Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga

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Film
Deutscher TitelEurovision Song Contest: The Story of Fire Saga
OriginaltitelEurovision Song Contest: The Story of Fire Saga
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2020
Länge123 Minuten
Stab
RegieDavid Dobkin
DrehbuchWill Ferrell,
Andrew Steele
ProduktionWill Ferrell,
Jessica Elbaum,
Chris Henchy
MusikAtli Örvarsson
KameraDanny Cohen
SchnittGreg Hayden
Besetzung
Synchronisation

Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga ist eine US-amerikanische Filmkomödie von David Dobkin, die von Netflix produziert wurde. Die Hauptrollen spielen Will Ferrell, Rachel McAdams, Pierce Brosnan und Dan Stevens. Ferrell war neben Andrew Steele auch für das Drehbuch verantwortlich.

Der Film wurde am 26. Juni 2020 auf Netflix veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der isländische Sänger Lars Erickssong träumt davon, den Eurovision Song Contest (ESC) zu gewinnen. Gemeinsam mit seiner Kindheitsfreundin Sigrit Ericksdottir gründet er dazu die Band Fire Saga, die in ihrer Heimatstadt Húsavík auftritt. Der Leitung des isländischen Vorentscheids zum ESC 2020 schwebt vor, die Sängerin Katiana ins Rennen zu schicken, da diese den Wettbewerb tatsächlich gewinnen könnte. 11 Teilnehmer gibt es bereits für den Vorentscheid, die Statuten legen aber fest, dass es zwölf Teilnehmer braucht. Da alle davon ausgehen, dass Katiana sowieso gewinnen wird, wählen sie einfach blind eine Gruppe aus. Die Wahl fällt auf Fire Saga. Lars ist so außer sich vor Freude, dass er sogar auf das Polizeirevier gebracht wird, da er die Kirchenglocke läutete. Sigrit ist derweil der Überzeugung, dass die Elfen, die sie um Hilfe bat, für dieses unverhoffte Glück verantwortlich sind.

Von ihren Eltern erhalten beide keine Unterstützung. Lars’ Vater meint, er habe sein Leben an dumme Träumereien verschwendet, Sigrits Mutter meint, sie habe Besseres verdient als Lars. Beim Auftritt beim Vorentscheid geht einiges schief, und Lars blamiert sich. Er ist so traurig darüber, dass er nicht auf die Aftershow-Party für die Teilnehmer geht, die auf einem Boot stattfindet. Sigrit bleibt als mentale Unterstützung an seiner Seite. Plötzlich explodiert das Boot. Dadurch ist Fire Saga der letzte verbliebene Kandidat.

Beim ESC in Edinburgh haben Lars und Sigrit unterschiedliche Vorstellungen zu ihrem Auftritt. So lässt Lars ein neues Bühnendesign entwickeln und arbeitet mit einem K-Pop-Star zusammen, um den Song aufzupeppen. Im Vorfeld treffen beide den russischen Sänger Alexander Lemtov, der eine Party veranstaltet, zu der Fire Saga auch eingeladen ist. Auf der Party sind zahlreiche Gewinner vorheriger ESCs zu Gast sowie die diesjährigen Teilnehmer. Sigrit verbringt den Abend mit Lemtov, während Lars mit der griechischen Sängerin Mita zusammenbleibt. Allerdings wirkt Lars leicht abweisend auf sie, da er nur vom Gewinn des ESC spricht. Der Abend sorgt für Anspannung zwischen Lars und Sigrit, da Lars sie nicht an Lemtov verlieren will. Sigrit fürchtet hingegen, das Lars mit Mita geschlafen hat, was sich als falsch herausstellt.

Beim Halbfinale sieht anfangs alles ganz gut aus, bis sich Sigrits Schal in einem auf der Bühne platzierten Rhönrad verfängt und der Auftritt in einer Katastrophe mündet. Allerdings singen sie das Lied zu Ende. Lars verlässt sofort die Bühne und geht zurück nach Island, während Sigrit bleibt und Unterstützung von Lemtov erfährt. Lars bekommt gar nicht mehr mit, dass das Publikum am Ende applaudiert hat, und auch nicht, dass Island ins Finale gewählt wurde. In Island fasst Lars den Entschluss, seine Träume aufzugeben und als Fischer zu arbeiten. Dabei gesteht er seinem Vater gegenüber auch seine Liebe zu Sigrit. Der sagt ihm, er solle um Sigrit kämpfen. Als Lars erfährt, dass Island ins Finale eingezogen ist, bittet er das Organisationsteam um Unterstützung für die Rückreise nach Edinburgh. Doch der Finanzchef Victor versucht ihn zu töten. Island dürfe auf keinen Fall gewinnen, da das Land nicht die Mittel habe, den Wettbewerb im folgenden Jahr auszurichten. Im Zuge dessen gesteht er auch den Mord an allen auf dem Boot ums Leben gekommenen Kandidaten, in der Hoffnung, Island könne nicht am ESC teilnehmen. Er wird allerdings von Elfen getötet, da Lars zuvor um deren Unterstützung beim ESC gebeten hat.

Lars kommt gerade noch rechtzeitig an und schlägt vor, dass Sigrit ihr eigens komponiertes Lied für Lars singen soll. Dies verstoße zwar gegen die Regeln und werde eine Disqualifikation zur Folge haben, aber Gewinnen sei nicht alles. Unter großen Applaus küssen sich beide. Erick beobachtet den Wettbewerb stolz mit Sigrits Mutter Helka. Alexander, der schwul ist, aber dies in Russland nicht öffentlich zeigen will, diskutiert mit Mita über die Möglichkeit, nach Griechenland zu ziehen.

Lars und Sigrit kehren in ihre Heimatstadt zurück, wo sie mit einem großen Empfang begrüßt werden. Einige Monate später tritt Fire Saga mit ihrem kleinen Baby bei der Hochzeit von Erick und Helka auf.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2018 besuchte Will Ferrell zur Vorbereitung des Films das Finale des Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon (Portugal), um mögliche Figuren und Szenarien für den Film zu suchen. Ferrell sprach dabei auch hinter den Kulissen mit den Kandidaten. Am 18. Juni 2018 wurde bekannt, dass Ferrell einen vom Eurovision Song Contest inspirierten Film produzieren wird.[1] Außerdem sollte er die männliche Hauptrolle übernehmen sowie am Drehbuch mitschreiben. Der Film sollte von Netflix vertrieben werden. Im März 2019 wurde David Dobkin für die Regie des Filmes unter Vertrag genommen.

Die weibliche Hauptrolle neben Ferell wurde im Mai 2019 mit Rachel McAdams besetzt. McAdams und Ferrell wurden bei den Generalproben des Eurovision Song Contest 2019 in Israel gesichtet.[2] Im August 2019 schlossen sich Pierce Brosnan und Demi Lovato der Besetzung an.[3][4] Tabitha und Napoleon D’umo waren für die Choreographie verantwortlich.

Während des Musikteils Song-A-Long traten folgende ESC-Teilnehmer auf: John Lundvik (Schweden, 2019), Anna Odobescu (Moldau, 2019), Bilal Hassani (Frankreich, 2019), Loreen (Schweden, Gewinnerin von 2012), Jessy Matador (Frankreich, 2010), Alexander Rybak (Norwegen, Gewinner von 2009 und Teilnehmer von 2018), Jamala (Ukraine, Gewinnerin von 2016), Elina Netšajeva (Estland, 2018), Conchita Wurst (Österreich, Gewinnerin von 2014) und Netta (Israel, Gewinnerin von 2018). Sie singen Believe von Cher, Ray of Light von Madonna, Waterloo von ABBA, Ne partez pas sans moi von Céline Dion und I Gotta Feeling von The Black Eyed Peas.

Salvador Sobral trat mit Amar pelos dois als Straßenmusiker auf, während Graham Norton als Kommentator des ESC zu sehen war.[5] Die Dreharbeiten fanden in Großbritannien (Glasgow und Edinburgh) und in Island statt. Alle Musikaufnahmen entstanden auf der Bühne des ESC 2019 im Mai 2019. Das Knebworth House diente als Außenkulisse für Alexanders Haus. Im Oktober 2019 wurde am The SSE Hydro und am Flughafen Glasgow gedreht.

Die Produktionskosten in Island betrugen 3,6 Millionen US-Dollar, davon hat das Land eine Million übernommen.

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Synchronisation wurde von der RRP Media UG, im Vertrieb der Netflix Services Germany GmbH, unter der Leitung von Torsten Sense übernommen. Das Dialogbuch schrieb Thomas Maria Lehmann.

Rolle Darsteller Deutscher Synchronsprecher[6]
Lars Erickssong Will Ferrell Uwe Büschken
Nikita Steinert (jung)
Sigrit Ericksdottir Rachel McAdams Ranja Bonalana
Alexander Lemtov Dan Stevens Sascha Rotermund
Erick Erickssong Pierce Brosnan Frank Glaubrecht
Victor Karlosson Mikael Persbrandt Bernd Vollbrecht
Neils Brongus Ólafur Darri Ólafsson Torsten Münchow
Mita Xenakis Melissanthi Mahut Wicki Kalaitzi
Arnar Björn Hlynur Haraldsson Tino Kießling
Graham Norton Graham Norton Gerald Schaale
Kevin Swain Jamie Demetriou Arne Stephan

Marketing und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Reklame zum Film wurde am 16. Mai 2020, am Tag des eigentlichen Eurovision Song Contest 2020, veröffentlicht. Dabei handelte es sich um das Musikvideo zu Volcano Man, das unter anderem als Werbepause beim Free European Song Contest gezeigt wurde. Anschließend wurde das Video auf den YouTube-Kanälen des Streaming-Dienstes als "promotion video" veröffentlicht. Eine offizielle Filmvorschau ("trailer") erschien am 11. Juni 2020.[7]

Der Film wurde am 26. Juni 2020 weltweit auf dem Streaming-Dienst Netflix veröffentlicht. Ursprünglich war eine Veröffentlichung im Mai 2020 während des Eurovision Song Contest 2020 geplant. Dieser fiel jedoch wegen der Maßnahmen gegen die weltweite COVID-19-Pandemie aus, und die Filmveröffentlichung wurde auch verschoben.

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musik zum Film wurde am 26. Juni 2020 veröffentlicht. McAdams Stimme wurde dabei mit der von der schwedischen Sängerin Molly Sandén gemischt, die unter dem Künstlernamen My Marianne aufgeführt ist. Erik Mjönes doubelte die Singstimme von Stevens und Petra Nielsen die von Mahut.

Als erste Single des Albums wurde am 16. Mai 2020 Volcano Man gemeinsam mit dem Musikvideo veröffentlicht.

Titelliste
  1. Double Trouble (Tiësto’s Euro 90s Tribute Remix)Will Ferrell, Rachel McAdams, My Marianne & Tiësto
  2. Lion of Love – Erik Mjönes
  3. Coolin’ with Da Homies – Savan Kotecha
  4. Volcano Man – Will Ferrell, Rachel McAdams & My Marianne
  5. Jaja Ding Dong – Will Ferrell, Rachel McAdams & My Marianne
  6. In the MirrorDemi Lovato
  7. Happy – Will Ferrell, Rachel McAdams & My Marianne
  8. Song-A-Long: „Believe“, „Ray of Light“, „Waterloo“, „Ne partez pas sans moi“, and „I Gotta Feeling“ – Besetzung von Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga
  9. Running with the Wolve – Courtney Jenaé & Adam Grahn
  10. Fool Moon – Anteros
  11. Hit My Itch – Antonio Sol, David Loucks, Taylor Lindersmith & Nicole Leonti
  12. Come and Play (Masquerade) – Petra Nielsen
  13. Amar pelos doisSalvador Sobral
  14. Husavik – Will Ferrell, Rachel McAdams & My Marianne
  15. Double Trouble (Film Version) – Will Ferrell, Rachel McAdams & My Marianne
  16. Eurovision SuiteAtli Örvarsson

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sidney Schering von Quotenmeter.de urteilt, dass der Film „eine bunte, musikalische Will-Ferrell-Komödie sei“, „die vor einer «ESC»-Kulisse spielt, aber nur gelegentlich Humor aus dem Showevent zieht“.[8]

Filmstarts.de meint, dass Will Ferrell den Eurovision Song Contest liebt, und er zeige dies auch in dem Film. Außerdem meint der Rezensent, dass der Film ein „ebenso komische wie herzliche Alternative zum 2020 ausgefallenen Show-Spektakel – inklusive der liebenswürdig-skurrilen Musikdarbietungen“ sei.[9]

Rotten Tomatoes veröffentlichte eine Zustimmungsrate von 61 Prozent, basierend auf 112 Bewertungen, und fasst zusammen: „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga enthält inspirierte Zutaten und Momente, die einem zum Lautlachen bringen, aber die flachen Passagen sind in dieser überlangen Komödie in der Überzahl.“[10] Die Website Metacritic ermittelte einen Metascore von 49 von 100 Punkten, basierend auf 34 veröffentlichten Rezensionen anerkannter Kritiker.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Björn Becher: Der Eurovision Song Contest kommt zu Netflix – als Komödie mit Will Ferrell. In: Filmstarts.de. 18. Juni 2018, abgerufen am 30. Mai 2020.
  2. Amy Spiro: Will Ferrell, Rachel McAdams filming Eurovision movie in Tel Aviv. In: JPost.come. 19. Mai 2019, abgerufen am 30. Mai 2020.
  3. Anthony D’Alessandro: Pierce Brosnan Joining Will Ferrell & Rachel McAdams In Netflix Pic ‘Eurovision’. In: Deadline.com. 7. August 2019, abgerufen am 30. Mai 2020.
  4. Anita Bennett: Demi Lovato Joins Cast of Will Ferrell’s Netflix Comedy ‘Eurovision’. In: Deadline.com. 20. August 2019, abgerufen am 30. Mai 2020.
  5. Netflix-Film „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga“ – Klamauk oder Hommage? In: ESC-Kompakt.de. 25. Mai 2020, abgerufen am 30. Mai 2020.
  6. Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 5. Juli 2020.
  7. Julius Vietzen: Den Eurovision Song Contest gibt’s 2020 bei Netflix: Deutscher Trailer zu „The Story Of Fire Saga“ mit Will Ferrell. In: Filmstarts.de. 11. Juni 2020, abgerufen am 11. Juni 2020.
  8. Sidney Schering: «ESC» auf Netflix: «Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga». In: Quotenmeter.de. 26. Juni 2020, abgerufen am 28. Juni 2020.
  9. Björn Becher: Kritik der FILMSTARTS-Redaktion: Eurovision Song Contest: The Story Of Fire Saga. In: Filmstarts.de. Abgerufen am 28. Juni 2020.
  10. Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga. In: rottentomatoes.com. Abgerufen am 30. Juni 2020 (englisch).
  11. Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga. In: metacritic.com. Abgerufen am 30. Juni 2020 (englisch).