Europäische Soziale Bewegung

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Die Europäische Soziale Bewegung war ein 1951 in Malmö (Schweden) gegründetes paneuropäisches rechtsextremes Netzwerk. Sie war der erste Versuch von Neonazis, sich nach dem verlorenen Weltkrieg auf europäischer Ebene neu zu organisieren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Wurzeln hat die ‚Europäische Soziale Bewegung‘ in der Ende der 1940er Jahre in Italien herausgegebenen Zeitschrift Europa Unita.[1] Vom Studentenverband der Movimento Sociale Italiano (MSI), der Fronte Universitario d'Azione Nazionale (FUAN) wurde 1950 eine Konferenz in Rom organisiert. Unter dem Titel Kongreß der nationalen Jugend Europas, an dem Treffen nahmen vor allem Altnazis und Altfaschisten teil. Zu den prominenten Besuchern gehörten der britische Naziführer Oswald Mosley (British Union of Fascists), Maurice Bardèche aus Frankreich, das SS-Mitglied und ehemalige HJ-Gaupropagandaleiter Karl-Heinz Priester, Mitglieder der spanischen Falange und mit Gaston-Armand Amaudruz assoziierte.[2]

Ein Jahr später wurde unter der Schirmherrschaft von Per Engdahl und unter der Zielsetzung einer ‘‘weißen europäischen Einheit‘‘, im Mai 1951 in Malmö die Gründung der Europäischen Sozialen Bewegung beschlossen.[3] Zu den etwa 60 Teilnehmern gehörten Vertreter aller wichtigen europäischen Naziorganisationen (Deutschen Gruppen wurde die Einreise verweigert[4]) Namentlich zu nennen: Ernesto Masi Chef der italienischen MSI, bereits erwähnter Oswald Mosley, Vertreter der spanischen Falange, der Gastgeber Per Engdahl, sowie Gruppen aus Frankreich, Portugal, Belgien und den Niederlanden. Eine Kontaktaufnahme erfolgte durch österreichische Nazis aus dem Verband der Unabhängigen von Wilhelm Landig welcher das österreichische Pendant zur ESB die Österreichische Soziale Bewegung als Sammelbecken von Altnazis aufbaute.[4] Auch die von Theodor Soucek gegründete Soziale Ordnungsbewegung Europas (SORBE) gehörte später der ESB an.[5] Zu den Mitgründern gehörte auch Karl-Heinz Priester, der einen Vorstandsposten in der Europäischen Sozialen Bewegung einnahm.

Auf Initiative von Per Engdahl der den Anwesenden erklärte: ‘‘konspirativ zu arbeiten, verbunden durch geheime Unterstützungspunkte und Verbindungsstellen.‘‘[6] Hierzu gehörte ebenfalls sich regelmäßig umzubenennen. Eine erste Umbenennung erfolgte 1953 in Europäische Verbindungsstelle (EVS) und 1956 in Europäische Neuordnung bzw. Europäische Neue Ordnung (ENO).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurt P. Tauber, 'German Nationalists and European Union', S. 564-589, in: Political Science Quarterly, Ausgabe. 74, Nr. 4. (Dezember 1959), S. 568
  2. Gerhard Feldbauer, Von Mussolini bis Fini - Die extreme Rechte in Italien, Berlin 1996, S. 89
  3. Geoffrey Harris, The Dark Side of Europe – The extreme Right Today, Edinburgh 1994, S. 29
  4. a b Antifaschistisches Autorenkollektiv (Hrsg.), Drahtzieher im braunen Netz – Ein aktueller Überblick über den Neonazi-Untergrund in Deutschland und Österreich, Hamburg 1996, S. 216
  5. Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.), Handbuch des Österreichischen Rechtsextremismus, Wien 1994, S. 515
  6. Oliver Schröm und Andrea Röpke, Stille Hilfe für braune Kameraden – Das geheime Netzwerk der Alt- und Neonazis, Berlin 2001, S. 58f