Europaallee Zürich

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Europaallee – ursprünglich HB-Südwest, später Stadtraum HB und Eurogate Zürich – ist eine der städtebaulichen Planungen im südwestlichen Vorfeld des Hauptbahnhofs Zürich. Über und neben den Gleisen wurden einige Jahrzehnte lang diverse kommerzielle Nutzungen der Liegenschaften der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) im Stadtzentrum geplant.

Neuer Stadtteil Europaallee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der neue Stadtteil Europaallee besteht aus insgesamt acht Baufeldern (A bis H) von denen drei bereits fertiggestellt und bezogen sind (Baufelder A,C und E – Stand Februar 2015). Neben einer Einkaufspassage zählen hierzu die Pädagogische Hochschule Zürich und mehrere Bürokomplexe (u. a. UBS, Credit Suisse und Swisscanto). Als grösster künftiger Mieter konnte Anfang 2015 Google gewonnen werden. Das Baufeld G feierte im Mai 2014 Aufrichte und wurde 2015 bezogen. Bis 2020 entstehen auf dem zur Europaallee gehörigen Areal rund 400 Eigentums- und Mietwohnungen, ein Hotel, ein Kino sowie ein Alterswohnungsprojekt.

Zahlen und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arealfläche: 78'000 m²
  • Anzahl Geschäfte: derzeit 35; 76 bis 2020
  • Studienplätze: 4'800 Studierende an der Pädagogischen Hochschule Zürich sowie KV Zürich Business School (ab Frühjahr 2016) und Juventus (ab 2017)
  • Arbeitsplätze: 8'000 auf ca. 100'000 m² Bürofläche (bis 2020)
  • Wohnanteil: 400 Wohnungen und 174 Hotelbetten
  • Parkplätze: ca. 500

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf mehreren Baufeldern wird eine Vielzahl von Projekten gebaut:

  • Sihlpost
  • Baufeld A – von Max Dudler Architekten, Zürich. In Betrieb seit 2012.
  • Baufeld B – Stücheli Architekten, Zürich. Bezug: 2017
  • Baufeld C – Team Max Dudler, Zürich, Annette Gigon / Mike Guyer, Zürich, sowie David Chipperfield, London. Bezug: 2013 (Eigentum/Eigennutzung UBS)
  • Baufeld D – Wiel Arets Architects, Amsterdam und Zürich. Bezug: 2020
  • Baufeld E – Team Caruso St John Architects, London, zusammen mit Bosshard Vaquer Architekten, Zürich. Bezug: 2014
  • Baufeld F – Boltshauser Architekten, Zürich. Bezug: 2019
  • Baufeld G – ARGE Graber Pulver Architekten AG/Masswerk. Bezug: 2015
  • Baufeld H – E2A Architekten AG Zürich, im Team mit Basler & Hofmann, Ingenieure und Planer AG, Zürich. Bezug: 2017
  • Öffentlicher Raum – Team Rotzler Krebs Partner GmbH Landschaftsarchitekten, Winterthur zusammen mit ewp AG Ingenieure Planer Geometer, Effretikon

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorherige Planungen unter dem Namen HB-Südwest wurden mit dem Einstieg der Schweizer Grossbank UBS (UBS Fund Management AG, Basel) als Investor und Bauherr im Oktober 1996 als Eurogate fortgesetzt. Die Aktiengesellschaft HB-Südwest – gegründet im März 1995, mit Zweck der Tätigkeit «Bearbeitung des Gesamtprojekts HB-Südwest und Wohnüberbauung Lagerstrasse in Zürich bis zur Baueingabe» – wurde im Oktober 1996 in Eurogate Zürich AG umbenannt.

Eurogate/HB-Südwest umfasste zwei Zürcher Grossprojekte:

  • Gleisüberbauung Eurogate Zürich (Bausumme ca. 1,5 Milliarden Schweizer Franken, seit 1980 geplant)
  • Wohnüberbauung Lagerstrasse (Studienaufträge 2000, 350 der 500 Wohnungen sowie Büro-, Gewerbe-, Freizeitflächen und Ersatzflächen für SBB-Anlagen)

Mit der Planung wurde das Zürcher Architekturbüro Ralph Bänziger Architekten als Sieger eines Wettbewerbs in den 1970er Jahren beauftragt. Am damaligen Wettbewerb, nahmen auch Luigi Snozzi und Mario Botta teil. Sie entwarfen ein schlankes Brückengebäude über die Gleise, ihr Projekt wurde aber nicht weiterverfolgt. Ralph Bänziger hingegen schlug eine massive Gleisüberbauung vor.

Die Arbeiten an den beiden Projekten und an zahlreichen Änderungen dauerten von 1980 bis 2001. Die Gesamtleitung hatte der Totalunternehmer ARGE Eurogate Zürich (hauptbeteiligt war die Steiner AG).

Die Planungen wurden von Anfang an begleitet von Kritik eines Teils der Öffentlichkeit und Politik an einem «überrissenen Vorhaben» sowie von Zweifeln der potentiellen Investoren am kommerziellen Erfolg. Zweifel wurden zunächst intern, sowohl bei den SBB wie auch bei der UBS, geäussert, aber von an der Investitionen interessierten Finanzfachleuten beiseite gewischt. Schlussendlich aber, im September 2001, beschloss die ausserordentliche Generalversammlung die Auflösung der AG. Die Kosten der Planungsarbeiten «in zweistelliger Millionenhöhe» (UBS) wurden abgeschrieben.

Die SBB planten, gemeinsam mit der Post und der Stadt Zürich, auf diesem Gebiet weiter unter der neuen Bezeichnung Stadtraum HB, allerdings in weniger aufwändigem Ausmass:

  • im Dezember 2004 haben die SBB als Grundeigentümerin SBB einen Gestaltungsplan für das Projekt Stadtraum HB eingereicht
  • im Januar 2006 stimmte der Zürcher Gemeinderat dem Gestaltungsplan ohne Gegenstimme zu
  • anlässlich eines von einem privaten Komitee initiierten Referendums im September 2006 hiessen die Zürcher Stimmbürger den Gestaltungsplan gut.[1]

Als Europaallee ging das Projekt Anfang 2009 in die Realisierung. Die Gesamtinvestitionen umfassen rund eine Milliarde Franken.[2] Im 2013 kam es zu einer weiteren Volksabstimmung über die dem Areal entlang führenden Strasse, nachdem die linke Alternative Liste ein weiteres Referendum gegen Verbreiterung und insbesondere der dadurch entstehenden Entschädigung der SBB ergriffen hatte.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.europaallee.ch/sites/default/files/PDF/Medienmitteilungen/2006/060315_MM_Stadtraum_HB_Abstimmung.pdf SBB Medienmitteilung im März 2006
  2. Fast ein Quartier, NZZ, 12. Oktober 2016 (Titel der Printausgabe in Anspielung auf die Werbekampagne 2015 mit Aussagen wie "Fast wie im Uni-Viertel", "Fast wie in der Altstadt". )
  3. sagt Ja zur Neugestaltung der Lagerstrasse

Koordinaten: 47° 22′ 45″ N, 8° 31′ 55″ O; CH1903: 682561 / 248160