Euphorie

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gesteigerte Lebensfreude

Euphorie (gr. ευφορία, lat. euphoria, euforia) bezeichnet eine subjektiv temporäre überschwängliche Gemütsverfassung mit allgemeiner Hochstimmung, auch Hochgefühl genannt, mit einem gehobenen Lebensgefühl größten Wohlbefindens, mit gesteigerter Lebensfreude und verminderten Hemmungen.

Herkunft und Verwendung des Begriffs[Bearbeiten]

Etymologisch aus dem Griechischen „euphoria“ abstammend, zu Deutsch „Fruchtbarkeit“ oder „Produktivität“. Abgeleitet von „euphoros“ („gesund“), das sich aus „eu“ („gut“) und „pherein“ („[er]tragen[d]“) zusammensetzt.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Euphorie häufig im Sinne von Leidenschaft oder Begeisterung benutzt. Der Begriff Euphorie beschreibt ein vorübergehendes Gefühl des gesteigerten Wohlbefindens, das jedoch im Unterschied zur hypomanischen Stimmung häufig auch als Zustand des Wohlbehagens und der oberflächlichen Heiterkeit bezeichnet wird.

Medizin[Bearbeiten]

Mediziner beschreiben auch subjektives Wohlbefinden Schwerkranker als Euphorie. Vorwiegend wird diese Form der gehobenen Stimmung bei Manien oder bei organisch bedingten Zuständen, z. B. bei der senilen Demenz, bei Stirnhirntumoren, bei progressiver Paralyse und als Folge von Intoxikationen als Euphorie bezeichnet.

Psychologie und Physiologie[Bearbeiten]

In der Psychologie ist Euphorie ein Zustand des intensiven guten Gefühls, Glück zu empfinden, objektiv als mitunter unangemessen gehobene Stimmung sowie ein gesteigerter Antrieb bewertet. Der Euphorie entspricht eine anhaltende Aktivität im Nucleus accumbens des Gehirns. Der Zustand kann auch durch einige Drogen, etwa Opiate, hervorgerufen werden. Neurochemisch wird Euphorie durch die Botenstoffe Dopamin und/oder Serotonin ausgelöst. Anstoß hierfür können auch Alkohol, Arzneimittel und andere Drogen sein. Im Sport können extreme körperliche Leistungen nach einiger Zeit ebenfalls Euphorie hervorrufen, wie es z. B. häufig von Langstreckenläufern beschrieben wird, die körperlich völlig erschöpft sind, das sogenannte Runner’s High. Der Zustand der Euphorie stellt sich auch nach überstandenen Extremsituationen ein, die auch simuliert werden können, etwa beim Bungee-Jumping.

Gorilla: Glücksgefühle als zusätzlicher Anreiz unterstützen die Ernährung.[1]

Evolutionsbiologie[Bearbeiten]

Aus evolutionsbiologischer Sicht haben Lebewesen nie danach gestrebt, Glücksgefühle zu erleben sondern biologisches Überleben zu fördern. Belohnungen, wie das Gefühl der Sattheit, dienten dabei zur Unterstützung, waren jedoch kein Selbstzweck. Dies hat sich beim Menschen geändert. Hier hat sich das Glücksgefühl losgelöst von der ursprünglichen Belohnung für die Arbeit zum Nutzen von Nachkommen. Es werden nunmehr verschiedene Techniken angewendet, um es als isoliertes Ziel zu erreichen. Dazu gehören Unterhaltung, Statussymbole und Drogen.[2] Durch die menschliche Fähigkeit des bewussten Erlebens hat dieser Wandel weitreichende Folgen. Der Anreiz einer guten Stimmung als Belohnung für "etwas" kann nun ersetzt werden durch die Phantasie des Glücksgefühls für "nichts".[3][4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. K. C. Berridge, M. L. Kringelbach: Affective neuroscience of pleasure: reward in humans and animals. In: Psychopharmacology. Band 199, Nummer 3, August 2008, ISSN 0033-3158, S. 457–480, doi:10.1007/s00213-008-1099-6, PMID 18311558, PMC 3004012 (freier Volltext) (Review).
  2. R. M. Nesse, K. C. Berridge: Psychoactive drug use in evolutionary perspective. In: Science (New York, N.Y.). Band 278, Nummer 5335, Oktober 1997, ISSN 0036-8075, S. 63–66, PMID 9311928.
  3. L. Kováč: The biology of happiness. Chasing pleasure and human destiny. In: EMBO reports. Band 13, Nummer 4, April 2012, ISSN 1469-3178, S. 297–302, doi:10.1038/embor.2012.26, PMID 22410831, PMC 3321158 (freier Volltext).
  4. K. G. Lambert: Rising rates of depression in today's society: consideration of the roles of effort-based rewards and enhanced resilience in day-to-day functioning. In: Neuroscience and biobehavioral reviews. Band 30, Nummer 4, 2006, ISSN 0149-7634, S. 497–510, doi:10.1016/j.neubiorev.2005.09.002, PMID 16253328 (Review).

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Euphorie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen