Europa-Union Deutschland

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Europa-Union Deutschland
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Portrait Rainer Wieland.JPG
Rainer Wieland
 
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Basisdaten
Art proeuropäische überparteiliche Bürgerinitiative
Verbreitung DeutschlandDeutschland Deutschland, Brüssel und Luxemburg
Gründungsdatum 9. Dezember 1946
Gründungsort Syke
Vorsitzender Rainer Wieland
Ehrenvorsitzende Walter Scheel (seit 1989)
Egon Klepsch (seit 1997)
Elmar Brok (seit 2006)
Peter Altmaier (seit 2011)
Stellvertreter Thomas Mann
Eva Högl
Heinz-Wilhelm Schaumann
Schatzmeister Joachim Wuermeling
Generalsekretär Christian Moos
Geschäftsführerin Birgit Kößling
Adressen
Adresse Sophienstraße 28/29
10178 Berlin
Website europa-union.de
Struktur
Mitglieder 18.000[1]
Gliederung 16 Landesverbände und Verbände Brüssel und Luxemburg
Jugendorganisation JEF Deutschland
Mitgliedschaften Union der Europäischen Föderalisten
Europäische Bewegung Deutschland
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement

Die Europa-Union Deutschland e. V. (EUD) ist die deutsche Sektion der Union der Europäischen Föderalisten (UEF). Sie ist der größte pro-europäische Bürgerverein in Deutschland und versteht sich als überparteiliche, überkonfessionelle und unabhängige politische Nichtregierungsorganisation für ein föderales Europa. Gegründet wurde der Verein 1946 in Syke. Gemäß ihrer föderalen Struktur ist die Europa-Union in 16 Landesverbände und rund 300 Kreis- und Ortsverbände gegliedert. Auslandsverbände bestehen in Brüssel und Luxemburg. Die Jugendorganisation der Europa-Union heißt Junge Europäische Föderalisten Deutschland (JEF).

Selbstverständnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Europa-Union Deutschland ist ein auf ehrenamtlichen Strukturen basierender Bürgerverein für Europa, der sich für eine weitreichende europäische Integration und einen Europäischen Bundesstaat einsetzt. Sie ist auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene aktiv und vereint Vertreter aller gesellschaftlichen Gruppen. Als Mittlerin zwischen Bürgern und Institutionen der europäischen Politik engagiert sie sich für ein bürgernahes Europa, das von einem gesellschaftlichen Konsens getragen wird.[2]

Der Aufbau föderaler und demokratischer Strukturen innerhalb Europas gehört zur Gründungsidee des Vereins. Viele frühzeitige Forderungen der Europa-Union sind heute Wirklichkeit: die Direktwahl des Europäischen Parlamentes und die Stärkung seiner Kompetenzen in der EU-Gesetzgebung, die Erweiterung der Europäischen Union, die Einführung des Euro und die Abschaffung der Roaming-Gebühren. Immer wieder positionierte sich der Verein zu Sachthemen, insbesondere im Sinne eines Europas der Bürger.[3] Der Verein begleitete Reformprozesse der EU in Richtung einer Europäischen Föderation, wie zum Beispiel den gescheiterten Verfassungsvertrag und den heute gültigen Vertrag von Lissabon.

Zur Verbreitung von Informationen für die europäische Integration werden Vorträge, z. B. in Schulen und Vereinen, sowie Kolloquien, Wochenendseminare und Studienreisen zu europäischen Institutionen veranstaltet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge 1946[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 1946 lud die Schweizer „Europa-Union“ die europäischen Föderalisten zu einer Konferenz nach Hertenstein am Vierwaldstättersee ein.[4] Es wurden zwölf Thesen verfasst, die als „Hertensteiner Programm“ zur Grundlage der europäischen Arbeit der Nachkriegsjahre und zugleich zum politischen Gründungsdokument der späteren Europa-Union Deutschland wurden. Zur gleichen Zeit hielt Winston Churchill in Zürich ebenfalls ein Plädoyer für ein geeintes Europa. Der Hertensteiner Konferenz folgten noch zwei weitere in Luxemburg und Basel, bis im Dezember 1946 in Paris die „Union Europäischer Föderalisten“ (UEF) gegründet wurde, wobei Italiener, Franzosen und Niederländer besonders stark vertreten waren. Nach einer euroskeptischen britischen Quelle wurde die UEF bis in die 1960er Jahre zum Teil über das American Committee for a United Europe (ACUE) finanziert, welches vom US-Geheimdienst Office of Strategic Services (OSS) gelenkt worden war.[5]

Einladungen zu den UEF-Veranstaltungen waren auch an Deutsche ergangen, diese konnten jedoch nicht teilnehmen, weil sie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg von den Behörden der Besatzungszonen keine Reisegenehmigung bekamen. Einzige Ausnahme waren im Schweizer Exil lebende Deutsche, wie Heinrich Ritzel, ehemaliger SPD-Abgeordneter im Reichstag. Ritzel war seit 1939 Zentralsekretär der Schweizer „Europa-Union“. In mehreren Orten der westlichen Besatzungszonen – insbesondere der britischen – bildeten sich in dieser Zeit Gruppen, die sich die Einigung Europas zum Ziel gesetzt, jedoch zunächst wenig Kontakt untereinander hatten.

Heinrich Ritzel gelang es, über niederländische und britische Teilnehmer am Hertensteiner Treffen mit Wilhelm Heile, dem Landrat von Syke bei Bremen, Verbindung aufzunehmen. Heile hatte schon in der Weimarer Republik einen „Verband für europäische Cooperation“ gegründet. Zusammen mit dem Fabrikanten Wilhelm Hermes aus Mönchengladbach initiierte Heile am 9. Dezember 1946 einen Zusammenschluss der wichtigsten deutschen Europa-Gruppen. In Anlehnung an die schweizerische „Europa-Union“ hatte Ritzel auch für die deutschen „Europäer“ den Namen „Europa-Union“ vorgeschlagen. Heile wurde erster Vorsitzender und Hermes Geschäftsführer mit einem Sekretariat in Mönchengladbach.

Erste Kundgebungen gab es in Duisburg, Köln, Kiel und Lübeck. In der sowjetischen Besatzungszone wurden alle Aktivitäten der Europa-Union und anderer Europa-Verbände westlicher Prägung verboten. Der erste Kongress der Europa-Union fand im Juni 1947 in Eutin statt, an dem 200 Delegierte von 50 Bezirksgruppen teilnahmen. Im November 1947, nach dem Beitritt weiterer föderalistischer Gruppen in Deutschland, wurde die Europa-Union Mitglied der UEF und damit deren deutsche Sektion.[6]

Unter dem Vorsitz von Winston Churchill wurde am 7. Mai 1948 in Den Haag ein Europa-Kongress einberufen, an dem mehr als 700 Politiker aus den Empfängerländern des Marshallplans teilnahmen. Er wurde von der UEF vorbereitet und vom ACUE finanziert. Wichtigstes Ergebnis war die Gründung des Europarats, und die Gründung der Europäischen Bewegung.

In Wiesbaden wurde 1949 der Deutsche Rat der Europäischen Bewegung, die heutige Europäische Bewegung Deutschland, gegründet, der auch die Europa-Union angehört.

1949–1954[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Europa-Union Kongress von Eutin fand unter dem Motto "Europäer aller Länder vereinigt Euch!" im Mai 1949 der 1. Kongress in Hamburg statt. Hier wurde der Publizist Eugen Kogon zum ersten Präsidenten gewählt, Carlo Schmid wurde in Abwesenheit zum ersten Vizepräsidenten gewählt. Dieser diente fortan als Berater der Europa-Union.[7] Unter Kogon vertrat die Europa-Union in den späten 1940er- und frühen 1950er Jahren die weltanschaulichen Interessen und Meinungen des deutschen Linkskatholizismus und des französischen integralen Föderalismus. Die Einigung Europas sollte an den Parlamenten vorbei geschehen. Im Laufe der Jahre nahm die Kritik an Kogons Führungsstil und der politischen Ausrichtung der Europa-Union zu. Hinzu kam seine finanzielle Misswirtschaft, mit der er den Verband Anfang der 1950er Jahre an den Rand des Ruins brachte, was die Absetzung Kogons zur Folge hatte.

Am 2. Mai 1954 wurde der CDU-Bundestagsabgeordnete Paul Leverkuehn in einer Kampfabstimmung gegen Franz Josef Strauß auf dem Kongress in Köln zum neuen Präsidenten gewählt. Nach einem schweren Autounfall und Anfeindungen wegen seiner nachrichtendienstlichen Tätigkeit im Zweiten Weltkrieg musste er aber bereits im September 1954 zurücktreten.

1954–1978[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder der Hochschulgruppe in Germersheim bei Fragestunde im BPA in Bonn 1958
Der Bundeskongress der EUD 1975

Bei den Präsidentschaftswahlen auf dem Kongress in Hannover im Oktober 1954 ging Ernst Friedlaender als Sieger hervor, nachdem der Gegenkandidat Kurt Georg Kiesinger seine Kandidatur zurückgezogen hatte. Nach dem Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft 1954 und dem massiven Rückgang der Mitgliederzahlen wurde das Ziel einer Massenorganisation zunächst nicht mehr angestrebt. Stattdessen konzentrierte sich der Verband auf die gezielte Beeinflussung der Regierungsbürokratie und der politischen Parteien. Die Westbindung der Bundesrepublik wurde befürwortet und unterstützt. Friedlaender zur Seite stand der Kölner Bankier Friedrich Carl von Oppenheim, der durch seine Kontakte in die Finanzwelt das wirtschaftliche Überleben der Europa-Union sicherstellen konnte.

Als Ernst Friedlaender aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat, wurde von Oppenheim Mitte Januar 1958 in Bremen zum Präsidenten gewählt. In dieser Zeit zog das Generalsekretariat von Frankfurt nach Bonn, um engere Verbindungen zu bundespolitischen Akteuren aufzubauen und um die deutsche Außen- und Europapolitik stärker beeinflussen zu können. Gute Beziehungen bestanden zu Bundeskanzler Adenauer und insbesondere zum Auswärtigen Amt, welches die Europa-Union finanziell unterstützte. Die Standpunkte des Verbandes unter Friedlaender und von Oppenheim standen im starken Gegensatz der Ansichten Kogons. Erstens legte man sich eindeutig auf ein atlantisches und nach Westen orientiertes Europa fest, zweitens setze man einen Schwerpunkt auf wirtschaftliche Themen und bekannte sich drittens zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik.

Zentrale Forderungen der EUD in den 60er und 70er Jahren waren unter anderem die Durchführung von Direktwahlen des Europäischen Parlamentes und eine Europäische Verfassung. Die ersten Direktwahlen des Parlamentes fanden 1979 statt, die Europa-Union begleitete diese mit einer Informationskampagne, um möglichst viele Wähler zu mobilisieren.

1979–1999[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 1980 wurde Walter Scheel zum neuen Präsidenten der Europa-Union gewählt. Auf einer Kundgebung 1988 im Kuppelsaal der Stadthalle Hannover forderten rund 5000 Teilnehmer die Vollendung des Binnenmarktes und die Gründung der Europäischen Union. Auf Scheel folgte 1989 Egon Klepsch als neuer Präsident der EUD. Innerhalb eines Jahres nach der deutschen Wiedervereinigung gründeten sich ebenfalls Landesverbände der Europa-Union in den neuen Bundesländern.

Die Europa-Union pflegte in dieser Zeit ein gutes Verhältnis zu Bundeskanzler Helmut Kohl, welcher das Präsidium der EUD 1990 zu einem umfassenden Meinungsaustausch einlud und 1993 in seiner Rede auf dem 39. Kongress in Mannheim die konsequente Fortführung der Europäischen Integration bekräftigte.

1995 verabschiedete die EUD in Lübeck die Charta der Europäischen Identität[8]. Unter dem Motto "Der Euro kommt" startete die EUD gemeinsam mit der Europäischen Bewegung 1996 eine Informationskampagne zur Wirtschafts- und Währungsunion.

1999 bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 wurde Elmar Brok Präsident der Europa-Union. Mit der Einführung des Euro erreichte die EUD einen wichtigen Meilenstein in Richtung der von ihr geforderten Vollendung des Binnenmarktes. Seit den 80er Jahren setzte sich die EUD für einen Europäischen Verfassungsvertrag ein. Auch wenn der Versuch, der EU eine Verfassung zu geben, 2004 scheiterte, flossen wichtige Teile des Vertrages in den Vertrag von Lissabon mit ein. Beide Reformprozesse begleitete die EUD inhaltlich mit. Gemeinsam mit dem Vertrag von Lissabon erhielt auch die Grundrechtecharta Rechtsgültigkeit, was seit 2002 erklärtes Ziel der EUD gewesen war.

2006 in Bremen wurde Peter Altmaier zum Präsidenten gewählt. In diesem Jahr wurde die Veranstaltungsreihe "Europäischer Abend[9]" ins Leben gerufen. Als 2009 das Bundesverfassungsgericht den Vertrag von Lissabon für verfassungskonform erklärte, entschied dieser gleichzeitig die Schaffung eines Europäischen Bundesstaates für unvereinbar mit dem Deutschen Grundgesetz. Letztere Entscheidung kritisierte die EUD scharf und entschied, weiterhin an der föderalistischen Grundeinstellung festzuhalten[10].

2011 folgte Rainer Wieland auf das Amt des Präsidenten. Auf dem 58. Bundeskongress der Europa-Union wurde 2012 in Düsseldorf das neue Grundsatzprogramm unter dem Titel "Unser Ziel ist der Europäische Bundesstaat"[11] beschlossen. Die Europawahl 2014 begleitet die EUD mit einer bundesweiten Kampagne "Europa mitbeSTIMMEN"[12], um Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an der Wahl zu animieren. Weitere breit angelegte Straßenaktionen folgten. Im Mittelpunkt stehen dabei der direkte Austausch unter Bürgerinnen und Bürgern zu aktuellen europäischen Themen sowie die europapolitische Bildung.

Im Sommer 2016 starteten die Europa-Union und die Jungen Europäischen Föderalisten eine gemeinsame Online-Kampagne "Europa braucht Dich jetzt!"[13]. Im Dezember 2016 feierte die Europa-Union ihr 70-jähriges Bestehen am Gründungsort in Syke. Der zentrale Festakt mit rund 200 Gästen fand im Januar 2017 in Berlin statt. Anlässlich des 60. Jubiläums der Römischen Verträge veranstaltete die Union Europäischer Föderalisten, Dachverband der Europa-Union, am 25. März 2017 eine Großdemonstration in Rom, den "March for Europe"², an dem sich auch zahlreiche Mitglieder der EUD und JEF beteiligten. Zeitgleich luden die Europa-Union Deutschland und die JEF gemeinsam mit weiteren pro-europäischen Kräften zu einem Demonstrationszug zum Brandenburger Tor. In Berlin zeigten circa 6000 Menschen Flagge für Europa und die Europäische Union[14].

Präsidenten seit 1949[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Generalsekretäre seit 1946[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parlamentarische Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 widmet sich der Verein verstärkt der parlamentarischen Arbeit und hat Parlamentariergruppen im Europäischen Parlamentes, im Bundestag und auf Landesebene. 67 Mitglieder des Europäischen Parlamentes und 149 Mitglieder des Deutschen Bundestages sind Mitglied in der Europa-Union (Stand Oktober 2017). Die Vorstände der einzelnen Parlamentsgruppen sind überparteilich besetzt.

Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag

Die Parlamentariergruppe veranstaltet regelmäßig Hintergrundgespräche mit den Außenministern der Mitgliedstaaten, die die EU-Ratspräsidentschaft innehaben, Fachgespräche zu aktuellen Themen sowie gemeinsam mit den Jungen Europäischen Föderalisten das Parlamentarische Europaforum (PEF). Auch die Europabeflaggung des Reichstagsgebäudes geht auf eine Initiative der EUD-Parlamentariergruppe zurück.

Europa-Union Parlamentariergruppe Europäisches Parlament

Arbeitsgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der traditionellen Basisarbeit in Landes- und Kreisverbänden und der Parlamentarierarbeit spricht die Europa-Union zunehmend neue Zielgruppen an. Gleichzeitig konzentriert sie ihre inhaltliche Arbeit.

Seit 2010 gibt es nur noch zwei Arbeitsgruppen: die inhaltliche „AG Zukunft Europas“ und die funktionell-inhaltliche AG „Europa-Professionell – die Hauptstadtgruppe der Europa-Union Deutschland“. Die erste AG setzt die Arbeit der „AG Verfassung“ fort.

Die AG Europa-Professionell hat als Zielgruppe Arbeitnehmer, die sich in der Bundeshauptstadt Berlin mit europäischen Themen beschäftigen, im Fokus. Sie hat sich im Sommer 2009 gegründet und setzt sich im Auftrage des Präsidiums für die Europäisierung der Bundespolitik ein. Hierbei vereint sie wie der Brüsseler EUD-Verband (siehe unten) Lobbyisten, Beamte und Wissenschaftler. Wie Parteien auch, sucht die Gruppe über persönliche Kontakte für ihre Ziele zu werben. Sprecher der Gruppe sind derzeit Sebastian Gröning-von Thüna, Leiter des Fachbereichs EU-Angelegenheiten der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens beim Bund, und Gabriela Schneider, Europareferentin beim Kommissariat der Deutschen Bischöfe.[19] Frühere Sprecher der Gruppe waren u.a. der ehemalige beamtete Staatssekretär Joachim Wuermeling und die Beamtin Silke Kaul.[20] Neben Veranstaltungsreihen für das Zielpublikum arbeitete die Hauptstadtgruppe auch an Papieren zur Verbesserung der Europa-Koordinierung der Bundesregierung.[21] Neben der Hauptstadtgruppe in Berlin haben sich weitere Europa-Professionell-Gruppen in Frankfurt und Hamburg gegründet.

Eine Mitwirkung in der Gruppe ist nur bei professionellem Hintergrund und über die Mitgliedschaft in einem der Landesverbände möglich.

Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Kommissions-Agenda Europa 2020. Mitglieder waren Joachim Wuermeling, Eva Högl und Reinhard Bütikofer.

Präsidium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder (seit 2017)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsident Rainer Wieland, MdEP, Vizepräsident des Europaparlaments
Vizepräsidenten Eva Högl, MdB
Thomas Mann, MdEP
Heinz-Wilhelm Schaumann
Schatzmeister Joachim Wuermeling, Staatssekretär a.D.
Vorsitzender des Bundesausschusses Franz-Josef Klein
Vorsitzender der Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland Manuel Gath
Präsident der Union Europäischer Föderalisten Elmar Brok, MdEP
Generalsekretär Christian Moos
weitere Präsidiumsmitglieder Harm Adam, Lars Becker, Ralf Bingel, Walter Brinkmann, Claudia Conen, Bernhard Freisler, Evelyne Gebhardt MdEP, Norbert Herhammer, Sylvia-Yvonne Kaufmann, MdEP, Enrico Kreft, Hermann Kuhn, Otto Schmuck, Linn Selle, Inga Wachsmann, Peter W. Wahl und Matthias Zürl
Ehrenpräsidenten Peter Altmaier, Bundesminister für besondere Aufgaben
Elmar Brok, MdEP
Egon Klepsch, Präsident a.D. des Europäischen Parlaments
Walter Scheel, Bundespräsident a.D.
Ehrenmitglieder des Präsidiums Arno Krause, Horst Seefeld, Hans-Joachim Seeler, Ernst Johannsson

Landes- und Auslandsverbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 16 Landesverbände der Europa-Union Deutschland:

  • Europa-Union Baden-Württemberg e.V.[22]
  • Europa-Union Bayern e.V.[23]
  • Europa-Union Berlin e.V.[24]
  • Europa-Union Deutschland - Landesverband Brandenburg e.V.[25]
  • Europa-Union Deutschland – Landesverband Bremen e.V.[26]
  • Europa-Union Hamburg e.V.[27]
  • Europa-Union Deutschland – Landesverband Hessen e.V.[28]
  • Europa-Union Deutschland e.V. – Landesverband Mecklenburg-Vorpommern[29]
  • Europa-Union Deutschland – Landesverband Niedersachsen e.V.[30]
  • Europa-Union Nordrhein-Westfalen e.V.[31]
  • Europa-Union Deutschland Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.[32]
  • Europa-Union Saar[33]
  • Europa-Union – Landesverband Sachsen e.V.[34]
  • Europa-Union Sachsen-Anhalt e.V.[35]
  • Europa-Union Schleswig-Holstein e.V.[36]
  • Europa-Union Thüringen e.V.[37]

Die Landesverbände sind über Mitgliedschaften mit den Landesorganisationen der Europäischen Bewegung verbunden. Als Gliederungsverbände der Europa-Union Deutschland sind sie der Europäischen Bewegung ebenfalls verbunden.

Die Europa-Union hat zudem zwei Auslandsverbände in Brüssel und Luxemburg.

Vorsitzender in Brüssel ist Michael Köhler, Direktor für EU-Nachbarschaftspolitik bei EuropeAid. Dem Vorstand gehören EU-Kommissionsbeamte, Mitarbeiter des Europäischen Parlaments, der Informationsbüros der deutschen Länder, Vertreter verschiedener Unternehmensrepräsentanzen und Thinktanks an. Die Hauptarbeit der Gruppe besteht in Veranstaltungen und in der Netzwerkarbeit. Weniger stark ausgeprägt ist die politische Positionierung, wobei eine proeuropäische Vernetzung im Sinne des Softlobbying der deutschen Gemeinschaft in Brüssel vorgesehen ist.[38]

Der zweite Auslandsverband der EUD in Luxemburg wurde 2016 gegründet. Vorsitzender ist Stefan Kohler.

ZDF-Fernsehrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die EUD entsendet einen Vertreter in den ZDF-Fernsehrat. Seit 2016 ist dies EUD-Präsidiumsmitglied Claudia Conen[39].

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem Bericht 2010 kritisiert der Bund der Steuerzahler die institutionelle Förderung des Vereines durch den Bundeshaushalt.[40]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilfried Loth: Das Europa der Verbände: Die Europa-Union im europäischen Integrationsprozess (1949–1969). In: Jürgen Mittag, Wolfgang Wessels (Hrsg.): „Der Kölsche Europäer“ – Friedrich Carl von Oppenheim und die Europäische Einigung. Aschendorff, Münster 2005.
  • Vanessa Conze: Für ein Europa im Westen: Friedrich Carl von Oppenheim und die Europa-Union Deutschland. In: Jürgen Mittag, Wolfgang Wessels (Hrsg.): „Der Kölsche Europäer“ – Friedrich Carl von Oppenheim und die Europäische Einigung. Aschendorff, Münster 2005.
  • Aiga Seywald: 50 Jahre Einsatz für den Frieden, 50 Jahre Landesverband NRW der Europa Union Deutschland 1947–1997. Europa-Union, Bonn 1997, ISBN 3-7713-0547-0.
  • Sergio Pistone, Otto Schmuck: Der Beitrag der Europäischen Föderalisten zum Einigungsprozess. In: Otto Schmuck (Hrsg.): Die Menschen für Europa gewinnen – Für ein Europa der Bürger. In memoriam Claus Schöndube. Bad-Marienberg, 2008, S. 93–114. (online, PDF-Datei; 107 kB)
  • Vanessa Conze: Das Europa der Deutschen: Ideen von Europa in Deutschland zwischen Reichstradition und Westorientierung (1920 - 1970) (= Studien zur Zeitgeschichte, Band 69), herausgegeben von Institut für Zeitgeschichte, Oldenbourg, München 2005, ISBN 978-3-486-57757-0 (Dissertation Uni Tübingen 2001).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Europa-Union Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verband 1152 der „Bekanntmachung der öffentlichen Liste über die Registrierung von Verbänden und deren Vertretern“. 4,6 MB, Portable Document Format–PDF (Memento vom 29. Dezember 2009 im Internet Archive)
  2. Satzung: „Zweck des Vereins ist die Förderung der internationalen Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens mit dem Ziel der Schaffung der Vereinten Staaten von Europa auf föderativer und demokratisch-rechtsstaatlicher Grundlage. Um diesen Zweck zu erfüllen veranstaltet die EUD Tagungen und Konferenzen sowie Aktionen auf Bundesebene wie auch auf Landesebene, informiert ihre Mitglieder und die Bürger über die Entwicklung der Europäischen Union und wirkt in vielfältiger Weise auf politische Entscheidungsträger ein.“
  3. Ohne große Relevanz äußert sie sich auch zu Themen wie: Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts, die Reglementierung der Gentechnologie, die Förderung regenerierbarer Energien, die Bekämpfung organisierter Kriminalität.
  4. zur Rolle der Europa-Union Schweiz vgl. Thomas Brückner: Europäische Union: Europaträume unterm Schweizer Kreuz. In: Spiegel Online. 23. Januar 2009; abgerufen am 2. Januar 2015.
  5. Euro-federalists financed by US spy chiefs Daily Telegraph, 19. November 2000
  6. Wettlauf der Pan-Europäer (Memento vom 15. April 2012 im Internet Archive)
  7. Carlo Schmid: Erinnerungen. In: Gesammelte Werke in Einzelausgaben. Band 3. Scherz, Bern, München, Wien 1979, ISBN 3-502-16666-8, S. 425.
  8. Europa-Union Deutschland: Charta der Europäischen Identität. 28. Oktober 1995; abgerufen am 27. September 2017.
  9. Europa-Union Deutschland Veranstaltungen. Abgerufen am 27. September 2017.
  10. Zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts in seinem Urteil vom 30. Juni 2009. (PDF; 230 kB) Kongressbeschluss Dezember 2009.
  11. Europa-Union Deutschland: Düsseldorrfer Programm der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 27. September 2017.
  12. Informationskampagne Europa mitbeSTIMMEN der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 27. September 2017.
  13. www.europa-retten.eu. Abgerufen am 27. September 2017.
  14. March for Europe: 6000 Berliner*innen zeigten Flagge für Europa! Abgerufen am 27. September 2017.
  15. Unvollständig, nach Vanessa Conze: Das Europa der Deutschen: Ideen von Europa in Deutschland zwischen Reichstradition und Westorientierung (1920-1970) Oldenbourg Verlag, 2005, ISBN 3-486-57757-3, S. 300. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  16. Karlheinz Koppe: Das gründe E setzt sich durch, Europa-Union-Verlag, 1967
  17. Neukonstituierung der Europa-Union Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag. 9. April 2014; abgerufen am 23. Januar 2017.
  18. Neukonstituierung der EUD-Parlamentariergruppe im Europäischen Parlament. In: europa-union.de. 5. Mai 2015; abgerufen am 23. Januar 2017.
  19. Europa-Professionell - Hauptstadtgruppe der Europa-Union. Abgerufen am 23. Januar 2017.
  20. Vgl. Politik und Kommunikation 18. Mai 2009 Wuermeling spricht für Europa-Professionell (Memento vom 25. April 2012 im Internet Archive)
  21.  Petra Pinzler: EU: Wo geht es hier zum Europaminister? In: zeit.de. 25. Juli 2009; abgerufen am 2. Januar 2015.
  22. Europa-Union Baden Württemberg e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  23. Europa-Union Bayern e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  24. Europa-Union Berlin e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  25. Europa-Union Deutschland - Landesverband Brandenburg e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  26. Europa-Union Deutschland – Landesverband Bremen e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  27. Europa-Union Hamburg e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  28. Europa-Union Deutschland – Landesverband Hessen e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  29. Europa-Union Deutschland – Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  30. Europa-Union Deutschland – Landesverband Niedersachsen e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  31. Europa-Union Nordrhein-Westfalen e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  32. Europa-Union Deutschland Landesverband Rheinland-Pfalz e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  33. Europa-Union Saar. Abgerufen am 27. September 2017.
  34. Europa-Union – Landesverband Sachsen e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  35. Europa-Union Sachsen-Anhalt e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  36. Europa-Union Schleswig-Holstein e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  37. Europa-Union Thüringen e.V. Abgerufen am 27. September 2017.
  38. Vgl. EU-Verheugen und ARD-Krause beim verbalen Grillen Veranstaltung der Europa-Union Brüssel 26. Juli 2009; vgl. Selbstdarstellung bei eud-bruessel.eu
  39. Claudia Conen neue Vertreterin der Europa-Union im ZDF-Fernsehrat. 15. Juni 2016; abgerufen am 27. September 2017.
  40. Einsparpotenzial im Bundeshaushalt: Die Streichliste des Bundes der Steuerzahler vom April 2011 (PDF-Datei)

Koordinaten: 52° 31′ 35″ N, 13° 23′ 59″ O