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Eurovision Song Contest 1973

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
18. Eurovision Song Contest
Datum 7. April 1973
Austragungsland Luxemburg Luxemburg
Austragungsort Théâtre Municipal, Luxemburg
Austragender Fernsehsender CLT für
Moderation Helga Guitton
Pausenfüller Charlie Rivel
Teilnehmende Länder 17
Gewinner Luxemburg Luxemburg
Siegertitel Anne-Marie David: Tu te reconnaîtras
Erstmalige Teilnahme Israel Israel
Zurückgezogene Teilnahme Malta Malta,
Osterreich Österreich
Abstimmungsregel Jedes Land hat eine zweiköpfige Jury. Ein Juror über, der andere unter 25 Jahren. Die Juroren dürfen jedem Land mindestens 1 Punkt, höchstens 5 Punkte geben.
Vereinigtes Konigreich ESC 1972 Vereinigtes Konigreich ESC 1974

Der Eurovision Song Contest 1973 war der 18. Liederwettbewerb der europäischen Rundfunkanstalten Eurovision seit Beginn im Jahre 1956. Er fand am 7. April 1973 in Luxemburg statt, da im Jahr zuvor jenes Land mit Vicky Leandros gewonnen hatte und so das Recht besaß, die Veranstaltung durchzuführen. Der offizielle Titel in diesem Jahr lautete 18. Concours Eurovision de la Chanson. Moderiert wurde die Sendung von Helga Guitton, einer populären Moderatorin des deutschsprachigen Programms von Radio Luxemburg. Anne-Marie David, die für Luxemburg antrat, gewann den Wettbewerb mit dem Titel Tu te reconnaîtras.

Mit 129 von 160 möglichen Punkten (80,6 %) wurde die höchste erreichte Punktzahl in der Geschichte des Eurovision Song Contests erzielt.

Die Sicherheitsmaßnahmen wurde wegen der ersten Teilnahme Israels und des Attentats auf die Olympischen Spiele in München im Jahr zuvor verstärkt. So stand die israelische Teilnehmerin, Ilanit, unter ständigem Polizeischutz und die Fotografen im Saal wurden vor Beginn der Veranstaltung aufgefordert, zweimal die Saaldecke zu fotografieren, um zu beweisen, dass sie keine als Kamera getarnte Waffe mit sich führten[1]. Auch ließ der Produktionsmanager vor der Veranstaltung das Publikum darüber informieren, beim Applaudieren sitzen zu bleiben, da aufgrund der erhöhten Sicherheitsstufe ansonsten die Gefahr des Erschießens durch die im Saal befindlichen Sicherheitskräfte bestünde.

Interpretin des Siegertitels Anne-Marie David (2008)

Außerdem war das Ereignis durch einen Skandal um den spanischen Beitrag geprägt. Das Lied Eres tú wurde als Plagiat des jugoslawischen Beitrages von 1966 bezeichnet (Brez besed gesungen damals von Berta Ambrož). Dennoch wurde Eres tú nicht disqualifiziert.

Die Regel, dass jedes Teilnehmerland in der Landessprache zu singen habe, wurde 1973 aufgehoben. Von der neuen Sprachfreiheit machten jedoch nur Finnland, Schweden und Norwegen Gebrauch.

1973 markierte das erste Jahr, in dem ein Halbplayback beim Wettbewerb erlaubt war, solange jemand vorgab, die vom Band eingespielten Instrumente auf der Bühne zu „spielen“. Als erstes Land macht sich dies das Vereinigte Königreich zunutze, das Teile des Wettbewerbstitels vorab aufgezeichnet hatte.[2]

  • Teilnehmende Länder
  • Länder, die bereits an einem früheren ESC teilgenommen hatten, aber nicht im Jahr 1973
  • Israel nahm in diesem Jahr am Eurovision Song Contest das erste Mal teil. Da Malta und Österreich aber nicht teilnahmen, gab es keinen neuen Teilnehmerrekord. Wie schon zuvor waren 17 Länder am Start.

    Wiederkehrende Interpreten

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    Land Interpret Vorherige(s) Teilnahmejahr(e)
     Belgien Claude Lombard (Begleitung) 1968
    Begleitung: 1972
     Finnland Marion Rung 1962
     Italien Massimo Ranieri 1971
     Vereinigtes Königreich Cliff Richard 1968

    Im vorherigen Eurovision Song Contest wurde es den New Seekers noch verboten, aufgezeichnete Musik zu verwenden. Dieses Jahr war es das erste Mal gestattet, Musik vom Band für den Auftritt zu verwenden. Cliff Richard war der erste, der das nutzte. Bei seinem Auftritt kam eine vorher aufgenommene Rhythmus-Tonspur zum Einsatz – somit konnten die Fernsehzuschauer sehen, wie der Drummer im Hintergrund während seines Auftritts ruhig da sitzt. Jedes andere Lied wurde nur mit Live-Musik begleitet. Zudem war es das erste Mal in der Geschichte des Wettbewerbs, dass jeweils zwei Frauen das Orchester leiteten. Dies war lediglich wieder 1978 und 1985 der Fall. Folgende Personen leiteten das Orchester bei dem jeweiligen Land:

    Abstimmungsverfahren

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    Es galt das gleiche Abstimmungsverfahren wie in den beiden Jahren zuvor. Jedes Land schickte zwei Juroren zum Wettbewerb, einer über, der andere unter 25 Jahren. Die Jurys mussten jedem Lied Punkte geben: mindestens einen Punkt, höchstens fünf Punkte.

    Platz Startnr. Land Interpret Lied
    Musik (M) und Text (T)
    Sprache Übersetzung
    (Inoffiziell)
    Punkte
    1.11 LuxemburgAnne-Marie DavidTu te reconnaîtras
    M: Claude Morgan; T: Vline Buggy
    FranzösischDu wirst dich wiedererkennen129
    2.7 SpanienMocedadesEres tú
    M/T: Juan Carlos Calderón
    SpanischDu bist125
    3.15 Vereinigtes KönigreichCliff RichardPower to All Our Friends
    M/T: Guy Fletcher, Doug Flett
    EnglischKraft an all unsere Freunde123
    4.17 IsraelIlanit
    אילנית
    Ey sham
    (אי שם)
    M: Nurit Hirsh; T: Ehud Manor
    HebräischIrgendwo97
    5.12 SchwedenNovaYou’re Summer – You Never Tell Me No
    M: Monica Dominique, Carl-Axel Dominique; T: Lars Forssell
    EnglischDu bist der Sommer – du sagst mir niemals nein94
    6.1 FinnlandMarion RungTom Tom Tom
    M/T: Rauno Lehtinen
    Englisch93
    7.5 NorwegenBendik SingersIt’s Just a Game
    M: Arne Bendiksen; T: Bob Williams
    Englisch, Französisch aEs ist bloß ein Spiel89
    8.4 BR DeutschlandGitteJunger Tag
    M: Günther-Eric Thöner; T: Stephan Lego
    Deutsch85
    8.6 MonacoMarieUn train qui part
    M: Bernard Liamis; T: Boris Bergman
    FranzösischEin Zug, der abfährt85
    10.3 PortugalFernando TordoTourada
    M: Fernando Tordo; T: José Carlos Ary dos Santos
    PortugiesischStierkampf80
    14 IrlandMaxiDo I Dream
    M/T: Jack Brierlev, George F. Crosbie
    EnglischTräume ich?80
    12.8 SchweizPatrick JuvetJe vais me marier, Marie
    M: Patrick Juvet; T: Pierre Delanoë
    FranzösischIch werde heiraten, Marie79
    13.10 ItalienMassimo RanieriChi sarà con te
    M: Enrico Polito, Gaetano Savio; T: Giancarlo Bigazzi
    ItalienischWer wird mit dir sein?74
    14.13 NiederlandeBen CramerDe oude muzikant
    M/T: Pierre Kartner
    NiederländischDer alte Musikant69
    15.9 JugoslawienZdravko Čolić
    Здравко Чолић
    Gori vatra
    Гори ватра
    M/T: Kemal Monteno
    SerbischDas Feuer brennt65
    16 FrankreichMartine ClémenceauSans toi
    M: Paul Koulak; T: Anne Grégory
    FranzösischOhne dich65
    17.2 BelgienNicole & HugoBaby Baby
    M: Ignace Baert; T: Erik Marijsse
    Niederländisch b58
    a 
    mit einigen Worten in Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Deutsch, Irisch, Hebräisch, Serbokroatisch, Finnisch, Schwedisch und Norwegisch
    b 
    mit einigen Worten in Englisch, Französisch und Spanisch
    Land Abstimmungsergebnisse
    Punkte
    FI

    BE
    Portugal
    PT

    DE

    NO

    MC

    ES

    CH

    YU
    Italien
    IT

    LU
    Schweden
    SE
    Niederlande
    NL

    IE
    Vereinigtes Königreich
    UK
    Frankreich
    FR

    IL
     Finnland939566566726755945
     Belgien584343664424234522
     Portugal804655488634254565
     Deutschland852564597437656574
     Norwegen898556767657333369
     Monaco856324365986456954
     Spanien1253899498910871010498
     Schweiz794334757646387723
     Jugoslawien655334258624245444
     Italien742535555755544554
     Luxemburg1296687876109989810108
     Schweden948445857965665745
     Niederlande694425545554735362
     Irland803724667555656544
     Vereinigtes Königreich123966778488510910989
     Frankreich654324455472355552
     Israel976657574677866755
    Die Tabelle ist senkrecht nach der Auftrittsreihenfolge geordnet, waagerecht nach der chronologischen Punkteverlesung.
    Commons: Eurovision Song Contest 1973 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

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    1. "Luxemburg Sieger im Chanson-Wettbewerb", Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. April 1973, S. 8.
    2. W. b Tukker: All Conductors of Eurovision: DAVID MACKAY. In: All Conductors of Eurovision. 7. April 1973, abgerufen am 2. September 2025.