Europäisches Umweltzeichen

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Das Europäische Umweltzeichen (kurz Euroblume bzw. EU Ecolabel) ist ein internationales Gütesiegel zur Kennzeichnung von Verbraucherprodukten und Dienstleistungen. Es wurde mit der EG-Verordnung 1980/2000/EG[1] eingeführt. Gekennzeichnet werden Konsumgüter, die sich durch besondere Umweltverträglichkeit und vergleichsweise geringe Gesundheitsbelastung auszeichnen sollen.

Die Auszeichnung wurde 1992 von der Europäischen Kommission eingeführt und wird heute eigenverantwortlich durch nationale Institute der teilnehmenden Länder vergeben.

Zu den häufig geprüften Produkten zählen z. B. Matratzen, Leuchten, Wandfarben, Lacke, Papier sowie Haus- und Elektrogeräte.

Kriterien zur Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vorfeld der Einführung hat das European Union Ecolabelling Board (EUEB) (zu deutsch: Ausschuss für das Umweltzeichen der Europäischen Union, AUEU)[1] auf der Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen einen Kriterienkatalog festgelegt. Das Gremium setzt sich zum einen aus den nationalen Vergabestellen der Teilnehmerländer, zum anderen aus Interessensvertretern der Industrie, Gewerkschaften, Umweltschutzorganisationen und Verbraucherschutzverbänden zusammen.

Zur Bewertung eines Produkts werden nicht nur einzelne Merkmale, sondern der gesamte Produktlebenszyklus herangezogen – einschließlich der umweltverträglichen Herstellung und Entsorgung.[2]

Euroblume in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Prüfung und Vergabe des Siegels innerhalb Deutschlands sind das Deutsche Institut für Gütersicherung und Kennzeichnung (RAL) und das Umweltbundesamt verantwortlich. Produkte und Dienstleistungen werden auf Antrag überprüft und erhalten das Umweltzeichen nach positivem Prüfungsverlauf, Zustimmung der Europäischen Kommission und Abschluss eines Lizenzvertrags.[3]

In Deutschland wird das Gütesiegel für drei Jahre vergeben.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Prüfung eines Leuchtmittels für den deutschen Markt wird der energetische Wirkungsgrad erhoben, also das Verhältnis von Leuchtstärke und Leistungsaufnahme. Geprüft werden außerdem Quecksilbergehalt, Verpackung, Gebrauchstauglichkeit, Brenndauer und umweltverträgliche Entsorgung.[4]

Für Waschmittel wird in Deutschland zurzeit das Europäische Umweltzeichen anstatt des Blauen Engels vergeben. Ein Waschmittel, das jenes Symbol trägt, musste - neben seiner Umweltverträglichkeit - seine Waschkraft in strengen Tests nachweisen. Die Kriterien dafür wurden nach wissenschaftlichen Maßstäben vom deutschen Umweltbundesamt entwickelt.

EU Ecolabel im nichteuropäischen Ausland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Zertifizierung mit dem EU Ecolabel ist es nicht zwingend erforderlich, dass das betreffende Produkt oder die betreffende Dienstleistung in einem EU Mitgliedsstaat hergestellt wird. Notwendig ist vielmehr, dass Produkt bzw. Dienstleistung in mindestens einem EU Mitgliedsland vermarktet werden. Somit können zum Beispiel auch Unterkunftsbetriebe aus nicht-EU Ländern mit dem Umweltzeichen zertifiziert werden, soweit sie ihr Angebot innerhalb der EU vermarkten.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b EG-Verordnung 1980/2000/EG. Abgerufen am 22. Juni 2009
  2. InNaTex: Informationsbroschüre der Internationalen Naturtextilmesse. Abgerufen 29. September 2006
  3. label-online.de: http://www.label-online.de/index.php/cat/3/lid/39. Abgerufen 29. September 2006.
  4. thema-energie.de: EU-Umweltzeichen Euroblume. Abgerufen 29. September 2006
  5. Ferienwohnungen in Montenegro mit EU Ecolabel zertifiziert. Abruf: 18. Dezember 2013