Europäisches Zentrum der Künste Hellerau

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Firmenschild an der Zufahrt zum Gelände

Das Europäische Zentrum der Künste Hellerau (Eigenschreibweise HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden) ist ein Kulturbetrieb der Stadt Dresden auf dem Gelände des Festspielhaus Hellerau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1986 gründete sich unter der Leitung von Udo Zimmermann das „Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik“ (DZzM) als städtische Einrichtung, welches vor allem durch die Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Es hatte sein Domizil in einer Villa auf der Schevenstraße im Dresdner Stadtteil Loschwitz.

Um eine nachhaltige künstlerische Arbeit auf dem Festspielhausgelände zu initiieren, verlegte die Stadt Dresden das Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik zum 1. Juli 2002 nach Hellerau. Damit einher ging eine konzeptionelle Neuorientierung. Zum 1. Januar 2004 wurde das Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik in das „Europäische Zentrum der Künste Hellerau“ umgewandelt. Udo Zimmermann fungierte als Gründungsintendant dieses neuen Zentrums, welches zukünftig als Trägereinrichtung auch den Spielbetrieb im Festspielhaus sichern soll.[1] Zwar bekundete Zimmermann, dort alle Opern von Karlheinz Stockhausen aufzuführen, doch scheiterte das Unterfangen bereits an der Finanzierung seitens der Stadt Leipzig beim „Mittwoch aus LICHT“ (1997) – beide Komponisten begegneten sich freundlich, aber distanziert.[2]

Nach erfolgter Sanierung des Inneren des Festspielhauses im Sommer 2006 benannte sich das Europäische Zentrum offiziell in „HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden“ um. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Udo Zimmermann 2008 übernahm Dieter Jaenicke 2009 die Intendanz. Seitdem wird das Festspielhaus ganzjährig spartenübergreifend mit zeitgenössischer Kunst bespielt. Mittlerweile zählt HELLERAU zu den wichtigen interdisziplinären Zentren zeitgenössischer Künste in Deutschland. Zeitgenössischer Tanz, Neue Musik, Theater, Performance, Bildende Kunst und Neue Medien sind hier zuhause. Die Dresden Frankfurt Dance Company und das Tanztheater DEREVO sind neben anderen Künstlern feste Partner des Hauses.[3] Das Europäische Zentrum ist Mitglied oder Teil vieler internationaler und nationaler Vereine und Netzwerke, unter anderem des KlangNetz Dresden, der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik und des europäischen Theaternetzwerks THEATRON.

Das Europäische Zentrum wird jedes Jahr mit ca. 3,4 Millionen Euro durch die Stadt Dresden finanziert.[4]

Seit 2009 liegt die Verantwortung für den grafische Außenauftritt des Zentrums in den Händen einer Werbeagentur aus Frankfurt am Main.[5] Die Grundidee des Logos, ein H in einem Kreis, ist die der „Haltestelle Hellerau“.

Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festspielhaus Hellerau 2013

Das Europäische Zentrum gliedert sich in folgende Institutionen auf:

  • Trägergesellschaft für Veranstaltungsbetrieb und Künstlerresidenzen
  • Deutsches Komponistenarchiv[6]
  • Internationale Musikbibliothek
  • Sammlung „Verfemte Musik“
  • musikwissenschaftlicher Handapparat mit den wichtigsten Neuerscheinungen zur Neuen Musik und angrenzenden Fachgebieten
  • Dokumentationszentrum zu zahlreichen Komponisten der jüngsten Musikgeschichte
  • RAC – Refugee Art Center HELLERAU[7]

Intendanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Udo Zimmermann (2004–2008)
  • Dieter Jaenicke (2009–2018)
  • Carena Schlewitt[8] (ab Spielzeit 2018/19)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marion Demuth, Udo Zimmermann (Hrsg.): Klang – Raum – Bewegung. 10 Jahre Dresdner Zentrum für Zeitgenössische Musik. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1996, ISBN 3-7651-0331-4.
  • Hellerau–Europäisches Zentrum der Künste Dresden (Hrsg.): Hellerau leuchtet. Festschrift zum zehnten Jahrestag der Wiedereröffnung des Festspielhauses Hellerau, Eigenverlag, Dresden, 2016

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik (DZzM) wird zum Träger des Festspielhaus-Geländes in Hellerau, Pressemitteilung der Stadt Dresden vom 15. Dezember 2003, abgerufen am 30. Oktober 2016
  2. Attila Kornel: „Tief unter uns nur Schweigen.“ – Die Ästhetik der Stille in Udo Zimmermanns Kammeroper „Weiße Rose“. In: DIE TONKUNST, Magazin für klassische Musik und Musikwissenschaft. Jg. 11, Nr. 3, Juli 2017, S. 368–377.
  3. Hellerau auf dresden.de
  4. siehe die Jahresberichte Kultur der Stadt Dresden
  5. eine Projektwebseite der Agentur dazu; abgerufen am 16. November 2016
  6. Webseite des Komponistenarchivs
  7. Projektwebseite auf hellerau.org
  8. Artikel im Blog Musik in Dresden vom 23. September 2016; abgerufen am 14. November 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]