Eusebius Schenck

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Eusebius Schenck

Eusebius Schenck auch genannt: von Burgstadt (* 11. April 1569 in Chrobold; † 28. Oktober 1628 in Jena) war ein böhmischer Mediziner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eusebius Schenck war Sohn des Pastors Petrus Schenck und dessen Frau Rebecca Gesner, Tochter des Zwickauer Stadtrichters Ambrosius Gesner. 1570 kam er nach Annaberg, wo er bis zum 12. Lebensjahr die Schule besuchte. 1580 wechselte er an die Ratsschule in Zwickau, welche unter der Leitung des Rektors Paul Obermeier († 2. Dezember 1589) stand. Im März 1690 bezog er die Universität Jena, wo er philosophische und medizinische Studien, unter anderem bei Johannes von Schröter und Zacharias Brendel dem Älteren, absolvierte. 1596 erhielt er eine Stelle als Gymnasialprofessor und Konrektor in Graz. Von dort aus unternahm er 1599 und 1602 Studienreisen nach Italien, welche ihn unter anderem nach Padua, Venedig, Florenz und Genua führten. Seine Grazer Aufgabe legte er 1604 nieder und gelangte wieder nach Sachsen. Am 10. Dezember 1604 promovierte er in Jena unter Johann Friedrich Schröter zum Doktor der Medizin. Danach war er als praktischer Arzt in Zwickau tätig.

1609 übernahm er eine Hofarzt- und Stadtsyndicusstelle in Gera. 1618 zog er als Professor der Anatomie, Chirurgie und Botanik an die Universität Jena. Hier beteiligte er sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Salana. So war er einige Male Dekan der medizinischen Fakultät und in den Wintersemestern 1620 sowie 1626 Rektor der Alma Mater. Im Oktober 1628 starb er an den Folgen eines am 17. Januar 1628 erlittenen Herzinfarkts. Sein Leichnam wurde in der Jenaer Kollegienkirche beigesetzt, wo man ihm ein Epitaph errichtete.[1] Beim Bombenangriff auf Jena im Februar 1945 wurde dieses zerstört.

Schenck verheiratete sich am 28. Oktober 1606 in Chemnitz mit Ursula Regina Neefe (* 10. Oktober 1585 in Chemnitz; † 14. August 1622 in Jena), der Tochter des Stadtrichters und Handelsmannes Zacharias Neefe (* 24. Februar 1551 in Chemnitz; † 3. Mai 1595 ebenda) und dessen Frau Regina Usswald (* 25. Juli 1560 in Chemnitz; begr. 9. Juni 1623 ebd.). Aus der Ehe stammen Kinder. Von diesen kennt man den Professor der Medizin in Jena Johann Theodor Schenck, die Tochter Anna Magdalena Schenck († 1637 in Zerbst), welche sich mit dem Zerbster Stadtphysikus Dr. med. Nathan Voigt (Voit) verheiratete, und die Tochter Regina Schenck (* 17. März 1608 in Zwickau; † 8. Mai 1655 in Jena), welche sich in erster Ehe am 3. März 1628 mit Dr. jur. Jacob Fomann († 17. Februar 1637 in Jena), dem Sohn des Jenaer Professors Ortolph Fomann, verheiratete und in zweiter Ehe am 19. Juni 1643 den Juristen Dr. jur. Hieronymus Mühlpfort ehelichte.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peri Ouranou dialexis philosophike. Jena 1592 (Präsens Ambrosius Chemnitz, Online)
  • De Convulsione Themata Medica. Jena 1604 (Präsens Johannes Friedrich Schröter, Online)
  • Disputatio Medica Inauguralis De pleuritide. Jena 1619 (Resp. Johann Mercker, Online)
  • Disputatio Inauguralis Medica. De Apoplexia. Jena, 1626 (Resp. Balthasar Glaß (1596–1666), Online)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Caspar Zeumer, Christoph Weissenborn: Vitae Professorum Theologiae, Jurisprudentiae, Medicinae et Philosophiae qui in illustri Academia Jenensi, ab ipsius fundatione ad nostra usque tempora vixerunt et adhuc vivunt una cum scriptis a quolibet editis quatuor classibus. Johann Felici Bieleck, Jena, 1711, S. 29, (Mediziner, Online)
  • Schenckius (Eusebius). In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 34, Leipzig 1742, Spalte 1271.
  • Christian Gottlieb Jöcher: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Darinne die Gelehrten aller Stände sowohl männ- als weiblichen Geschlechts, welche vom Anfange der Welt bis auf die ietzige Zeit gelebt, und sich der gelehrten Welt bekannt gemacht, Nach ihrer Geburt, Leben, merckwürdigen Geschichten, Absterben und Schrifften aus den glaubwürdigsten Scribenten in alphabetischer Ordnung beschrieben werden. Verlag Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig, 1751, Bd. 4, Sp. 241, (Online)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. überliefert ist dieses bei Caspar Sagittarius: Momenta Historica et Monumenta Templi Ienensis Academici. Georg Christian Tröber, Jena, 1720, S. 19, (Online)