Eva-Maria Stange

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Eva-Maria Stange (2013).

Eva-Maria Stange (* 15. März 1957 in Mainz) ist eine deutsche Politikerin (SPD) und Gewerkschaftsfunktionärin (GEW). Sie war von 2006 bis 2009 und ist seit dem 13. November 2014 Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst im Freistaat Sachsen. Seit 2009 ist sie Mitglied des Sächsischen Landtags.

Leben[Bearbeiten]

Geboren wurde Stange als dritte Tochter einer Arbeiterfamilie in Mainz. Der Vater war ungelernter Arbeiter und die Mutter Hausfrau.

Die Familie zog 1958 in die DDR. Dort besuchte Stange die POS Rudi Arndt in Elsterwerda (heute Brandenburg) und anschließend die EOS in Elsterwerda, die sie an der EOS Pestalozzi in Dresden mit dem Abitur erfolgreich abschloss. Sie erwarb 1979 an der Pädagogischen Hochschule (PH) „Karl Friedrich Wilhelm Wander“ Dresden das Diplom als Lehrerin für Mathematik und Physik. Danach war sie von 1979 bis 1982 als Lehrerin in Dresden tätig. 1982 bis 1985 promovierte sie im Fachbereich Methodik des Physikunterrichts an der PH Dresden zum Dr. paed. Von 1985 bis 1989 war sie in Lehre und Forschung in der Lehrerbildung der PH Dresden tätig.

Von 1989 bis 1993 war sie Lehrerin, ab 1991/92 am Gymnasium. Anschließend war sie von 1992 bis 1993 Vorsitzende des Bezirkspersonalrates Gymnasien in Dresden, dann von 1993 bis 1997 Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen und von 1997 bis 2005 Bundesvorsitzende der GEW. Seit August 2005 war sie abgeordnete Lehrerin am Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung der TU Dresden (ZLSB).[1]

Sie lebt seit 1973 in Dresden, ist verheiratet mit Bernd Stange, einem Software-Vertriebsleiter, und hat drei erwachsene Töchter.

Politik[Bearbeiten]

Stange war von 1981 bis 1988 Mitglied der SED und ist seit 1998 Mitglied der SPD.

Während der CDU-SPD Koalition schlug sie 2006 der sächsische SPD-Vorsitzende Thomas Jurk für das Amt der Ministerin für Wissenschaft und Kunst als Nachfolgerin von Barbara Ludwig im Kabinett Milbradt II vor. Dies löste Kritik bei der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS e.V.) und beim Koalitionspartner CDU aus. Der VOS kritisierte, dass sie als langjähriges SED-Mitglied „nicht akzeptabel“ sei.[2][3]

Ministerpräsident Georg Milbradt ernannte sie am 13. September 2006 zur Ministerin. Die Kritik von CDU-Politikern hielt auch danach unvermindert an; Bildungsminister Flath sah in Stange „eine Belastung für die Koalition“.[4]

Stange gehörte neben dem Kabinett Milbradt II auch dem Kabinett Tillich I an. Seit November 2014 ist sie Mitglied des Kabinetts Tillich III. Seit der Landtagswahl in Sachsen 2009 ist sie Abgeordnete des Sächsischen Landtags. Sie ist seit April 2012 eine von 19 Mitgliedern des sächsischen NSU-Untersuchungsausschusses "Neonazistische Terrornetzwerke in Sachsen". [5]

Auf dem Landesparteitag der SPD Sachsen am 12. Juni 2010 wurde sie zu einer der zwei stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt.

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Dresden am 7. Juni 2015 will sie als Kandidatin der Wählerinitiative „Gemeinsam für Dresden“, die unter anderem von den Stadtratsfraktionen der SPD, der Grünen und der Linken unterstützt wird, antreten.[6]

Mitgliedschaften und Funktionen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Untersuchungen zur Planung, Führung und Gestaltung des Physikunterrichts unter besonderer Beachtung lernpsychologischer Erkenntnisse mit dem Ziel der bewußten Ausbildung ausgewählter geistiger Handlungen, dargestellt am Beispiel der Stoffeinheit „elektromagnetische Induktion“, Klasse 9. Pädagogische Hochschule Dresden, Fakultät für pädagogische Wissenschaft, Dissertation A, 1985
  • GEW-Mitglieder in Ost und West - gemeinsame Wege gehen. Hauptvorstand der GEW, Frankfurt am Main 1997
  • Uwe Sandfuchs, Eva-Maria Stange, Siegfried Kost (Hrsg.): Kleine Grundschule und jahrgangsübergreifendes Lernen. Schülerrückgang als pädagogische Herausforderung. Klinkhardt, Bad Heilbrunn/Obb. 1997, ISBN 3-7815-0893-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eva-Maria Stange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dr. Eva-Maria Stange (SPD Fraktion). SPD Sachsen, April 2010, abgerufen am 30. Oktober 2013.
  2. SED-Opfer gegen Ministerin Stange. In: Lausitzer Rundschau. 10. Juli 2006, abgerufen am 30. Oktober 2013.
  3. Streit um neue SPD Ministerin entzweit die Koalition. In: Lausitzer Rundschau. 28. Juli 2006, abgerufen am 30. Oktober 2013.
  4. Neue Machtspiele in der CDU auf Kosten der SPD. In: Lausitzer Rundschau. 3. Februar 2007, abgerufen am 30. Oktober 2013.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format2. Untersuchungsausschuss Kriminelle und korruptive Netzwerke in Sachsen. undatiert, abgerufen am 1. Februar 2014.
  6. http://www.sz-online.de/nachrichten/in-dresden-muss-sich-etwas-aendern-3020601.html