Eva-Maria Krech

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Eva-Maria Krech (* 6. November 1932 in Berlin) ist eine deutsche Germanistin und Sprechwissenschaftlerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krech wurde 1932 als Eva-Maria Schuppener geboren. Nach dem Abitur 1951 studierte sie bis 1955 Germanistik und Sprechwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Von 1955 bis 1956 war sie Dozentin für Sprecherziehung am Hallenser Konservatorium. Von 1955 bis 1971 wirkte sie als Lektorin am Institut für Slavistik, Sprechwissenschaft und Phonetik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ihre Promotion zum Dr. phil. erfolgte 1964 mit der Dissertation Zum gegenwärtigen Gebrauch des Glottisschlageeinsatzes in der allgemeinen deutschen Hochlautung. Seit 1971 ist sie Dozentin für Sprechwissenschaft. Im Jahr 1979 habilitierte sie sich mit der Arbeit Sprechwissenschaftliche Beiträge zur Theorie der sprechkünstlerischen Kommunikation. Von 1976 bis 1981 und von 1993 bis 1998 leitete sie das Institut. Ab 1990 wirkte sie als außerordentlicher Professor für Sprechwissenschaft. 1992 wurde sie ordentliche Professorin. Insbesondere ist sie auf den Gebieten Phonetik, Orthoepie und Vortragskunst tätig. Krech ist Mitherausgeberin des Großen Wörterbuchs der deutschen Aussprache. Sie ist Mitglied in der International Phonetic Association und der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft.

Vortragskunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krech hat in ihrem Werk viel zu Sprechkunst veröffentlicht und geforscht. Sie vertritt den sogenannten kommunikativen Ansatz der Sprechkunst (in ihren Worten: Vortragskunst[1]). Das heißt: Der ausschlaggebende Faktor in der Gestaltung eines sprechkünstlerischen Vortrags (z. B. Rezitation von Gedichten) ist das Erleben des Hörers. Einen guten und gelungenen sprechkünstlerischen Vortrag macht ihrer Ansicht nach nicht die bloße Reproduktion des Originalwerkes aus, sondern die zum Sprecher und zur Zuhörerschaft passende Auswahl und Interpretation des vorgetragenen Stückes.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wörterbuch der deutschen Aussprache. 1964.
  • Zum gegenwärtigen Gebrauch des Glottisschlageinsatzes in der allgemeinen deutschen Hochlautung. 1964.
  • Sprechwissenschaftlichphonetische Untersuchungen zum Gebrauch des Glottisschlageinsatzes in der allgemeinen deutschen Hochlautung. 1968.
  • Sprechwissenschaftliche Beiträge zur Theorie der sprechkünstlerischen Kommunikation. 1979.
  • Beiträge zu Theorie und Praxis der Sprechwissenschaft. 1981.
  • Hallesche Standpunkte zur gesprochenen Sprache. 1981.
  • Grosses Wörterbuch der deutschen Aussprache. 1982.
  • Vortragskunst. Grundlagen der sprechkünstlerischen Gestaltung von Dichtung. 1987.
  • Ergebnisse der Sprechwirkungsforschung. 1987.
  • Entwicklungstendenzen der Sprechwissenschaft in den letzten 25 Jahren. 1989.
  • Sprechwirkung. 1991.
  • Beiträge zur deutschen Standardaussprache. 1996.
  • Von Sprechkunst und Normphonetik. 1997.
  • Sprechen als soziales Handeln. 1997.
  • Das Verstehen fördern. 1999.
  • Sprechwissenschaft. 1999.
  • Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen – interdisziplinäre Kooperation in der Therapie. 2002.
  • Gegenstandsauffassung und aktuelle phonetische Forschungen der halleschen Sprechwissenschaft. 2003.
  • Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders: Deutsches Aussprachewörterbuch. Mit Beiträgen von Walter Haas, Ingrid Hove und Peter Wiesinger. de Gruyter, Berlin, New York 2009. ISBN 978-3-11-018202-6.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eva-Maria Krech: Vortragskunst. Grundlagen der sprechkünstlerischen Gestaltung von Dichtung, 1987.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]