Europäischer Fernwanderweg E8

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Europäischer Fernwanderweg E8
Geplanter Verlauf des E8
Geplanter Verlauf des E8
Daten
Länge ca. 7500 kmdep1
Lage Irland, England, Niederlande, Deutschland, Österreich, Slowakei, Polen (Ukraine), Rumänien, Bulgarien, (Türkei)
Markierungszeichen E 8 sign.jpg
Startpunkt Dursey Head IrlandIrland
51° 35′ 21″ N, 10° 13′ 14″ W
Zielpunkt (Istanbul) TurkeiTürkei
41° 3′ 11″ N, 29° 2′ 11″ O
Typ Fernwanderweg

Der Europäische Fernwanderweg E8 ist Teil der Europäischen Fernwanderwege und verläuft derzeit von Dursey Head in Irland bis zum (geschlossenen) Beskidenpass an der polnisch-ukrainischen Grenze.

In der Ukraine ist er noch nicht verwirklicht, sein Verlauf in Rumänien ist seit Herbst 2017 festgelegt. Der E8 folgt in Serbien dem E4 durch das Balkangebirge bis zur bulgarischen Grenze. In Bulgarien ist der E8 nur im Rila-Gebirge und in den Rhopoden festgelegt. In Zukunft soll der E8 bis nach Istanbul in der Türkei reichen, auf der gesamten Strecke durchgehend begehbar und einheitlich gekennzeichnet sein. Seine Gesamtlänge beträgt dann rund 7500 km.

Angelegt und durchgehend beschildert sind bis jetzt die Strecken in Irland, England, den Niederlanden, Deutschland, Österreich, der Slowakei und Polen.

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Irland verläuft der E8 durch Cahersiveen, Glenbeigh, The Black Valley, Loo Bridge, Millstreet, Glenaknockane, Mallow, Fermoy, Clogheen, Clonmel, Piltown, Inistioge, Borris, Clonegal, Tinahely, Aughavannagh, Laragh, Knockree und Dublin.

England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In England verläuft der E8 durch Liverpool, Widnes, Altrincham, Stockport, Hadfield, Penistone, Dearne, Braithwaite, Selby, Blacktoft und Hull.

Niederlande[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Fährpassage über den Ärmelkanal betritt man im Rotterdam Europoort erstmals das europäische Festland. Im Rotterdamer Stadtteil Rozenburg, auf der Brücke über den Hartelkanal, kreuzt der E8 die Europäischen Fernwanderwege E2 und E9. Außerdem befindet sich mit der Stadt Den Haag der Startpunkt des Europäischen Fernwanderweges E11 in relativer Nähe. Nirgends sonst kommen sich vier Europäische Fernwanderwege so nahe.

Der E8 verläuft in den Niederlanden weiterhin durch Maassluis, Overschie, Nieuwerkerk aan den IJssel, Kadijk, Ameide, Leerdam, Buurmalsen, Echteld, Hemmen, Nijmegen und Wyler.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der E8 durchquert Deutschland von Nordwesten nach Südosten. Dabei bewegt er sich am Anfang von der niederländischen Grenze, auf der westlichen Seite des Rheins, weg. Bei Worms übertritt er den Rhein, überquert den Odenwald, folgt dem Main bis Wertheim und verläuft danach bis Rothenburg ob der Tauber an der Tauber. Von dort aus gelangt er in südöstlicher Richtung zur Altmühl, um an deren Mündung in Kelheim die Donau zu erreichen. Von dort verläuft der Weg teilweise gemeinsam mit dem Prädikatswanderweg Goldsteig am Ufer der Donau bis nach Passau.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanderwegschilder an einer Linde neben der Pfarrkirche in Oberneukirchen (Mühlviertel, Oberösterreich).

In Österreich verläuft der E8 in östlicher Richtung, immer zwischen der Donau im Süden und der Grenze zu Tschechien im Norden. Ab Wien führt der E8 (parallel zum Europäischen Fernwanderweg E4) durch die Donauauen bis zum Grenzübergang Berg an der Donau, an dem der Übertritt zur Slowakei erfolgt (Länge ca. 69 km).

Slowakei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanderwegschild des E8 am Bahnhof von Nové Mesto nad Váhom Slowakei

Der slowakische Streckenabschnitt beträgt 739 Kilometer. Der E8 verläuft hier zu großen Teilen gemeinsam mit dem Weg der Helden, dem Wanderweg zum Gedenken an den Slowakischen Nationalaufstand (Slovenské národné povstanie, SNP). Dieser führt über den Hauptkamm der Niederen Tatra.

Der slowakische Teil des E8 kann in verschiedene Abschnitte aufgeteilt werden:

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der E8 (Rote Route) POL Szlak czerwony.svg erreicht am Duklapass Polen. Er durchquert die Niederen bzw. die Ostbeskiden, durchläuft die Städte und Dörfer Dukla, Iwonicz-Zdrój, Pasmo Bukowicy, Komańcza, Cisna, Ustrzyki Górne und Wołosate. Er ist ungefähr 122 Kilometer lang. An der polnisch-ukrainischen Grenze endet die Beschilderung des Weges.

Rumänien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den rumänischen Abschnitt hatte der Siebenbürgische Karpatenverein 2014 Fördermittel beantragt.[1] Seit Herbst 2017 ist die Route des E8 in Rumänien nun „offiziell“ festgelegt. Der Abschnitt des Fernwanderwegs beginnt am ukrainisch-rumänischen Grenzübergang bei Sighetu Marmației (Marmaroschsiget) und endet nach 1463 km und mehr als 63 Höhenkilometern im Dreiländereck zu Bulgarien und Serbien am Donaudurchbruch Porțile de Fier (Eisernes Tor) bei Drobeta Turnu Severin (Turm Severin).

Dabei folgt er in den Ostkarpaten den Gebirgszügen Tibles, Munții Rodnei (Rodna), Suhard, Rarău, Stânișoara, Ceahlău, Hășmaș, Tarcău, Ciuc, Nemira, Vrancea, Penteleu, die Munții Buzăului durch die Ostkarpaten nach Süden und erreicht den Piatra Mare (Hohenstein) bei Brașov.

In Brașov (Kronstadt) ändert der E8 seine Richtung, steigt in den Südkarpaten (Transsilvanische Alpen) über den Piatra Craiului (Königsstein) zum Făgăraș- (Fogarascher) Hochgebirge mit den höchsten Erhebungen über 2500 m auf und überschreitet es in seiner gesamten Länge. Bei Turnu Roșu (Schweinsdorf) in der Nähe von Sibiu (Hermannstadt) erreicht der E8 das Tal des Flusses Olt (Alt), um direkt wieder zu den Lotru-und Cindrel- (Zbin) Bergen aufzusteigen und seiner westlichen Richtung zur Steinernen Rinne zu folgen. Der E8 wendet sich nach Süden und durchquert das Retezat-Gebirge, die letzte alpine Erhebung der Südkarpaten.

Nach dem Abstieg vom Retezat verläuft der E8 in südlicher Richtung durch lediglich hügeliges Gelände in den Mehedinți-Bergen und bleibt dabei weitgehend unter der 1000-m-Marke. Der E8 erreicht am Grenzübergang bei Dobera-Turnu Severin die Donau und verlässt dort Rumänien.[2]

Serbien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Serbien soll der E8 zusammen mit dem E4 durch das Balkangebirge Richtung Sofia streben. Die Länge des E8 in Serbien beträgt schätzungsweise 450 km.

Bulgarien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bulgarien beginnt der gekennzeichnete Verlauf des E8 im Urlaubsort Borowez im Rila-Gebirge, etwa 80 km südöstlich von Sofia, und führt 463 km weit über die Rhopoden-Berge nach Mezek bei Svilengrad, im Dreiländereck zur Türkei und Griechenland. Nach dem Rila-Kloster erreicht der Weg mit dem Musala (2925 m) den höchsten Punkt seiner gesamten Strecke.[3]

Zukünftiger Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die noch vorhanden Lücken des E8 betreffen vor allem die Ukraine und die Türkei. In Swilengrad im Dreiländereck Bulgarien-Türkei-Griechenland endet der Fernwanderweg momentan. Künftig soll der E8 auch das türkische Ostthrakien durchlaufen und am Bosporus enden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Jürgen Gorges: Auf Tour in Europa, Handbuch für die Europäischen Fernwanderwege. ISBN 3-8134-0338-6
  2. Hans Jürgen Gorges: Der Europäische Fernwanderweg E8 (I): Von Nijmegen nach Bad Godesberg. ISBN 3-937304-22-3
  3. Kay Sendelbach: Der Europäische Fernwanderweg E8 (II): Von Bad Godesberg nach Obernburg. ISBN 3-937304-64-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ralf Sudrigian: 683 Kilometer auf der E3 durch das Westgebirge und die Banater Berge. In: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien. 17. Dezember 2014; abgerufen am 29. Februar 2016.
  2. Der Europäische Fernwanderweg E8. In: www.eldp8.de. Abgerufen am 27. März 2017.
  3. European hiking trails in Bulgaria. In: ogistoyanov.com. Abgerufen am 8. Dezember 2017 (englisch).