Eva-Maria Buch

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Eva-Maria Buch (* 31. Januar 1921 in Berlin; † 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee) war eine Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Sie gehörte zur „Roten Kapelle“.

Leben[Bearbeiten]

Stolperstein vor dem Haus, Hochfeilerweg 23a, in Berlin-Mariendorf

Bis Mitte der 1930er Jahre lebte Eva-Maria Buch mit ihren Eltern im Berliner Bezirk Charlottenburg. Sie wurde katholisch erzogen und besuchte die von Ordensschwestern geleitete Ursulinen-Schule, welche 1939 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. Nur mit Mittlerer Reife besuchte Buch anschließend ein Dolmetscherseminar an der Auslandswissenschaftlichen Fakultät der Berliner Universität.

Durch ihre Arbeit in einer Buchhandlung in den Jahren 1941 und 1942 lernte sie Wilhelm Guddorf kennen, über den sie den Kontakt zur Roten Kapelle fand. Die politisch unerfahrene junge Frau nahm an einigen Zusammenkünften dieser Gruppe teil. Guddorf versteckte Buch im Herbst 1942 in einer Gartenlaube. Doch die seit dem 31. August 1942 rollende Verhaftungswelle gegen Angehörige der Roten Kapelle erfasste auch Buch, die am 11. Oktober des Jahres durch die Gestapo inhaftiert wurde. Guddorf wurde kurze Zeit später ebenfalls gefasst und am 13. Mai 1943 hingerichtet.[1]

Eva-Maria Buch kam in Untersuchungshaft und wurde mehrfach verhört. Nach Anklage vor dem Reichskriegsgericht fand dort vom 1. bis 3. Februar 1943 ihre Verhandlung statt. Als Beweismaterial diente ein von ihr ins Französische übersetzter Artikel, der für Zwangsarbeiter deutscher Rüstungsbetriebe bestimmt war. Die Arbeiter, so die Aussage des Flugblatts, sollten immer daran denken, dass es ihre Angehörigen seien, die von den durch sie gefertigten Bomben zerrissen würden.

Um andere vor der Verhaftung zu schützen, behauptete Buch vor Gericht, diesen Artikel selbst verfasst zu haben. Dafür wurde sie am letzten Verhandlungstag zum Tode verurteilt. In der Urteilsbegründung hieß es, sie habe die Verschlagenheit einer Katholikin und die Staatsfeindlichkeit einer Kommunistin gezeigt. Adolf Hitler lehnte ein Gnadengesuch von Buchs Eltern persönlich ab. Die 22-Jährige wurde in Plötzensee hingerichtet.

Ehrungen[Bearbeiten]

Eva-Maria-Buch-Bibliothek, Berlin
  • In Berlin-Mitte erinnert ein Gedenkstein im Innenhof der Humboldt-Universität (Unter den Linden 6) an Eva-Maria Buch
  • Eine Tafel am Bebelplatz, (St.-Hedwigs-Kathedrale) erinnert an die Widerstandskämpferin.
  • Die Tempelhofer Stadtbücherei erhielt 1993 den Namen Eva-Maria-Buch-Haus. Es ist heute der Sitz der Bezirkszentralbibliothek von Tempelhof-Schöneberg.
  • Die Initiative Stolpersteine an der B 96 verlegte einen Stolperstein vor dem ehemaligen Wohnhaus von Eva-Maria Buch am Hochfeilerweg 23a[2] in Berlin-Mariendorf
  • Im Ortsteil Oberreut der Stadt Karlsruhe und in der Stadt Soltau trägt eine Straße den Namen Eva-Maria-Buch-Straße.
  • Die katholische Kirche hat Eva-Maria Buch als Blutzeugin in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Schilde: Eva-Maria Buch und die „Rote Kapelle“. Erinnerung an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Mit einem Geleitwort von Hanna-Renate Laurien. Berlin 1992/2. Auflage 1993
  • Gilles Perrault: Auf den Spuren der Roten Kapelle. (Überarbeitete Auflage), Rowohlt 1994
  • Gert Rosiejka: Die Rote Kapelle. „Landesverrat“ als antifaschistischer Widerstand. - Mit einer Einführung von Heinrich Scheel. ergebnisse, Hamburg 1986, ISBN 3-925622-16-0
  • Helmut Moll im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz (Hrsg.), Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, 6. erweiterte und neu strukturierte Auflage, Paderborn 2015, ISBN 978-3-506-78080-5, S. 149-153.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eva-Maria Buch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Steinbach und Johannes Tuchel: Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. C.H. Beck; 2., überarb. u. erw. Auflage 1998; ISBN 340643861X; S. 77–78.
  2. Stolpersteine an der B 96