Eva Thomkins

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Eva Thomkins ca. 1995 in selbstgeschneidertem Outfit

Eva Thomkins (* 13. März 1922 als Eva Schnell in Christianstadt am Bober, heute Stadtteil von Nowogród Bobrzański, Polen; † 14. Juli 2006 in Köln) war eine deutsche Künstlerin und Hochschullehrerin. Sie war die Ehefrau des schweizerischen Künstlers André Thomkins aus Luzern.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eva Schnell studierte ab 1940 an der Hochschule für Kunsterziehung (heute Universität der Künste Berlin) bei Willy Jaeckel Malerei, bei Willi Maillard Zeichnen und Modellieren und bei Walter Hauschild Stillleben und Porträtmalerei. Gleichzeitig belegte sie die Fächer Germanistik und Theaterwissenschaften an der Friedrich-Wilhelms-Universität und legte 1942/43 die beiden Staatsexamina ab. Für den Abschluss als Werklehrerin wechselte sie nach Dresden. Unter dem Einfluss des Holzbildhauers Reinhold Langner fertigte sie Holzschnitte und Holzreliefs.

Kurz vor Kriegsende flüchtete sie nach Rheydt bei Mönchengladbach, gewann Anschluss an Kunstinteressierte und gab privaten Malunterricht. Im Schloss Rheydt (heute das Museum Schloss Rheydt), organisierte sie Ausstellungen. Zwischen 1949 und 1951 beendete sie ihr Referendariat und legte die pädagogischen Prüfungen für das höhere Lehramt ab.

Im August 1950 besuchte Eva Schnell in Paris einen ihrer Rheydter Zeichenschüler und lernte dort den 20-jährigen Kunststudenten André Thomkins kennen, der Kurse an der Académie de la Grande Chaumière besuchte. Beide kehrten in ihre Heimatstädte zurück, der nun folgende Briefwechsel zwischen Rheydt und Luzern ist als Buch dokumentiert.[1] André folgte Eva nach Rheydt. Dort fand am 19. Januar 1952 die Hochzeit statt und sechs Monate später kam der erste Sohn Oliver zur Welt, dem vier weitere Kinder folgen. Der 1953 geborene Nicolas Thomkins wurde ein bekannter Industriedesigner.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eva Schnell (um 1950)

Von 1954 bis 1971 war Thomkins Kunstlehrerin an der Viktoria-Schule, einem Mädchen-Gymnasium in Essen. In dieser Zeit entstand – zusammen mit ihren Schülerinnen – unter anderem ein großer Wandteppich (Orpheus und Eurydike),[2] der in der Aula des – seit 2020 aufgelösten – Gymnasiums angebracht war.[3] 1967 erarbeitete Thomkins Holzschnitte mit 80 Geburtstagsmotiven ihrer Kunstschülerinnen, die in einer Edition der Galerie Der Spiegel von Hein Stünke in Köln veröffentlicht wurden.

Ab 1970 lehrte Thomkins an der Essener Pädagogischen Hochschule (später Universität Essen) Modegeschichte und Tapisserie, Seidenweberei und Ornamentik und wurde Leiterin der Abteilung für Textilgestaltung. 1981 übernahm sie einen Lehrauftrag an der Universität Köln, 1984 trat sie in den Ruhestand. 1988 veröffentlichte das Centre Culturel Suisse, Paris, von Andre Thomkins die Mappe für Eva. Pour Eva. For Eva. Sie enthielt – neben biografischen Texten – 28 bis dahin unveröffentlichten Zeichnungen, die André Thomkins seiner Frau Eva am 13. März 1957 zum Geburtstag schenkte.

1994 war Thomkins Kuratorin und Teilnehmerin an der Ausstellung Die Thomkins – eine Künstlerfamilie. Andre, Eva, Oliver, Anselm, Nicolas, Jenison, Natalie im Berliner Haus am Lützowplatz. 1998 erschien von Eva Thomkins im Dumont-Verlag ein großformatiger Bildkalender Farben des Lichts.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Farben des Lichts, DuMont, Köln, 1998 ISBN 978-3-7701-3980-4 (Bildkalender)
  • Eva Thomkins (Hrsg.): Die Thomkins – eine Künstlerfamilie. Haus am Lützowplatz, Berlin, 1994.
  • Andre und Eva Thomkins: Aus dem Briefwechsel zwischen Andre und Eva Thomkins aus den Jahren 1950/51. In: André Thomkins: menschenmöglich. Federzeichnungen 1947–1977, DuMont, Köln, 1988
  • Eva Thomkins (Hrsg.): Textilgestalten. 2 Bände. Katalog der Ausstellungen der Universität Essen und des Ruhrlandmuseums Essen, 1975/1980
  • Eva Thomkins (Hrsg.) und Schülerinnen der Viktoria Schule in Essen: Happy Birthday, Galerie Der Spiegel, 1967, Köln

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carsten Sternberg, Helga Meister: Eva Thomkins – Bilder, Edition Braus, Heidelberg, 2001 ISBN 978-3-89904-007-4
  • Daniel Jeannet (Text), Andre Thomkins (Bild): Mappe für Eva. Pour Eva. For Eva, Centre Culturel Suisse, Paris und Gina Kehayoff Verlag, München, 1998 ISBN 978-3-929078-67-1
  • Ursula Perucchi-Petri: Andre Thomkins im Gespräch mit Ursula Perucchi, Kunsthaus Zürich, 1986, S. 19 ff., 63 ff. (Biografie)
  • Serge Stauffer: 100 Fragen an Andre Thomkins, in: labyrinthspiel. Andre Thomkins – Retrospektive. Akademie der Künste, Berlin, 1989
  • Helga Meister: Eva Thomkins – Alte und neue Bilder, DuMont, Köln, 1988

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aus dem Briefwechsel zwischen Andre und Eva Thomkins aus den Jahren 1950/51. In: André Thomkins: menschenmöglich. Federzeichnungen 1947–1977, DuMont 1988, ISBN 3-7701-2351-4
  2. Germaid Ruck: Thomkins, Eva. In: Andreas Beyer, Bénédicte Savoy, Wolf Tegethoff (Hrsg.): Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank - Online,. K. G. Saur,, Berlin, New York (oclc.org [abgerufen am 11. Juni 2022]).
  3. @1@2Vorlage:Toter Link/www.viktoria-gymnasium.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)