Spar

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SPAR International

Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1932
Sitz Amsterdam, Noord-Holland,
NiederlandeNiederlande Niederlande
Leitung Tobias Wasmuht
Mitarbeiterzahl 370.000
Umsatz 37,1 Mrd. Euro (2019)
Branche Einzelhandel
Website www.spar-international.com
Stand: Dezember 2019

Ehemalige Spar-Filiale im Hauptbahnhof Helsinkis, heute befindet sich dort eine Filiale der Supermarktkette Alepa

Spar (Eigenschreibweise: SPAR) ist der weltweit größte freiwillige Zusammenschluss von Händlern zu einer Handelskette, die unter gleichem Namen und mit einheitlichem Logo auftreten, rechtlich jedoch eigenständige Gesellschaften sind (Franchise).

Der Name ist ein Akronym vom niederländischen MottoDoor Eendrachtig Samenwerken Profiteren Allen Regelmatig“ (dt.: „Durch einträchtiges Zusammenarbeiten profitieren alle regelmäßig“) auf De Spar („Die Tanne“). Folgerichtig wurde die konzerneigene Marke für Fleisch- und Wurstwaren im deutschsprachigen Raum Tann benannt.

Spar Deutschland wurde 2005 durch die Edeka-Genossenschaft übernommen. Danach wurden alle größeren Spar-Märkte in Edeka-Filialen umgewandelt. Einige kleinere Spar-Märkte behielten ihren Namen oder operieren unter der Vertriebslinie nah&gut. Neueröffnungen gibt es nur noch unter dem Namen und Konzept von Spar Express.

Die SPAR Holding AG ist ein Schweizer Detailhandelsunternehmen mit Sitz im sankt-gallischen Gossau. Das Familienunternehmen erwarb 1989 die Spar-Lizenz für die gesamte Schweiz von Spar International.

Spar Österreich wurde nach Vorbild des niederländischen Spar-Systems 1954 in Österreich gegründet. 1970 erfolgte der Zusammenschluss aller damaligen zehn Großhandelsfirmen zur Spar Österreichische Warenhandels-AG. Spar Österreich ist nach wie vor eigenständig und die größte Spar-Gesellschaft der Welt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spar wurde 1932 von Adriaan van Well in Zoetermeer in den Niederlanden gegründet. Selbständige Groß- und Einzelhändler schlossen sich damals zu einer freiwilligen Handelskette zusammen.

Das erklärte Ziel dieses Zusammenschlusses war die „Konzentration der Kräfte“, die dem Druck einer immer stärker werdenden Konkurrenz entgegengestellt werden sollte. Vom Zusammenwirken dieser Kräfte sollten alle Mitglieder profitieren; die wirtschaftliche Existenz sollte sichergestellt werden.

Von Anfang an in den Niederlanden erfolgreich, verbreitete sich das Modell in den 1950er Jahren schnell in Europa. Später wurden auch in Afrika, in Fernost, Australien und vor kurzem auch in Moskau Spar-Organisationen gegründet. 2019 gehören der Gruppe über 13.320 Filialen an, die nach eigenen Angaben täglich 14 Millionen Kunden bedienen.[1]

Betriebstypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spar-Supermärkte bieten ein Lebensmittel-Vollsortiment auf einer Verkaufsfläche von 200 (in Österreich 400) bis 1000 m² an. Das Frischwarenangebot umfasst auch Frischfleisch.

Eurospar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eurospar-Logo

Eurospar-Markt im nordirischen Belfast

Das Angebot in den Eurospar-Märkten umfasst neben dem Sortiment der Spar-Supermärkte ein erweitertes Lebensmittel- und Nichtlebensmittel-Angebot auf einer Verkaufsfläche von 1000 bis 2500 m². In Südafrika nennen sich Märkte dieser Größe Superspar.[2]

Interspar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Interspar-Logo

Interspar-Markt am Wiener Hauptbahnhof

Interspar ist der größte Markttyp von Spar. In den als Hypermarkt geführten Märkten wird ein Vollsortiment mit ca. 40.000 Artikeln für alle Bereiche des täglichen Lebens auf einer Verkaufsfläche ab 2500 m² angeboten. Nach Angaben von SPAR International gab es in Österreich, Italien, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Kroatien, China und Indien 2015 insgesamt 327 Interspar-Märkte.'[3]

Die Interspar-Märkte in Österreich werden von der Interspar GmbH betrieben, die eine 100%ige Tochtergesellschaft von Spar Österreich ist. Einige Interspar-Märkte befinden sich dort in Einkaufszentren, die ebenfalls der Spar-Österreich-Gruppe gehören. Die Immobilienverwaltungsgesellschaft SPAR European Shopping Centers ist hier der führende Entwickler und Betreiber von Shopping Centern in Österreich. Die Interspar-Zentrale für Österreich befindet sich in Salzburg-Taxham, neben dem Einkaufszentrum Europark, das ebenfalls von SPAR European Shopping Centers betrieben wird. Der größte Interspar-Markt Österreichs befindet sich in Wien-Meidling und besitzt eine Fläche von knapp 8000 m². Den österreichischen Interspar-Märkten ist zumeist ein Interspar-Restaurant angegliedert.

Seit 2002 gehört Maximarkt zu Interspar.

In Deutschland wurden alle Interspar-Märkte 1998 von der US-Kette Wal-Mart übernommen. Nachdem Wal-Mart Ende 2006 aufgrund seines Rückzugs aus Deutschland seine Märkte an Real weiterveräußerte, werden seitdem die meisten ehemaligen Interspar-Märkte als Real-Warenhäuser geführt.

Spar Express[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spar Express-Logo

Spar Express-Kiosk im Frankfurter Hauptbahnhof

Spar Express ist ein Ladenformat, das auf einer kleinen Verkaufsfläche (unter 200 m²) insbesondere auf die Bedürfnisse von Reisenden ausgerichtet ist, zumeist an Flughäfen, Bahnhöfen und in Stadtzentren zu finden ist und damit einem Convenience Shop entspricht. Ende 2015 existierten weltweit 1128 Spar-Express-Filialen.[3] Typisch für diesen Markttyp sind die im Vergleich zu den übrigen Markttypen zumeist erweiterten Öffnungszeiten.

In Deutschland, wo Spar Express von Edeka betrieben wird, führen zudem einige Jet-, Esso- und Shell-Tankstellen ihr Shop-Angebot unter dem Namen Spar Express. Damit ist Spar Express das derzeit einzige Spar-Format auf dem deutschen Markt seit der Übernahme durch Edeka 2005, in deren Folge der Name Spar auf dem deutschen Markt weitestgehend verschwand.

In Österreich wird Spar Express in Form von Tankstellenshops oder Bahnhofshops betrieben. Geworben wird dabei mit Supermarktpreisen, diese beziehen sich jedoch lediglich auf Spar-Eigen- und Exklusivmarken, Obst und Gemüse sowie Brot und Gebäck in Bedienung. Die Preise für alle übrigen Produkte sind in der Regel höher als in herkömmlichen Spar-Supermärkten.

In Südafrika werden solche Märkte unter dem Namen Kwikspar geführt.[4]

Spar Gourmet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spar Gourmet in Wien

Diesen Markttyp gibt es nur in Österreich. Mitte 2000 übernahm Spar Österreich 76 Standorte der Firma Julius Meinl. Diese neuen Standorte wurden in das Spar-Filialsystem integriert. Dabei wurde ein neuer Geschäftstyp – der Spar Gourmet – ins Leben gerufen. Dieser ist auf exklusive Lebensmittel spezialisiert, während Non-Food-Artikel nur eine untergeordnete Rolle spielen.

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Entwicklung des Spar-Logos

Entsprechend der niederländischen Bedeutung von De Spar (dt. „Die Tanne“) nutzt die Firma eine grüne Tanne im Kreis. Im Laufe der Jahre wurde das Logo immer weiter stilisiert.

Die endgültige Form des heutigen Logos wurde von dem Designer Raymond Loewy 1968 entworfen. Es soll durch Klarheit im Ausdruck und eine zeitlose Form hervorstechen.

Das Markenbild ist aus drei Basiselementen zusammengesetzt:

  • ein rotes Band (mit dem Wortbild SPAR)
  • gefolgt durch einen grünen Akzent (das Spar-Emblem im grünen Kreis)
  • auf weißem Untergrund

Als Basisfarben wurden Rot, Grün und Weiß gewählt, da diese Farben gemäß der Auffassung des Konzerns den Eindruck von Sauberkeit und Frische vermitteln.

Strukturdaten 2019[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Umsatz
(Tsd. €)
Standorte Fläche
(m²)
durchschnittliche
m²/Standort
Eintrittsjahr
Österreich 7.189.076 1.498 1.187.332 793 1954
Südafrika 5.087.123 884 1.031.545 1.167 1963
Italien 3.615.582 1.240 757.774 611 1959
Vereinigtes Königreich 3.335.261 2.520 398.192 158 1956
Russland 2.143.662 550 405.305 737 2000
Ungarn 2.086.632 372 425.746 744 1992
Spanien 1.604.689 1.226 506.379 413 1959
China 1.532.420 384 811.875 2.114 2004
Norwegen 1.529.846 293 191.352 653 1984
Irland 1.327.792 457 118.884 260 1963
Belgien 1.064.159 320 159.148 497 1947
Frankreich 1.036.836 871 252.549 290 1955
Slowenien 848.245 123 164.005 1.333 1992
Kroatien 722.380 115 164.189 1.428 2004
Niederlande 670.963 456 103.119 226 1932
Dänemark 526.619 134 81.821 611 1954
Schweiz 492.334 186 70.137 377 1989
Deutschland 289.612 441 33.174 75 1953
Botswana 207.840 34 35.394 1.041 2004
Australien 190.897 126 44.038 350 1994
Indien 188.846 25 102.406 4.096 2014
Polen 165.832 153 41.070 268 1995
Namibia 153.714 30 31.782 1.059 2004
VAE 149.275 19 31.985 1.683 2011
Nigeria 128.867 14 44.961 3.212 2009
Portugal 109.939 142 36.090 254 2006
Georgien 82.088 189 27.155 144 2014
Simbabwe 79.763 38 28.430 748 1969
Mosambik 78.118 12 20.604 1.717 2012
Griechenland 64.900 30 15.990 533 2018
Albanien 58.342 60 31.110 519 2016
Saudi-Arabien 28.269 60 31.110 519 2016
Aserbaidschan 30.798 13 7.525 579 2014
Oman 30.643 23 11.081 482 2014
Sambia 28.269 10 17.315 1.732 2003
Ukraine 25.889 37 8.781 237 2001
Katar 25.592 3 5.796 1.932 2015
Belarus 20.878 9 6.328 703 2016
Kamerun 16.736 6 4.570 762 2014
Thailand 13.827 46 6.406 139 2016
Malawi 10.998 7 8.318 1.188 2014
Sri Lanka 10.402 3 2.150 717 2017
Pakistan 7.154 3 2.716 905 2017
Zypern 7.062 3 2.500 833 2017
Malta 6.937 3 3.080 1.027 2016
Seychellen 6.533 1 992 992 2015
Kosovo 2.827 4 2.593 648 2019
Total 37.059.476 13.320 7.457.857 560 (Durchschnitt)

Quelle: Geschäftsbericht 2019[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nadja v. Samson-Himmelstjerna: SPAR Eine deutsche Wirtschaftsgeschichte. SPAR Handelsgesellschaft mbh, 2008

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: SPAR – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Spar International Geschäftsbericht 2019. Abgerufen am 17. Februar 2021.
  2. Store Formats, abgerufen am 26. Februar 2017
  3. a b SPAR International Geschäftsbericht 2015, SPAR International, Amsterdam 2016. Abgerufen am 18. März 2017
  4. Store Formats in South Africa, abgerufen am 26. Februar 2017