Evangelische Kirche Girkhausen

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Kirche Girkhausen

Die Evangelische Kirche ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Girkhausen, einem Stadtteil von Bad Berleburg im Kreis Siegen-Wittgenstein (Nordrhein-Westfalen).

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge der Wallfahrt sind nicht mehr feststellbar, sie wurde nach Einführung der Reformation im Laufe des 16. Jahrhunderts eingestellt.

Die ehemalige Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Marien ist eine zweischiffige, zweijochige Hallenkirche mit zwei parallelen Chören im 5/8 Schluss. Das ursprünglich vierjochige Langhaus wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Die romanische Ostpartie wurde um 1300 durch ein zweischiffiges querhausartiges Ostjoch mit zwei Apsiden ersetzt. Die drei Westjoche stürzten 1680 ein, im verkürzten Langhaus wurden Emporen eingebaut.

Der schlichte Bruchsteinbau mit Strebepfeilern ist verputzt. Das romanische Joch ist mit Längsdächern und das gotische mit einem Querdach gedeckt. Dem gotischen Joch wurde ein Dachreiter aufgesetzt. Die Chöre sind durch zweibahnige Maßwerkfenster gegliedert. Die Westwand und der südliche Vorbau wurden von 1909 bis 1910 gebaut. Das durch Maßwerkfenster gegliederte Abschlussgeschoss des Turmes ist gotisch. Der Turmhelm wurde 1909 erneuert. Das erste Obergeschoss wurde 1920 als Kriegergedächtnishalle eingerichtet. Die Westseite wurde 1992 neu aufgemauert. Die Gewölbe im Inneren ruhen auf kräftigen Rundpfeilern und Wandvorlagen. In das Westjoch wurden Kreuzgratgewölbe, in die Chöre und das Ostjoch wurden Kreuzrippengewölbe eingezogen. Die im Gewölbe aufgemalten Sterne wurden in Anlehnung an einen Befund des 14. Jahrhunderts erneuert. An der Südwand befindet sich eine Inschrift mit der Nennung eines Stifters Wypert, einen Hinweis auf drei Glocken und die Bezeichnung 1298.[1]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine spätmittelalterliche Sakramentsnische mit Resten der gemalten Umrahmung
  • Die Nordempore ist mit 1680 bezeichnet
  • Die Westempore trägt die Bezeichnung 1729
  • Zwei Grabplatten der ortsansässigen Familie von Gerhardenhausen
  • Ein Kinderepitaph von 1647
  • Der freistehende Glockenturm trägt drei Glocken. Die große Glocke (d') wurde ca. 1298 gegossen. Die mittlere Glocke (e') entstand 1665. Die kleinste Glocke (g') wurde 1954 bei Rincker in Sinn gegossen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ursula Quednau (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band II: Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 49.
  • Ulf Lückel: Die Evangelische Kirche Girkhausen. Schicksal einer Wallfahrtskirche (= Wittgenstein. Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins e.V. Beiheft 9). Bad Laasphe 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Evangelische Kirche Girkhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ursula Quednau (Bearb.): Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band II: Westfalen. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2011, ISBN 978-3-422-03114-2, S. 49.

Koordinaten: 51° 6′ 57″ N, 8° 27′ 19″ O