Europäische Aktion

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Europäische Aktion
(EA)
Europäische Aktion Logo.gif
Zweck: „Bewegung für ein freies Europa“
Vorsitz:
Geschäftsführer: Rigolf Hennig (Deutschland)
Hans Berger (Österreich)
Gründungsdatum: 2010
Mitgliederzahl: ca. 100 (Deutschland)
Sitz: Verden (Deutschland)/Birsfelden (Österreich)
Website: Europäische-aktion.org

Die Europäische Aktion (EA) ist eine international tätige rechtsextreme Organisation. Sie wurde vom Schweizer Holocaustleugner Bernhard Schaub gegründet und steht in der Nachfolge des verbotenen Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten.[1]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 von Bernhard Schaub in der Schweiz unter dem damaligen Namen „Bund Freies Europa“ gegründet,[2] versteht sich die Europäische Aktion als internationaler Zusammenschluss von Rechtsextremisten aller Couleur. Sie bezeichnen sich selbst als „Bewegung für ein freies Europa“. Grundlage ihrer Ideologie ist eine extreme Form von Rassismus und Antisemitismus sowie diverse rechte Verschwörungstheorien.[3] Ihre Hauptforderungen sind:

  1. Wiederherstellung der freien Rede
  2. Abzug aller fremden Truppen
  3. Repatriierung aussereuropäischer Einwanderer
  4. Staatliche Selbstbestimmung für die Deutschen
  5. Schaffung einer Europäischen Eidgenossenschaft
  6. Überführung des Geld- und Medienwesens ins Volkseigentum
  7. Wiederaufbau der Tradition - Kampf der Dekadenz und Naturzerstörung

Die Organisation tritt vorgeblich für die Meinungsfreiheit ein, meint damit aber in erster Linie den Geschichtsrevisionismus und insbesondere die Holocaustleugnung. Daneben tritt sie für eine europäische Eidgenossenschaft nationaler und souveräner Staaten[4] unter Führung des nach dem „Führerprinzip“ auszurichtenden Deutschen Reiches ein.[2] Sie fordert unter anderem „die Herstellung homogener Volksgemeinschaften in Europa und die Ausweisung ‚rassisch Fremder‘“.[4] Die EA lehnt den Euro und die Europäische Union ab. Außerdem hält sie Deutschland und Österreich für von den Alliierten völkerrechtswidrig geschaffene Zwangsstaaten (siehe auch Reichsbürgerbewegung). Sie setzt sich unter anderem für den Holocaustleugner Horst Mahler ein.[5]

Organisiert ist die Europäische Aktion in mehreren Stützpunkten, die von einem Gebietsleiter geführt werden, der wiederum unter der Landesleitung steht. In Deutschland verfügt die Europäische Aktion über etwa 100 Mitglieder. Schaub band namhafte Rechtsextremisten in die Organisationsstruktur ein, so ist der deutsche Leiter Rigolf Hennig, NPD-Mitglied. Weitere deutsche Mitglieder und Aktivisten sind Ursula Haverbeck, Thorsten Heise und Gerhard Ittner. In Österreich wird die Organisation von Hans Berger vertreten, der seine Stellung aus dem Exil im schweizerischen Birsfelden ausübt. Laut eigenen Angaben unterhält die Organisation Landesleitungen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. In Liechtenstein, Großbritannien und Frankreich gibt es Niederlassungen bzw. Informationsbüros. Darüber hinaus würden Kontakte zu Gesinnungsgenossen in Ländern wie Ungarn, Bulgarien, Weißrussland, Spanien und Schweden gehalten.[5] In Frankreich gehört Michèle Renouf zur EA, in Spanien Pedro Varela Geiss.[1]

Unregelmäßig erscheint die Publikation Europa ruft!

Eine Überwachungsoperation des Thüringer Verfassungsschutzes gegen die Europäische Aktion führte am 23. Juni 2017 zu einer Razzia, bei der 14 Objekte in Thüringen und Niedersachsen durchsucht und „mehrere Kurz- und Langwaffen, Waffenteile und sonstige Waffen“ beschlagnahmt wurden. Zu den 13 Beschuldigten soll auch der Gebietsleiter Thüringen der EA gehören.[6][7][8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Philipp Dahm: Bernhard Schaub vernetzt Europas Rechtsextreme. In: 20min. 22. November 2011; abgerufen am 6. Juli 2017.
  2. a b Antwort der Bundesregierung (Drucksache 18/9161) auf die Kleine Anfrage vom 21.06.2016, Drucksache 18/8941: Rechtsextreme Tendenzen in der sogenannten Reichsbürgerbewegung. Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode, 12. Juli 2016; abgerufen am 6. Juli 2017.
  3. Hanna Herbst: Wie wahnsinnig ist die Europäische Aktion? In: Vice. 20. August 2014; abgerufen am 6. Juli 2017.
  4. a b zitiert nach Bundesministerium des Inneren (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2014. Berlin 2015, S. 173 (bund.de [PDF]).
  5. a b Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Europäische Aktion. Abgerufen am 12. August 2015.
  6. Waffen bei Razzia gegen Rechtsextremisten entdeckt. In: MDR Thüringen. 23. Juni 2017
  7. Matthias Meisner: Thüringen und Niedersachsen: Großrazzia der GSG 9 bei Neonazis. In: Der Tagesspiegel. 23. Juni 2017
  8. Andreas Speit: Razzia bei Rechtsradikalen in Thüringen: Aktion gegen „Europäische Aktion“. In: die tageszeitung. 23. Juni 2017