Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Tübingen

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Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Tübingen
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Gründung 1945
Trägerschaft kirchlich
Ort Tübingen
Bundesland Baden-WürttembergBaden-Württemberg Baden-Württemberg
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Rektor Christian Fischer
Studierende 23 (WS 2015/16)
Mitarbeiter 27
Website www.kirchenmusikhochschule.de

Die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Tübingen ist eine kirchenmusikalische Ausbildungsstätte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sie ist eine staatlich anerkannte Musikhochschule.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tübinger Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Landeskirche Württemberg ging 1998 aus der Hochschule für Kirchenmusik in Esslingen am Neckar hervor, die bereits 1945 als Kirchenmusikschule gegründet worden war. An dieser Hochschule wurden Chorleiter, Organisten und Kantoren vor allem für den kirchlichen Dienst ausgebildet. Die Ausbildungen schlossen in der Regel mit dem kirchenmusikalischen A-Examen, mit dem B-Examen und anderen entsprechenden Abschlüssen ab. Die Esslinger Kirchenmusikschule wurde 1989 zur Hochschule für Kirchenmusik erhoben. 1995 war sie die erste Hochschule in Deutschland, die das Fach Jazz- und Popularmusik in den Fächerkanon des Kirchenmusikstudiums aufgenommen hat. Sie zog im Herbst 1998 nach Tübingen um und ist seit 2009 eine staatlich anerkannte Musikhochschule in kirchlicher Trägerschaft.

Zu den bekannten Dozenten aus der Gründungszeit gehörten Hans-Arnold Metzger, Karl Gerok, Helmut Bornefeld und Hermann Stern.

An der Hochschule werden gegenwärtig neben dem grundständigen Studium Bachelor Kirchenmusik B und dem Master Kirchenmusik A weitere Aufbaustudiengänge in Orgelliteraturspiel, Orgelimprovisation, Chorleitung und Kirchliche Popularmusik angeboten. Die derzeitigen Aufbaustudiengänge (Künstlerische Ausbildung) sollen auf neu konzipierte Masterstudiengänge umgestellt werden.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Schwabenhaus“, früher das Corpshaus der Suevia Tübingen, heute Sitz der Hochschule
Hauptartikel: Schwabenhaus (Tübingen)

Die Hochschule ist seit 1998 im 1899 erbauten „Schwabenhaus“ von Tübingen untergebracht. Dieses Haus gehörte einst der StudentenverbindungSuevia“ und ist ein denkmalgeschütztes Gebäude an der linken Neckarseite (Gartenstraße 12). Dort stehen den Studierenden und Dozenten unter anderem fünf Orgeln, fünf Flügel, acht Klaviere, drei Cembali, mehrere Keyboards, Gesangsanlage, Mischpult sowie Computerarbeitsplätze zum Arrangieren und Tonmischen zur Verfügung. Die Hochschule für Kirchenmusik beherbergt mit den über 70.000 Medieneinheiten der Kirchenmusikalischen Zentralbibliothek eine der größten kirchenmusikalischen Noten-, Bücher- und CD-Sammlungen Deutschlands.

Von Herbst 2015 bis Frühjahr 2017 wird das Hochschulgebäude generalsaniert. Im Jahr 2018/19 erhält die Hochschule für Kirchenmusik Tübingen einen Neubau einer norddeutschen Barockorgel.

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die spezifische Ausrichtung der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen zeigt sich unter anderem in der starken Vernetzung mit anderen Ausbildungseinrichtungen und Partnern. Mit der Katholischen Hochschule für Kirchenmusik Rottenburg wird seit 1998 eine bundesweit einmalige ökumenische Kooperation auf Ausbildungebene gepflegt. Es gibt gemeinsame Lehrveranstaltungen, den gemeinsamen Hochschulchor und die Möglichkeiten zum hochschulübergreifenden Lehrerwechsel. Ebenso mit der Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg besteht eine Kooperation und zum traditionsreichen Evangelischen Stift Tübingen (der württembergischen Theologen-Ausbildungsstätte). Den Unterricht im Fach Musikgeschichte besuchen die Studierenden am musikwissenschaftlichen Institut der Universität Tübingen. Die Stiftskirchengemeinde St. Georg stellt der Hochschule die Stiftskirche sowie die große Weigle/Rensch-Orgel für Konzerte und Prüfungen zur Verfügung. Des Weiteren unterrichten an der Hochschule sowohl Stiftskantor Ingo Bredenbach, wie auch Stiftsorganist Jens Wollenschläger Orgelliteraturspiel und Improvisation. Der Verband Evangelische Kirchenmusik in Württemberg ermöglicht den Studierenden die Teilnahme an gemeinsamen Kursen und Workshops, ebenso die Arbeitsstelle Musisch-kulturelle Bildung und das Posaunenwerk des Evangelischen Jugendwerks der Württembergischen Landeskirche.

An der Hochschule für Kirchenmusik wird großen Wert auf eine gemeindenahe und künstlerisch anspruchsvolle Ausbildung gelegt. Dies zeigt sich in der Integration des Fachgebiets Jazz- und Popularmusik, der Ausbildung zu qualifizierten Kinderchorleitern und Vokalpädagogen mit dem hochschuleigenen Kinderchor Tübinger Neckarschwalben und Fächern wie Gemeindesingen, Liturgisches Singen, Bläser- und Posaunenchorarbeit.

Die Studierenden erfahren eine besonders individuelle Förderung durch eine hohe Betreuungsdichte an Dozenten und eine bewusst evangelische Prägung, besonders über die Arbeit in den theologischen Fächern und durch ein gottesdienstliches Leben an der Hochschule.

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1945–1977 Hans-Arnold Metzger
  • 1977–1990 Werner Schrade
  • 1990–1998 Gero Soergel
  • 1998–2009 Ingo Bredenbach
  • seit 2010 Christian Fischer

Lehrende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenwärtig Lehrende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Guillermo Anzorena – Gesang
  • Patrick Bebelaar – Jazzpiano, Popularmusik
  • Tobias Becker – Arrangement, Bandleitung, Jazz-/Pop-Musiktheorie, Elektronische Medien/Technik, Jazz-/Pop-Piano
  • Ingo Bredenbach – Orgelliteraturspiel, Orgelimprovisation
  • Sabine Bruns – Violoncello
  • Barbara Bürkle – Jazz-/Popgesang
  • Christian Fischer – Rektor, Chorleitung, Popchorleitung, Gemeindesingen, Hochschulchor
  • Ulrike Härter – Gesang/Kinderstimmbildung
  • Franz Jochen Herfert – Tonsatz, Partiturspiel
  • Martin Kaleschke – Orgelliteraturspiel, Orgelimprovisation
  • Elisabeth Klauske – Gehörbildung
  • Axel Kühn – Jazz-Kontrabass
  • Bernhard Leube – Liturgik, Hymnologie, Theologische Grundlagen, Gemeindesingen
  • Carsten Lorenz – Cembalo, Generalbass
  • Johannes Mayr – Orgelliteraturspiel, Orgelimprovisation
  • Thomas Schäfer-Winter – Orgelliteraturspiel
  • Albrecht Schuler – Posaune, Trompete
  • Axel Schwesig – Kontrabass
  • Martin Smith – Klavier
  • Gero Soergel – liturgisches Singen, Gregorianik
  • Barbara Stein – Gesang
  • Ramin Trümpelmann – Violine
  • Friedhilde Trüün – Kinderchorleitung, Hochschulkinderchor
  • Helmut Völkl – Musikwissenschaft
  • Marion Wetzel – Schlagzeug
  • Jens Wollenschläger – Prorektor, Orgel, Orgelimprovisation, Orgelmethodik

Ehemalige Lehrende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Absolventen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vorlesungs- und Namensverzeichnis der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen
  • Kirchenmusik als Erbe und Auftrag: Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Hochschule für Kirchenmusik Esslingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Herausgeber: Helmut Völkl, carus-Verlag 1995
  • 1945-2015 Festschrift 70 Jahre Hochschule für Kirchenmusik Tübingen, 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Tübingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 31′ 9″ N, 9° 3′ 36″ O