Euro-Star

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Euro-Star
Auf dem Oktoberfest – vom Riesenrad aus gesehen

Auf dem Oktoberfest – vom Riesenrad aus gesehen

Daten
Typ Stahl – inverted
Modell Inverted Coaster
Kategorie transportabel
Antriebsart Kettenlifthill
Hersteller Intamin/Giovanola
Designer Ingenieurbüro Stengel GmbH
Eröffnung Deutschland: 1995,
Gorki-Park: 2008
Schließung 2011
Länge 844 m
Höhe 30,15 m
Ausmaße 83 × 43 m²
max. Gefälle 45°
max. Querneigung 121°
max. Geschwindigkeit 80,8 km/h
max. Beschleunigung 5,2g
Züge 4 Züge, 7 Wagen/Zug, 1 Sitzreihe/Wagen, 4 Sitzplätze/Sitzreihe
Elemente Abfahrten, Auffahrten, Kurven, Looping, Revolution, 2 × Korkenzieher
Inversionen 4

Der Euro-Star war eine transportable Achterbahn vom Typ Inverted Coaster, die von 1995 bis 2008 auf großen Volksfesten in Deutschland gastierte und von 2008 bis 2011 dauerhaft im Gorki-Park in Moskau stand.[1] Ende der Saison 2011 wurde der Betrieb der Bahn eingestellt. Ob die Bahn verschrottet wurde, ist aktuell nicht bekannt.

Die Bahn hatte mit einem Looping, einer Revolution (Hügel mit integrierter Drehung um die Herzlinie) und zwei Korkenziehern insgesamt vier Überkopfelemente.

Mit einer Höhe von 30,15 m galt der Euro-Star als größter transportabler Inverted Coaster der Welt und erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 80,8 km/h sowie einen Spitzenbeschleunigungswert von 5,2g. Zum Transport wurden 84 LKW-Ladungen benötigt, die bei Bedarf auch mit der Bahn transportiert werden konnten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 – Der Fahrbetrieb beginnt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vom Schausteller Oscar Bruch betriebene Bahn hatte ihre Premiere 1995 auf der Düsseldorfer Rheinkirmes und bereiste in den Folgejahren hauptsächlich die großen deutschen Volksfeste. Allerdings gab es auch Gastspiele im benachbarten Ausland. Manche Achterbahnfans besuchten nur wegen des Euro-Stars die entsprechenden Volksfeste.

1996 – Auffahrunfall am 30. September 1996[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem Auffahrunfall am 30. September 1996 auf dem Münchner Oktoberfest wurden 30 Menschen verletzt.[2] Seitdem wurden weniger Züge gleichzeitig auf die Fahrstrecke geschickt.

Der Unfall wurde durch eine Verkettung von unglücklichen Umständen ausgelöst. Der Euro-Star ist in mehrere Streckenabschnitte aufgeteilt, die mit ortsfesten Bremsanlagen voneinander getrennt sind. Weil diese Bremsanlagen verhindern, dass ein Zug in einen Streckenabschnitt einfahren kann, der von einem vorausfahrenden Zug noch nicht verlassen wurde, können auf dem Euro-Star mehrere Züge gleichzeitig fahren. Als ein defekter Druckluftschlauch Luft verlor, löste die Steuerung der Bahn die Sicherheitsabschaltung aus. Ein Zug kam dadurch in der finalen Bremsanlage zum Stehen. Der nachfolgende Zug hätte nun eigentlich in der Bremsanlage zum Stehen kommen müssen, die sich vor dem letzten Streckenabschnitt, direkt neben der Revolution (Fahrfigur mit Überschlag) befindet. Weil die Bremsbeläge dieser Bremsanlage aber zu stark abgenutzt waren, konnte diese Bremsanlage den Zug nicht zum Stillstand bringen, wodurch er durchrutschte und auf den noch in der finalen Bremsanlage stehenden Zug auffuhr.

2000 – Renovierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem Jahr 2000 verlor der Euro-Star aufgrund von Schlägen, die während der Fahrt für die Fahrgäste spürbar waren, an Beliebtheit. Durch eine aufwendige und kostenintensive Überarbeitung, vor allem der Schienenstrecke, in der Winterpause 2003–2004 konnten diese Unannehmlichkeiten reduziert werden. Diese Renovierung wurde von dem Unternehmen Gerstlauer Amusement Rides durchgeführt, das auch selbst Achterbahnen und Rundfahrgeschäfte herstellt.

Direkt vor dem Lift sowie zwischen der finalen Bremsanlage und der Station der Bahn war an mehreren Stellen ein sehr lautes und unangenehmes metallisches Knallen zu hören, das vermutlich durch die Spannfedern der Traktionsräder verursacht wurde. Durch dieses Knallen kam es bei den Fahrgästen immer wieder zu kurzzeitigen Gehörproblemen wie einem Piepen oder Summen im Ohr, weil dieses Knallen so laut war, als ob man zwei Metallstangen, direkt am Ohr der Fahrgäste zusammengeschlagen hätte.[3] Diese akustischen Probleme konnten mit der Renovierung der Bahn nicht behoben werden.

2008 – Verkauf an den Gorki-Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2008 wurde die Bahn von der Betreiberfirma Bruch Inverted Coaster GmbH & Co. KG an den Gorki-Park in Moskau verkauft. Hierdurch kam es zu Absagen der Gastspiele in Düsseldorf, Crange, auf dem Bremer Freimarkt und auf dem Münchner Oktoberfest. Auf diesen Plätzen wurde die Bahn von der ebenfalls von der Firma Bruch betriebenen Alpina Bahn ersetzt.[4][5][6]

Im Gorki-Park wurde die Bahn auf dem ehemaligen Platz der Pax-Looping-Achterbahn Roller Coaster aufgebaut und war dort seit Herbst 2008 in Betrieb.

2011 – Einstellung des Betriebes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der Saison 2011 wurde der Betrieb der Bahn eingestellt. Ob die Bahn verschrottet wurde, ist nicht bekannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag des Euro-Star bei Roller Coaster DataBase
  2. http://www.rnt-design.de/forum/viewtopic.php?f=16&t=869@1@2Vorlage:Toter Link/www.rnt-design.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Fahrvideo des Euro-Star
  4. Düsseldorfer Express vom 1. Juli 2008
  5. Abendzeitung vom 15. Juli 2008
  6. Stuttgarter Zeitung vom 22. September 2008 (Memento vom 13. September 2012 im Webarchiv archive.is)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]