feldmarschalleutnant befördert und zum zweiten Inhaber des Kürassierregiments Nr. 1 ernannt. 1840 wurde er Generaladjutant des Kaisers Ferdinand und Geheimrat und 1847 als Ritter des Ordens vom goldenen Vlies ausgezeichnet.

Im März 1848 während der Revolution in Mailand wurde er unter Feldmarschall Radetzky Kommandant des I. Korps in der Lombardei. Nach dem Rückzug zum Mincio führte seine Brigade Wohlgemuth am 8. April das Rückzugsgefecht bei Goito. Am 6. Mai erstürmten seine Truppen das Dorf Santa Lucia, am 29. Mai stand er vor Curtatone und Montanara, am 30. Mai unterlag er in der Schlacht von Goito gegen eine sardische Übermacht. Schon am 10. Juni siegten seine Truppen in der Schlacht bei Vicenza, in den Gefechten von Sona und Sommacampagna am 23. und 24. Juli, sowie am 25. Juli in der Schlacht bei Custozza. Am 6. August war der Wiedereinzug in Mailand erreicht. Im November 1848 erhielt er das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens, kurz darauf das Großkreuz des Leopoldordens.

Am 13. März 1849 wurde er zum General der Kavallerie befördert, sein Korps bewährte sich am 21. und 22. März in den Gefechten bei Borgo, Gambolo und Vigevano, konnte aber nicht mehr in der Schlacht von Novara eingreifen. Nach der Heeresorganisation wurde er Kommandant der neugebildeten 1. Armee mit dem Hauptquartier in Wien. Am 10. September 1854 wurde er kaiserlicher Feldmarschall und Hauptmann der Arcièren-Leibgarde sowie erblicher Reichsrat. 1855 wurde er Kanzler des Militär-Maria-Theresien-Ordens.

Literatur[Bearbeiten]