Eva Zeisel

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Eva Zeisel (2001)

Eva Zeisel (* 13. November 1906 in Budapest; † 30. Dezember 2011 in New York City[1]) war eine US-amerikanische Industriedesignerin, die hauptsächlich durch ihre Keramikarbeiten aus der Zeit nach ihrer Einwanderung in die Vereinigten Staaten bekannt wurde. Arbeiten aus Zeisels Karriere sind in Museumssammlungen in aller Welt zu sehen.

Leben[Bearbeiten]

Zeisel wurde als Éva Amália Striker in eine wohlhabende und gebildete jüdische Familie hineingeboren. Von 1923 bis 1924 studierte sie Malerei an der Königlichen Kunstakademie in Budapest. Im Anschluß daran erhielt sie einen Ausbildungsplatz als Töpferin und eröffnete eine Werkstatt an der Kispest Keramikfabrik in Budaapest und entwickelte Prototypen. Ab 1927 entwarf sie für Hansa Kunstkeramik in Hamburg und von 1928 bis 1930 wurde sie Designerin für die Schramberger Majolika in Schramberg. Sie entwarf dort zahlreiche Teeservice, Vasen, Tintenfässer und andere Keramiken. Ihre Entwürfe für die Schramberger Majolika basierten zum großen Teil auf geometrischen Formen und sind vom Bauhausstil beeinflusst. 1930 zog Eva Zeisel nach Berlin, wo sie als Designerin für Christian Carstens arbeitete.

Exponate von Eva Zeisel

1932 ging Zeisel in die UdSSR, wo sie als eine der ausländischen Experten arbeitete, die zu jener Zeit dort sehr willkommen waren. Sie gestaltete Kermaik für die staatlichen Porzellanfabriken Lomonosow und Dulewo. 1935 wurde Zeisel sogar Künstlerische Leiterin der sowjetischen Keramikindustrie. Dieser Erfolg war jedoch nur kurzlebig, da sie unter dem Verdacht, Mitverschwörerin in einem Attentat auf Stalin zu sein, verhaftet wurde. Nach einem Jahr wurde sie entlassen und nach Österreich ausgewiesen. Sie kehrte nach ihrer Freilassung nach Budapest zurück und musste erneut fliehen, diesmal vor den Nationalsozialisten. Über die Schweiz gelangte sie nach England

1938 verließ Zeisel das Land mit ihrem späteren Ehemann Hans Zeisel. Die Hochzeit fand in England statt, von wo aus sie noch im selben Jahr in die Vereinigten Staaten auswanderte, wo sie in New York City lebte. Sie entwarf weiterhin praktisches, modernes Tafelgeschirr, darunter die Kollektion Museum White (1942-45), die sie in Kooperation mit dem Museum of Modern Art (MoMA), New York entwickelte. Nebenbei unterrichtete sie am Pratt Institute, New York, und an der Rhode Island School of Design in Providence. Ihre Porzellanentwürfe mit den typischen sanft geschwungenen Linien wurden weltweite Verkaufsschlager.

Anfang 2013 widmete ihr (sowie Margarete Heymann-Marks und Marguerite Friedlaender-Wildenhain) das Bröhan-Museum eine Ausstellung im Berliner Themenjahr „2013 zerstörte Vielfalt“.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Charlotte und Peter Fiell (Hrsg.): Design des 20. Jahrhunderts, Taschen, Köln 2012, ISBN 978-3-8365-4107-7, S. 750
  • Heike Welzel: Krüge, Salzstreuer und andere schöne Dinge: Das Formenparadies der Eva Zeisel in: Vom Salzstreuer bis zum Automobil - Designerinnen Hrsg. v. Britta Jürgs. Aviva Verlag, Berlin 2002, 112-125. ISBN 3-932338-16-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eva Zeisel, Ceramic Artist and Designer, Dies at 105
  2. http://www.broehan-museum.de/infoseiten/a_avantgarde.html, abgerufen am 21. Juli 2015