Eva Menasse

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Eva Menasse bei der Verleihung der Carl-Zuckmayer-Medaille an Robert Menasse im Staatstheater Mainz am 18. Januar 2019.

Eva Menasse (* 11. Mai 1970 in Wien) ist eine österreichische Journalistin und Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Germanistik und Geschichte arbeitete sie zunächst als Redakteurin u. a. für das Wiener Nachrichtenmagazin Profil, später für das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ihre erste Buchveröffentlichung Der Holocaust vor Gericht erschien 2000 im Siedler-Verlag. Der Band versammelt ihre Reportagen über den im April 2000 in London abgeschlossenen Prozess um den Holocaust-Leugner David Irving.

2005 erschien Menasses erster Roman Vienna bei Kiepenheuer & Witsch. In zahlreichen Anekdoten, die manchmal an Friedrich Torbergs Tante Jolesch erinnern, erzählt sie die fiktionalisierte Geschichte ihrer teils katholischen, teils jüdischen Verwandtschaft. Der damals in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorabgedruckte Roman wurde von den einschlägigen deutschen Medien überwiegend positiv, von den österreichischen eher kritisch rezensiert. Im Herbst 2005 stand er in Deutschland und in Österreich auf den Bestseller-Listen. Im April 2005 rangierte das Buch auf Platz 1 der ORF-Bestenliste. Eva Menasse erhielt für Vienna, das bereits in niederländischer, englischer, italienischer, hebräischer, slowenischer und tschechischer Übersetzung erschienen ist, den Rolf-Heyne-Debütpreis 2005. In sieben weiteren Sprachen sind Ausgaben geplant.

In dem 2005 geführten deutschen Bundestagswahlkampf schloss sie sich der von Günter Grass initiierten Wahlinitiative zugunsten der damaligen rot-grünen Regierung an. 2010 hielt sie bei der Verleihung des Hölderlin-Preises die Laudatio auf Georg Kreisler, desgleichen bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Margaret Atwood im Oktober 2017.[1]

Eva Menasse lebt seit 2003 in Berlin-Schöneberg. Sie war mit Michael Kumpfmüller verheiratet und hat mit ihm einen Sohn.[2] Sie ist die Halbschwester von Robert Menasse und Tochter von Hans Menasse.

Sie ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und gehört zu den Unterstützern der Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union, die Ende November 2016 veröffentlicht wurde. Im März 2019 erhielt sie den mit 12.500 Euro dotierten Literaturpreis der Mainzer Stadtschreiberin. Der Preis ist verbunden mit einem einjährigen Wohnrecht im Stadtschreiberdomizil im Gutenberg-Museum in Mainz.[3]

Bei der Preisbegründung zur Verleihung des Ludwig-Börne-Preises 2019 in der Frankfurter Paulskirche an Eva Menasse wurde ihre „Unbestechlichkeit“ hervorgehoben.[4]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eva Menasse bei einer Lesung aus Anlass des Lübecker Literaturtreffens 2013 im Theater Lübeck mit Feridun Zaimoglu, Tilman Spengler und Sherko Fatah (von links)

Eva Menasses Werke wurden unter anderem ins Englische, Französische, Italienische, Niederländische und Hebräische übersetzt.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich-Böll-Preis 2013, überreicht von Jürgen Roters

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wynfrid Kriegleder: Österreichische Geschichte als Familiengeschichte. Eva Menasses „Vienna“ und Arno Geigers „Es geht uns gut“, in: Gunda Mairbäurl u. a. (Hrsg.): Kindheit, Kindheitsliteratur, Kinderliteratur : Studienur Geschichte der österreichischen Literatur ; Festschrift für Ernst Seibert. Wien : Praesens, 2010 ISBN 978-3-7069-0644-9, S. 225–238

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eva Menasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eva Menasse hält Friedenspreis-Laudatio. In: boersenblatt.net, 9. August 2017, abgerufen am 9. August 2017.
  2. Autorenlexikon Literaturport. Abgerufen am 18. September 2017.
  3. Eva Menasse möchte „Hofnärrin“ sein. Allgemeine Zeitung Mainz, 8. März 2019.
  4. Ludwig-Börne-Preis 2019 – Schonungslose Dankesrede von Eva Menasse. SWR2 vom 27. Mai 2019, abgerufen 1. Juni 2019.
  5. Analyse
  6. Helmut Böttiger: Plädoyer für die politische Moral. Deutschlandradio Kultur vom 12. Februar 2015; Rezension
  7. Rundschau Online: Kölner Böll-Preis an Eva Menasse, 27. Juni 2013, abgerufen am 27. Juni 2013
  8. derStandard.at - Eva Menasse gewinnt Literaturpreis Alpha. Artikel vom 11. November 2014, abgerufen am 11. November 2014.
  9. ...und der Preis 2015 geht an: Eva Menasse, jonathan-swift-preis.ch, abgerufen am 25. April 2017.
  10. orf.at: Schriftstellerin Eva Menasse erhält Hölderlin-Preis. Artikel vom 24. April 2017, abgerufen am 24. April 2017.
  11. orf.at: Österreichischer Buchpreis an Eva Menasse. Artikel vom 7. November 2017, abgerufen am 7. November 2017.
  12. [1]. Pressemitteilung des ZDF vom 29. Oktober 2018, abgerufen am 29. Oktober 2018.
  13. Ludwig-Börne-Preis für Eva Menasse, Meldung auf Deutschlandfunk-Kultur vom 5. Februar 2019.