Europäischer Installationsbus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Artikel Europäischer Installationsbus und KNX-Standard überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Krukrus (Diskussion) 14:44, 14. Jun. 2016 (CEST)

Der Europäische Installationsbus (EIB) ist ein Standard nach EN 50090, in der aktuellen Version als KNX-Standard auch nach ISO/IEC 14543-3,

  • der beschreibt, wie bei einer Installation Sensoren und Aktoren in einem Haus miteinander verbunden werden können,
  • der festlegt, wie Sensoren und Aktoren miteinander kommunizieren müssen (das Protokoll).

Die offizielle Bezeichnung lautet heute nur noch KNX (siehe auch Geschichte).

Der KNX steuert zum Beispiel die Beleuchtung und Jalousien beziehungsweise Beschattungseinrichtungen, die Gebäudeheizung sowie die Schließ- und Alarmanlage. Mittels EIB (KNX) ist auch die Fernüberwachung und -steuerung eines Gebäudes möglich. Eine Steuerung erfolgt dabei über den Benutzer selbst oder über einen mit entsprechender Software ausgerüsteten Computer.

KNX wird derzeit vor allem bei neuen Wohn- und Zweckbauten installiert, kann jedoch auch bei der Modernisierung von Altbauten nachträglich eingebaut werden. Es werden bereits auch bei preiswerten Fertighäusern KNX-Netze in das Gebäude standardmäßig integriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits Mitte der 1980er Jahre sind die ersten Überlegungen zur Anwendung der Bustechnologien für die elektrische Installationstechnik und zur Gebäudetechnik parallel von verschiedenen Firmen angeregt worden. Man hat erkannt, dass die Markteinführung von herstellerspezifischen Systemen einer breiten Marktdurchdringung im Wege stehen würde und dem Bauherren die unterschiedlichsten proprietären „Standards“ und „Systeme“ bescheren würde. Führende Hersteller der elektrischen Installationstechnik haben sich 1990 im Rahmen der European Installation Bus Association (EIBA) (Gründungsmitglieder waren Berker, Jung, Gira, Merten und Siemens) und später der KNX Association (KNX-Standard) mit der Zielsetzung zusammengeschlossen, einen Standard in den Markt einzuführen. Dieser Standard garantiert die Kompatibilität und Interoperabilität der verschiedenen Geräte und Systeme unterschiedlicher Hersteller aus vielen Bereichen, nicht nur der Elektroinstallationstechnik, sondern auch aus anderen Bereichen wie Klima & Lüftung oder Hausgeräte (zum Beispiel Herde).

Nachdem erste Produkte gemäß diesem Standard 1991 am Markt angeboten wurden, sind es heute nahezu 4000 Produktgruppen mit einem Vielfachen an unterschiedlichen Produkten von über 200 Firmen. Diese Produkte decken die verschiedenen Gewerke und Anwendungen im Gebäude unter Wahrung der Austauschbarkeit der Produkte ab, sodass sie in einer mit dem KNX ausgeführten Anlage zusammenwirken können.

Mittlerweile ist KNX der erste offene Weltstandard für Haus- und Gebäudeautomation. Geregelt wird dies in Europa seit 1994[1] in der EN 50090. Die Standardisierung durch ISO ist als Standard ISO/IEC 14543-3 erfolgt.

Weiterentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich auf Objektbauten fokussiert, findet KNX auch zunehmend in Wohngebäuden und insbesondere Einfamilienbauten Anwendung. Den Trend zur Übertragung von mehr Informationen aus Kameras, Sensoren, Sprache und Medien kann KNX nicht folgen. Diese können und müssen ausschließlich über parallele Netzwerke übertragen werden.

Während in Objektbauten die Stärke von KNX in einer dezentralen Verkabelung betriebswirtschaftlich hilfreich ist, setzte sich im Kleingebäudebereich eher eine zentralisierte Verkabelung durch (Führung aller Sensor- und Aktorleitungen an einen oder zwei zentrale Punkte).

Der Trend zur All-IP-Lösung im Gebäudebau (VoIP) verändert den Markt nachhaltig. Die zunehmende Tendenz zur Einsatz einer Logik (Server, Visualisierung) sorgt für eine starke Zunahme von SPS im Gebäudebaut. Einige Hersteller von SPS bieten Gateways zu KNX an, um beide Welten zu verschmelzen.

Dennoch formulieren Pioniere der Entwicklung von EIB/KNX inzwischen in der Fachliteratur Zweifel über die Zukunftsfähigkeit von KNX. Dem allgemeinen Trend der Vernetzung auf der IP-Ebene wird sich KNX langfristig nicht entziehen können, zu vielseitig sind die Optionen der konkurrierenden Systeme.[2] Höhere Datenraten insbesondere aus dem Medienbereich (Multiroom) erfordern ohnehin andere Vernetzungskonzepte. Der Vorteil der sehr sicheren und offenen Busarchitektur von KNX bleibt jedoch weiterhin ein wesentliches Merkmal der Technik.

Alternative Technologien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Heinle: Heimautomation mit KNX, DALI, 1-Wire und Co. - Das umfassende Handbuch. Rheinwerk Verlag, Bonn 2015, ISBN 978-3-8362-3461-0.
  • Frank Völkel: Smart Home mit KNX, selbst planen und installieren. Franzis, München 2011, ISBN 978-3-7723-4387-2.
  • Rainer Scherg: EIB/KNX-Anlagen - planen, installieren und visualisieren. Vogel, Würzburg 2008, ISBN 978-3-8343-3125-0.
  • Willy Meyer: KNX/EIB Engineering Tool Software. Hüthig & Pflaum, München & Heidelberg 2007, ISBN 978-3-8101-0266-9.
  • Karlheinz Frank: EIB/KNX Grundlagen Gebäudesystemtechnik. Huss, Berlin 2008, ISBN 978-3-341-01540-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Published/in progress. CENELEC. Abgerufen am 19. Juni 2009.
  2. Das unruhige Flackern der Light&Building 2014. In: springerprofessional.de. 7. April 2014, abgerufen am 8. Juni 2016.