Eurovision Song Contest 1998

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43. Eurovision Song Contest
Eurovision Song Contest 1998 Logo.jpg
Datum 9. Mai 1998
Austragungsland Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Austragungsort BarclaycardArena2014.jpg
National Indoor Arena, Birmingham
Austragender Fernsehsender BBC.svg
Moderation Terry Wogan und Ulrika Jonsson
Pausenfüller Lesley Garrett und Vanessa Mae
Teilnehmende Länder 25
Gewinner IsraelIsrael Israel
Erstmalige Teilnahme MazedonienMazedonien Mazedonien (erstmals im Finale)
Zurückkehrende Teilnehmer IsraelIsrael Israel,
RumänienRumänien Rumänien
Zurückgezogene Teilnehmer ItalienItalien Italien
Abstimmungsregel Die Zuschauer bestimmten per TED, wie das Land 12, 10, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 Punkte und 1 Punkt an die zehn besten Lieder vergibt. In einigen Ländern kamen wegen des schlechten Telefonnetzes auch Jurys zum Einsatz.
IrlandIrland ESC 1997IsraelIsrael ESC 1999

Der 43. Eurovision Song Contest fand am 9. Mai 1998 in der National Indoor Arena in Birmingham statt. Moderiert wurde die Veranstaltung mit 25 teilnehmenden Ländern vom britischen Eurovisions-„Urgestein“ Terry Wogan und von Ulrika Jonsson.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der deutsche Teilnehmer Guildo Horn
Interpretin des Siegertitels, Dana International

Zwei Teilnehmer sorgten im Vorfeld für ein riesiges Medienecho: zum einen der deutsche Beitrag des selbsternannten Schlager-Meisters Guildo Horn, der mit seinem Lied Guildo hat Euch lieb! und seiner – für damalige Eurovisionsverhältnisse – exaltierten Bühnenshow der Welt demonstrieren wollte, dass auch Deutsche Humor haben und über sich selbst lachen können.

Nach seinem Sieg bei der Vorentscheidung wurde in der Presse intensiv darüber diskutiert, ob Guildo Horn ein geeigneter Repräsentant Deutschlands sei oder eher das nationale Ansehen im Ausland beflecken würde. Die Rechnung Horns ging letztendlich auf: Sein von Stefan Raab unter dem Pseudonym „Alf Igel“ (in Anspielung auf den Komponisten Ralph Siegel) geschriebenes Lied endete auf einem ehrwürdigen 7. Platz, darüber hinaus erhielt der Grand Prix in Deutschland einen enormen Popularitätsschub. Der eigentliche Star des Abends und die am kontroversesten diskutierte Teilnehmerin der Grand-Prix-Geschichte war allerdings die Sängerin Israels, Dana International, die wenige Jahre zuvor noch ein Mann gewesen war. Anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung des Staates Israels hatte das Staatsfernsehen IBA sie eigens als Repräsentantin des Landes ausgewählt, um sich als modernes und offenes Land zu zeigen, sehr zum Ärger der ultraorthodoxen Kräfte im heiligen Land. Die Botschaft kam nichtsdestoweniger an: nach einer spannenden Punktwertungsprozedur lag die Sängerin mit ihrem Lied Diva an der Spitze der Wertungstabelle.

In diesem Jahr wurde der von einer Fanseite initiierte Barbara Dex Award zum zweiten Mal vergeben. Mit diesen nicht ganz ernst zu nehmenden Preis soll das „schlechteste“ Outfit des Wettbewerbes ausgezeichnet werden. Der diesjährige Gewinner war Guildo Horn aus Deutschland.

Auch die Schweizer Vertreterin Gunvor kam in die Schlagzeilen, nachdem Nacktfotos von ihr aufgetaucht waren. Am Ende erhielt sie für ihr Lied Lass ihn null Punkte, daraufhin musste die Schweiz für den nächsten Wettbewerb pausieren.

Der Eurovision Song Contest 1998 war der letzte, in dem die teilnehmenden Länder in einer ihrer offiziellen Landessprachen singen mussten; im Jahr darauf wurde die „Free-Language-Rule“ eingeführt, nach der in jeder beliebigen Sprache gesungen werden kann – neben der Einführung des Televotings und der Abschaffung des Orchesters war dies eine der Maßnahmen zur Verjüngung des Contests in den späten 1990er-Jahren.

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Teilnehmende Länder
  • Länder, die bereits an einem früheren ESC teilgenommen hatten, aber nicht im Jahr 1998
  • Mazedonien war das erste Mal im Finale, nachdem eine Teilnahme im Jahr 1996 noch bei der internen Qualifikationsrunde der EBU gescheitert war. Belgien, Finnland und die Slowakei waren nach ihrer letztjährigen Zwangspause wieder dabei; Österreich, Bosnien-Herzegowina, Dänemark, Russland und Island durften wegen ihrer schlechten Durchschnittsplatzierung der letzten 5 Jahre nicht teilnehmen. Der italienische Sender RAI hatte sich entschlossen, dem Eurovision Song Contest künftig fernzubleiben. Insgesamt waren 25 Länder am Start.

    Folgende Interpreten kehrten zum Wettbewerb zurück:

    Land Interpret Vorheriges Teilnahmejahr
    KroatienKroatien Kroatien Danijela Martinović 1995 (als Teil der Gruppe Magazin)
    PortugalPortugal Portugal José Cid (Mitglied von Alma Lusa) 1980

    Abstimmungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Erstmals ermittelten fast alle Teilnehmerländer per Televoting ihre Punktevergabe, außer Irland, Rumänien, der Türkei und Ungarn, welche auf Jurys zurückgriffen. Zunächst wurden die zehn besten Lieder intern ermittelt. Danach erhielten die zehn besten Lieder 12, 10, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 Punkte und 1 Punkt. Während des Live-Votings verkündete Spanien seine Stimmen falsch, der Fehler wurde erst nach dem Wettbewerb korrigiert. Es wurde „vergessen“, dass Deutschland 12 Punkte bekommen sollte.

    Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Platz Startnr. Land Interpret Titel
    (M = Musik; T = Text)
    Sprache Übersetzung Punkte
    01. 08 IsraelIsrael Israel Dana International
    דנה אינטרנשיונל
    Diva
    דיווה
    M: Tzvika Pik; T: Yoav Ginai
    Hebräisch 172
    02. 16 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Imaani Where Are You?
    M/T: Scott English, Phil Manikiza, Simon Stirling
    Englisch Wo bist du? 166
    03. 10 MaltaMalta Malta Chiara The One That I Love
    M: Jason Cassar; T: Sunny Aquilina
    Englisch1 Der, den ich liebe 165
    04. 18 NiederlandeNiederlande Niederlande Edsilia Rombley Hemel en aarde
    M/T: Eric van Tijn, Jochem Fluitsma
    Niederländisch Himmel und Erde 150
    05. 01 KroatienKroatien Kroatien Danijela Neka mi ne svane
    M/T: Petar Grašo, Remi Kazinotti, Stjepan Kalogjera
    Kroatisch Möge die Sonne niemals aufgehen 131
    06. 20 BelgienBelgien Belgien Mélanie Cohl Dis oui
    M/T: Philippe Swan
    Französisch Sag ja 122
    07. 09 DeutschlandDeutschland Deutschland Guildo Horn Guildo hat Euch lieb!
    M/T: Alf Igel
    Deutsch 086
    08. 22 NorwegenNorwegen Norwegen Lars A. Fredriksen Alltid sommer
    M: David Eriksen, Per-Kristian Ottestad;
    T: Linda Andernach Johansen
    Norwegisch Immer Sommer 079
    09. 13 IrlandIrland Irland Dawn Is Always Over Now?
    M/T: Gerry Morgan
    Englisch Ist immer jetzt vorbei? 064
    10. 19 SchwedenSchweden Schweden Jill Johnson Kärleken är
    M: Håkan Almqvist, Bobby Ljunggren;
    T: Ingela ‚Pling‘ Forsman
    Schwedisch Die Liebe existiert 053
    11. 17 Zypern 1960Zypern Zypern Michalis Hatzigiannis
    Μιχάλης Χατζηγιάννης
    Yénesis
    Γένεσις
    M: Michael Hajiyanni; T: Zenon Zindilis
    Griechisch Genesis 037
    12. 14 PortugalPortugal Portugal Alma Lusa Se eu te pudesse abraçar
    M/T: José Cid
    Portugiesisch Wenn ich dich umarmen könnte 036
    12. 23 EstlandEstland Estland Koit Toome Mere lapsed
    M: Maria Rahula, Tomi Rahula; T: Peeter Pruuli
    Estnisch Kinder des Meeres 036
    14. 24 TurkeiTürkei Türkei Tüzmen Unutamazsın
    M: Erdinç Tunç; T: Canan Tunç
    Türkisch Du kannst nicht vergessen 025
    15. 21 FinnlandFinnland Finnland Edea Aava
    M: Alexi Ahoniemi; T: Tommy Mansikka-Aho
    Finnisch Weit 022
    16. 04 SpanienSpanien Spanien Mikel Herzog ¿Qué voy a hacer sin ti?
    M: Alberto Estébanez; T: Mikel Herzog
    Spanisch Was soll ich ohne dich machen? 021
    17. 07 PolenPolen Polen Sixteen To takie proste
    M: Jaroslaw Pruszkowski; T: Olga Pruszkowska
    Polnisch Es ist einfach 019
    18. 12 SlowenienSlowenien Slowenien Vili Resnik Naj bogovi slišijo
    M: Matjaž Vlašič; T: Urša Vlašič
    Slowenisch Lass die Götter hören 017
    19. 25 MazedonienMazedonien Mazedonien Vlado Janevski
    Владо Јаневски
    Ne zori, zoro
    Не зори, зоро
    M: Grigor Koprov; T: Vlado Janevski
    Mazedonisch Morgengrauen, geh nicht auf 016
    20. 02 GriechenlandGriechenland Griechenland Thalassa
    Θάλασσα
    Mia krifí evesthisía
    Μια κρυφή ευαισθησία
    M: Yiannis Valvis; T: Yiannis Malachias
    Griechisch Eine geheime Empfindlichkeit 012
    21. 06 SlowakeiSlowakei Slowakei Katarína Hasprová Modlitba
    M: Gabriel Dušík; T: Anna Wepperyová
    Slowakisch Gebet 008
    22. 15 RumänienRumänien Rumänien Mălina Olinescu Eu cred
    M: Adrian Romcescu; T: Liliana Ştefan
    Rumänisch Ich glaube 006
    23. 11 UngarnUngarn Ungarn Charlie A holnap már nem lesz szomorú
    M: István Lerch; T: Attila Horváth
    Ungarisch Morgen werd’ ich nicht mehr traurig sein 004
    24. 03 FrankreichFrankreich Frankreich Marie Line Où aller
    M: Jean-Philippe Dary, Marie Line Marolany,
    Moïse Crespy, Micaël Sene; T: Marie Line Marolany
    Französisch Wohin gehen 003
    25. 05 SchweizSchweiz Schweiz Gunvor Lass ihn
    M/T: Gunvor Guggisberg, Egon Egemann
    Deutsch 000

    ;Anmerkung: Die rot markierten Länder mussten aufgrund ihrer schlechten Platzierungen der letzten fünf Jahre beim folgenden Wettbewerb aussetzen.

    1 Englisch ist neben Maltesisch Amtssprache von Malta, weshalb Malta mit englischsprachigen Liedern antreten konnte, als Lieder in der eigenen Landessprache verlangt wurden.

    Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Erhaltendes Land Vergebendes Land
    Land Insg. KroatienKroatien CRO GriechenlandGriechenland GRC FrankreichFrankreich FRA SpanienSpanien ESP SchweizSchweiz SUI SlowakeiSlowakei SVK PolenPolen POL IsraelIsrael ISR DeutschlandDeutschland GER MaltaMalta MLT UngarnUngarn HUN SlowenienSlowenien SVN IrlandIrland IRL PortugalPortugal POR RumänienRumänien ROU Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR Zypern 1960Zypern CYP NiederlandeNiederlande NED SchwedenSchweden SWE BelgienBelgien BEL FinnlandFinnland FIN NorwegenNorwegen NOR EstlandEstland EST TurkeiTürkei TUR MazedonienMazedonien MKD
    KroatienKroatien Kroatien 131 5 8 1 5 10 6 10 10 10 12 3 2 2 7 4 3 5 3 6 3 4 12
    GriechenlandGriechenland Griechenland 012 12
    FrankreichFrankreich Frankreich 003 1 2
    SpanienSpanien Spanien 021 1 4 6 3 4 3
    SchweizSchweiz Schweiz 000
    SlowakeiSlowakei Slowakei 008 8
    PolenPolen Polen 019 2 5 2 10
    IsraelIsrael Israel 172 10 12 10 10 10 7 12 7 6 12 7 5 10 6 5 10 10 3 7 5 8
    DeutschlandDeutschland Deutschland 086 3 12 12 8 8 10 6 6 12 7 1 1
    MaltaMalta Malta 165 7 6 6 5 8 12 8 7 8 7 3 12 5 12 5 8 6 8 5 12 5 10
    UngarnUngarn Ungarn 004 1 1 2
    SlowenienSlowenien Slowenien 017 3 2 5 4 3
    IrlandIrland Irland 064 2 2 4 2 2 6 6 1 1 8 8 1 4 2 8 7
    PortugalPortugal Portugal 036 1 10 6 2 2 2 2 1 6 4
    RumänienRumänien Rumänien 006 6
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 166 12 7 3 3 3 1 7 12 1 8 10 5 5 6 12 8 7 7 6 8 5 8 12 10
    Zypern 1960Zypern Zypern 037 4 12 5 1 1 1 4 4 3 2
    NiederlandeNiederlande Niederlande 150 10 8 5 4 7 6 5 8 6 7 12 10 7 10 8 12 7 8 7 3
    SchwedenSchweden Schweden 053 3 4 8 2 1 5 6 10 12 2
    BelgienBelgien Belgien 122 4 7 7 4 7 12 5 4 3 3 6 7 8 7 6 10 2 7 6 1 6
    FinnlandFinnland Finnland 022 10 1 10 1
    NorwegenNorwegen Norwegen 079 8 1 4 4 3 5 5 10 4 3 4 3 3 12 4 2 4
    EstlandEstland Estland 036 2 8 1 4 2 1 2 4 12
    TurkeiTürkei Türkei 025 5 12 2 1 5
    MazedonienMazedonien Mazedonien 016 6 3 4 3

    *Die Tabelle ist senkrecht nach der Auftrittsreihenfolge geordnet, waagerecht nach der chronologischen Punkteverlesung (mit Korrektur der von Spanien vorgelesenen Punkte).

    Karte der Punktevergabe für den Siegertitel aus Israel nach Ländern

    Statistik der Zwölf-Punkte-Vergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Anzahl Land erhalten von
    4 MaltaMalta Malta Irland, Norwegen, Slowakei, Vereinigtes Königreich
    Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Israel, Kroatien, Rumänien, Türkei
    3 IsraelIsrael Israel Frankreich, Malta, Portugal
    DeutschlandDeutschland Deutschland Niederlande, Schweiz, Spanien
    2 KroatienKroatien Kroatien Mazedonien, Slowenien
    NiederlandeNiederlande Niederlande Belgien, Ungarn
    1 BelgienBelgien Belgien Polen
    EstlandEstland Estland Finnland
    GriechenlandGriechenland Griechenland Zypern
    NorwegenNorwegen Norwegen Schweden
    SchwedenSchweden Schweden Estland
    TurkeiTürkei Türkei Deutschland
    Zypern 1960Zypern Zypern Griechenland

    Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     Commons: Eurovision Song Contest 1998 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien