Eva Gesine Baur

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Eva Gesine Baur 2012 auf der Leipziger Buchmesse

Eva Gesine Baur (* 11. August 1960 in München) ist eine deutsche Kulturhistorikerin und Schriftstellerin. Fiktionale Literatur, vor allem Romane vor einem musikhistorischen Hintergrund, schreibt sie unter dem Pseudonym Lea Singer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baur studierte in München Kunstgeschichte, Literaturwissenschaften, Musikwissenschaft und Gesang. Sie promovierte 1984 im Fach Kunstgeschichte mit der Dissertation Studien zum französischen und englischen Kinderbild im 18. und 19. Jahrhundert. Baur ist verheiratet mit dem Psychoanalytiker und Therapeuten Wilhelm Schmid-Bode; das Paar lebt in München.[1]

Sie schrieb Sachbiografien über Charlotte Schiller, Frédéric Chopin, Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadé Mozart. Unter ihrem Pseudonym Lea Singer verfasst sie Romane, von denen einige sich mit Persönlichkeiten und Begebenheiten der Kulturgeschichte befassen. Die Zunge (2000) erzählt vom Erfinder der Gourmet-Kritik Grimod de La Reynière, Wahnsinns Liebe (2003) von einer in Briefen und Zeitzeugenberichten dokumentierten tragischen Dreieckgeschichte zwischen Mathilde Schönberg, deren Mann, dem Komponisten Arnold Schönberg, und dem jungen Maler Richard Gerstl, Das nackte Leben (2005), Konzert für die linke Hand (2008) vom Schicksal des Pianisten Paul Wittgenstein. Das Werk trägt nach Maurice Ravels Komposition für Wittgenstein den gleichnamigen Titel. 2015 erschien ihr Buch Anatomie der Wolken, dem verbürgte Begegnungen des alternden Universalgenies Johann Wolfgang Goethe mit dem jungen, wilden Romantiker Caspar David Friedrich zugrunde liegen und Goethes belegte Zerstörungsaktion von Friedrichs Bildern. Im Wintersemester 2009/2010 war sie Dozentin für Poetik an der Universität Paderborn.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch wenn in diesen Romanen innere Monologe und Dialoge erfunden sein müssen, stützen sie sich auf akribische Recherchen und ergeben „bildungssatt erzählte Zeitreisen“. (Wolfgang Herles, Das Blaue Sofa am 1. Mai 2015).[2] Das Märchenhafte oder Dramatische eines Schicksals verbindet Lea Singer, „erfahren in der Arbeit an gut recherchierten historischen Romanen“ (Judith von Sternburg FR) mit gründlichen Informationen für den Leser. „Wie ein Märchen“ schrieb (Sybille Mulot in Der Spiegel am 12. November 2008)[3] beschreibt Lea Singer die Geschichte des „unbeirrbaren Paul“, und doch „materialreich recherchiert, informativ, Annäherung und Überblick zugleich“; die Autorin spiele „geschickt mit Wissen und Nichtwissen des Leser.“ Dadurch werden ihre Roman, so Judith von Sternburg, auch für Kenner lesenswert. „Es ist aber auch für Goethe-Leser“, schreibt sie zu Anatomie der Wolken, „ein großes Vergnügen, wie fidel und prägnant Lea Singer ihn (den Wolkigen) zu fassen bekomt“. Der NDR kommentierte ihren Arbeitsstil so: „Lea Singer saugt Honig aus ihren Recherchen.“

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Lea Singer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eva Gesine Baur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biografien

Kulturreiseführer

Gastrosophische Bücher

Kunst

Sonstiges

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norbert Otto Eke: Lea Singer: Nähe in der Distanz – Humilitas und Emphase. In: Alo Allkemper, Norbert Otto Eke, Hartmut Steinecke (Hrsg.): Poetologisch-Poetische Interventionen: Gegenwartsliteratur schreiben. Fink, München/Paderborn 2012, ISBN 978-3-7705-5406-5, S. 403–430.
  • Daniela Rippl: Stadtlandschaft und Stadtbewusstsein. Urbane Lebensformen in der Münchner Gegenwartsliteratur. In: Simone Hirmer: München Lesen. Königshausen & Neumann, Würzburg 2008, ISBN 978-3-8260-3789-4, S. 247–261 (zu Lea Singer: Mandelkern).
  • Volker Hage: Die bessere Wahrheit. In: Der Spiegel. Nr. 13, 2013, S. 151 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eva Gesine Baur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TV-Reportage Mozart, Goethe und High Heels. Die Schriftstellerin Eva Gesine Baur. Von Michael Bauer, in der Reihe LIDO des Bayerischen Rundfunks, 2015.
  2. hoffmann-und-campe.de: Pressestimmen
  3. spiegel.de: Vorgelesen: Die wichtigsten Bücher der Woche
  4. Stefanie Steiner auf info-netz-musik, 24. September 2011, abgerufen am 5. Oktober 2014.
  5. Holger Noltze: Musikalisches Liebestrio. In: dradio.de. 7. April 2013, abgerufen am 16. April 2013.
  6. Claudia Thieße auf info-netz-musik, 31. August 2013, abgerufen am 5. Oktober 2014.
  7. Rezension: Claudia Niebel auf info-netz-musik 10. Juli 2011; abgerufen am 5. Oktober 2014.
  8. Rezension: Peter Sühring auf info-netz-musik 19. Mai 2012; abgerufen am 14. September 2014.
  9. Rezension: Peter Sühring auf info-netz-musik 14. August 2014; abgerufen am 14. September 2014.