Europäische Geisteswissenschaftliche Universität

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EHU
Gründung 1992
Trägerschaft privat
Ort Vilnius
Land Litauen
Leitung Anatoli Michailow
Studierende ~1800
Website www.ehu.lt
Die Universität in Vilnius

Die Europäische Geisteswissenschaftliche Universität oder Europäische Humanistische Universität[1](russisch Европейский гуманитарный университет; litauisch Europos humanitarinis universitetas, weißrussisch Еўрапейскі гуманітарны ўніверсітэт, englisch European Humanities University) ist eine private Universität in Litauen. Die ungefähr 1600 Studierenden kommen größtenteils aus Weißrussland.

Die Unterrichtssprache der meisten Veranstaltungen ist Russisch.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EHU wurde 1992 in Minsk als Privatuniversität vom Philosophen Anatoli Michailow gegründet, um nach dem Kollaps der UdSSR einen ideologiefreien Ort für die Wissenschaft zu schaffen. Unterrichtet wurde auf Russisch, Englisch, Französisch oder Deutsch.[3]

Im Juni 2005 ist die EHU von Weißrussland (wo sie 2004 aus politischen Gründen geschlossen wurde) nach Vilnius übergesiedelt und wird dort als vorläufige Exiluniversität geführt.

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EHU bietet Bachelor-, Master- und Doktorandenprogramme in Sozial-, Geistes- und Rechtswissenschaften an.

Studenten und Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der EHU studieren zurzeit etwa 1800 Studenten, davon knapp 700 am Standort Vilnius. Die restlichen 1100 Studenten nutzen die Möglichkeit des Fernstudiums. Somit ist die EHU die größte weißrussische Fernuniversität.

In Weißrussland arbeiten die Absolventen und Studenten als Forscher, Anwälte oder Journalisten. Von Weißrussland aus absolvieren zwei Drittel aller Studierenden der EHU Fernstudienprogramme. Diese werden auf der weltweit eingesetzten Onlineplattform Moodle angeboten. Das andere Drittel studiert und lebt in Vilnius.

Der Campus der EHU befindet sich nur 35 Kilometer von der Grenze entfernt. So können Studenten auch an Seminaren auf dem Campus teilnehmen. In Zusammenarbeit mit der litauischen Regierung erhalten die Studierenden der EHU Aufenthaltsgenehmigungen für ihr Studium in Litauen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit ihrer Gründung knüpft die EHU zahlreiche Kooperationen mit deutschen Institutionen wie dem Goethe-Institut und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Nach dem Umzug wurden diese Kooperationen wiederbelebt und trugen dazu bei, dass die EHU erneut ein Zentrum für Deutschlandstudien aufbauen konnte. Dieses Zentrum soll in naher Zukunft zu einem regionalen Exzellenzzentrum für deutsche Sprache, Kultur, Geschichte und Philosophie werden.

Bis heute ist die Universität auf Spenden angewiesen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In Osteuropa ist es üblich, Geisteswissenschaften als „humanistische Wissenschaften“ (z. B. russisch гуманитарные науки) zu bezeichnen; vgl. studia humanitatis oder englisch humanities. Auch der deutsche Förderverein der Hochschule verwendet die Bezeichnung Europäische Humanistische Universität (Europäische Humanistische Universität Förderinitiative e. V.).
  2. Archivlink (Memento des Originals vom 5. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ehu.lt.
  3. Die Möglichkeit einer Insel? Eine Uni im litauischen Exil (Memento des Originals vom 1. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.arte.tv.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: European Humanities University – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 54° 43′ 36,2″ N, 25° 19′ 4,2″ O