Eutingen im Gäu

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eutingen im Gäu
Eutingen im Gäu
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eutingen im Gäu hervorgehoben
48.4777777777788.7477777777778450Koordinaten: 48° 29′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Freudenstadt
Höhe: 450 m ü. NHN
Fläche: 32,82 km²
Einwohner: 5508 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 168 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 72184,
72160 (Oberer Eutinger Talhof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 07457, 07459
Kfz-Kennzeichen: FDS, HOR
Gemeindeschlüssel: 08 2 37 027
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 17
72184 Eutingen im Gäu
Webpräsenz: www.eutingen-im-gaeu.de
Bürgermeister: Armin Jöchle
Lage der Gemeinde Eutingen im Gäu im Landkreis Freudenstadt
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Eutingen im Gäu ist die östlichste Gemeinde des Landkreises Freudenstadt in Baden-Württemberg und gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart. Sie liegt rund 45 Kilometer südwestlich von Stuttgart und etwa 25 Kilometer östlich von Freudenstadt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet Eutingens liegt größtenteils auf der Gäuhochebene unmittelbar nördlich des oberen Neckartals. Der namengebende Ort liegt etwa zweieinhalb Kilometer nördlich des Neckars im Mittel auf 450 m ü. NHN am langgestreckten rechten Hang des Eutinger Talbachs. Dieser entspringt auf der Hochfläche und bildet im Bereich der Gemeinde Eutingen eine flache Mulde aus. Auf Gemeindegebiet werden Höhen bis 591 m ü. NHN erreicht. Der höchste Punkt liegt an der Westspitze des Gemeindegebietes im Waldgebiet Withau, während der tiefste Punkt der Gemeindegemarkung im Südosten auf etwa 368 m ü. NHN im Trogtal des Neckars liegt.[2] Westlich des Bahnhofs Eyach mündet die Eyach auf Eutinger Gemarkung in den Neckar.

Das Gemeindegebiet entwässert überwiegend nach Süden zum Neckar, zum großen Teil über den Talbach, zum geringeren Teil über zwei kleine Klingenbäche. Gemarkungsteile im Norden und Osten liegen im Einzugsgebiet des Seltenbachs.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Eutingen im Gäu besteht aus den vier Ortsteilen Eutingen, Göttelfingen, Rohrdorf und Weitingen. Sie sind räumlich identisch mit den früheren, bis in die 1970er-Jahre selbständigen Gemeinden gleichen Namens. In der Gemeinde Eutingen im Gäu gilt die Unechte Teilortswahl, die Ortsteile bilden dementsprechend zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Mit Ausnahme des Ortsteils Eutingen sind die Ortsteile zugleich Ortschaften, das heißt, sie haben jeweils einen von der wahlberechtigten Bevölkerung gewählten Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher. In den Ortschaften sind sogenannte „Ortschaftsverwaltungen“ mit den Aufgaben einer Geschäftsstelle des Bürgermeisteramts eingerichtet.[3]

Zum Ortsteil Eutingen gehören das Dorf Eutingen, das Gehöft Oberer Eutinger Talhof und die Häuser Alter Bahnhof, Bahnhof Hochdorf und Ziegelhütte. Zum Ortsteil Eutingen-Göttelfingen gehört das Dorf Göttelfingen. Zum Ortsteil Eutingen-Rohrdorf gehören das Dorf Rohrdorf und der Ort Bahnhof Eutingen. Zum Ortsteil Eutingen-Weitingen gehören das Dorf Weitingen und die Häuser Eyach und Weitinger Mühle.

Im Ortsteil Eutingen liegt die Ruine der Burg Eutingertal und im Ortsteil Eutingen-Weitingen liegt die Ruine der Burg Urnburg.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Eutingen grenzt im Südwesten an die Stadt Horb am Neckar, die ebenfalls im Kreis Freudenstadt liegt. Im Nordwesten verläuft die Gemeindegrenze zur Stadt Nagold im Landkreis Calw, im Nordosten zur Stadt Rottenburg am Neckar und im Südosten zur Gemeinde Starzach, beide im Landkreis Tübingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 1805 Teil Vorderösterreichs im Habsburger Besitz, kamen Eutingen und das Gäu durch Napoleon zu Württemberg. Eutingen und die eingemeindeten Ortsteile gehörten seit 1938 zum Landkreis Horb, mit dem sie 1973 im Landkreis Freudenstadt aufgingen. Den Namenszusatz im Gäu trägt die Gemeinde seit 19. November 1971.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurden Göttelfingen und Rohrdorf nach Eutingen eingemeindet.
Am 1. Januar 1975 vereinigten sich Eutingen im Gäu und Weitingen zur neuen Gemeinde Eutingen im Gäu.

Wappen der eingemeindeten Gemeinden:

Rohrdorf
Rohrdorf
Weitingen
Weitingen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 1177
  • 1975: 3413
  • 2000: 5288
  • 2005: 5485
  • 2012: 5519

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

CDU 65,1 %, 9 Sitze
Freie Wähler 34,9 %, 5 Sitze

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In geteiltem Schild oben in Silber ein dreiblättriger grüner Zweig, unten in Rot ein schwebender nackter silberner Rechtsarm.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 14 führt mitten durch Eutingen und trennt den Ort in zwei Teile. Seit Jahren wird versucht, eine Lösung zu finden, um den Ort von den täglich rund 12.000 – 15.000 Fahrzeugen zu entlasten, bisher ist jedoch noch kein Ergebnis in Sicht. Die so genannte Gäutrasse (Bundesstraße 28 neu zwischen Freudenstadt und Ergenzingen) − also die Ortsumgehungen von Bildechingen und Eutingen i. Gäu − wurde bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes 2003/04 ersatzlos aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen.

Bahnlinien um Eutingen
Regional-Express nach Stuttgart im Bahnhof Eutingen

Der Bahnhof Eutingen im Gäu liegt auf der Hochfläche östlich des Hauptortes an der Gäubahn Stuttgart–Singen und ist Ausgangspunkt der historisch als Gäubahn Eutingen–Freudenstadt gebauten heutigen Gäubahnzweigstrecke und Standort eines Unterwerks. Die Gemeinde ist im Stundentakt an den Regionalverkehr in Richtung Stuttgart, Rottweil und Freudenstadt angebunden.

Westlich des Dorfes Eutingen liegt zudem der Bahnhof Hochdorf (b. Horb) an einer Streckengabelung, von dem stündlich Züge in Richtung Freudenstadt und Eutingen und meist stündlich in Richtung Pforzheim und Tübingen fahren. Zweistündlich verkehrt ein Regionalexpress nach Stuttgart, der ebenfalls am Eutinger Bahnhof hält.

An der südlichen Gemarkungsgrenze der Gemeinde liegt im Flusstal der Bahnhof Eyach an der Oberen Neckarbahn, wo von dieser die Bahnstrecke Eyach–Hechingen ins Eyachtal hinein abzweigt. Die Bahnverbindung wurde 1973 für den fahrplanmäßigen Personenverkehr aufgegeben und diente bis 2009 überwiegend dem Güterverkehr. Seit 2009 fährt mit dem Eyachtäler wieder ein vertakteter Personenzug der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) über die Strecke Eyach–Haigerloch–Hechingen.[5] Dabei handelt es sich um Touristikzüge aus Triebwagen die an Wochenenden im Sommer verkehren. Startpunkt dieser Züge ist Tübingen. Im Bahnhof Hechingen werden die gekuppelten Triebwagen mit unterschiedlichen Zielen getrennt.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Eutingen verfügt über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, die eine Grundschulaußenstelle im Ortsteil Weitingen hat. In der Gesamtgemeinde gibt es außerdem drei gemeindliche und zwei römisch-katholische Kindergärten, wobei ein Gemeinde- und ein kirchlicher Kindergarten im Hauptort Eutingen selbst liegt.

Paketzentrum[Bearbeiten]

Eutingen ist Standort eines von 33 Paketzentren der Deutschen Post AG. Zusammen mit dem Paketzentrum Köngen bedient es die Metropolregion Stuttgart.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Höhenintervall nach dem Höhenlinienbild des Geodatenviewers bzw. Interpolation zwischen zwei Höhenangaben im Neckarlauf vor und nach seinem Verlassen der Gemeinde.
  3. Ortsrecht der Gemeinde Eutingen im Gäu, einschl. Hauptsatzung vom 14. Dezember 1993 (PDF; abgerufen am 21. August 2008; 810 kB)
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 645–647
  5. http://www.hzl-online.de/html/aktuell/aktuell_u_2.html?&artikel=132&m=1&cataktuell=7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eutingen im Gäu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien