Evangelische Stadtkirche Geislingen

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Evangelische Stadtkirche

Die 1424–1440 erbaute, heute evangelische, Stadtkirche ist mit ihrem hohen Mittelschiff und dem 63 Meter hohen Turm eine der imposantesten Sehenswürdigkeiten in Geislingen an der Steige.

Geschichte[Bearbeiten]

Aus der Architektur lässt sich schließen, dass der Bau der spätgotischen Pfeilerbasilika unter der Oberleitung der Ulmer Münsterbauhütte gestanden hat. Wegen des verwendeten porösen Tuffsteins aus der Geislinger „Steingrube“, der kaum bildhauerische Bearbeitung zuließ, ist der Bau sehr schlicht gehalten. Es finden sich keine Schmuckplastiken.

Um 1890 machte sich im Besonderen der amtierende Dekan des Kirchenbezirks Geislingen, Karl Albert Wilhelm Bacmeister, maßgeblich um den Umbau, die Erneuerung und Verschönerung der Evangelischen Stadtkirche Geislingen verdient. Zum Erhalt dieser Kirche hat die Evangelische Gesamtkirchengemeinde später eine Stiftung gegründet: Die Geislinger Drei-Kirchen-Stiftung. Freunde der Kirche sind aufgefordert, sich zu beteiligen.

Chorgestühl[Bearbeiten]

Besonders sehenswert ist das 1512 von Jörg Syrlin d. J. geschnitzte Chorgestühl aus Eichenholz. Es findet seine Ergänzung in der Levitenbank. Erkennbar sind der Reichsadler sowie das Ulmer und Geislinger Wappen.

Seitenaltar[Bearbeiten]

In der Kirche befindet sich ein Marien- oder Sebastiansaltar. Geschaffen wurde er vom Ulmer Meister Daniel Mauch um 1529. Deutlich erkennbar ist in der Mitte des Schreines die hl. Jungfrau Maria. Sie ist die Schutzpatronin der Kirche. Unterhalb des Altarbildes sind zwei Gruppendarstellungen des Fegfeuers erkennbar, die vermutlich von Jörg Syrlin (der Ältere) stammen. Auf den Innenseiten der Flügel sind der hl. Rochus (linker Flügel) und die hl. Elisabeth (r.) zu finden. Die Darstellung des Heiligen Sebastian ist im Baldachin erkennbar. Der Altar befindet sich im Chor der Kirche, diente ursprünglich jedoch wohl als Seitenaltar.

Orgel[Bearbeiten]

Die Orgel der Stadtkirche hat 69 Register auf drei Manualen und Pedal. Integriert wurden die Register der bisherigen Chororgel, die als Positiv und Unterwerk jedem Manual und dem Pedal einzeln angekoppelt werden können.[1]

I Hauptwerk C–3
Flöte 16’
Prinzipal 8’
Gedeckt 8’
Flûte octaviante 8’
Oktave 4’
Traversflöte 4’
Doublette 2’
Rauschwerk IV 22/3
Mixtur IV 11/3
Fagott 16’
Trompete 8’
II Oberwerk C–a3
Rohrgedeckt 16’
Prinzipal 8’
Lieblich Gedeckt 8’
Quintatön 8’
Oktave 4’
Blockflöte 4’
Superoktave 2’
Waldflöte 2’
Quinte 11/3
None 8/9
Sesquialter II
Scharf IV-V 1’
Zimbel III 1/3
Krummhorn 8’
Tremulant
III Schwellwerk C–a3
Gedeckt 16’
Prinzipal 8’
Rohrflöte 8’
Salizional 8’
Voix céleste 8’
Oktave 4’
Kleingedeckt 4’
Spitzflöte 4’
Nasat 22/3
Schwiegel 2’
Sifflöte 1’
Terz-Sept II
Mixtur IV 2’
Dulzian 16’
Oboe 8’
Klarine 4’
Tremulant
Positiv C–3
Gemshorn 8’
Gemshorn 4’
Nachthorn 2’
Mixtur IV 2’


Unterwerk C–3
Bourdon 8’
Gamba 8’
Rohrflöte 4’
Prinzipal 2’
Terz 13/5
Tremulant
Pedal C–a3
Untersatz 32’ (P)
Prinzipalbass 16’ (G)
Subbass 16’ (G)
Flöte 16’ (P)
Untersatz 16’ (K)
Quintbass 102/3 (G)
Oktavbass 8’ (G)
Metallflöte 8’ (P)
Holzflöte 8’ (S)
Metallflöte 4’ (P)
Spitzflöte 4’ (K)
Hohlflöte 4’ (S)
Bauernpfeife 2’ (S)
Hintersatz IV 51/3 (G)
Rauschbass IV 4’ (S)
Posaune 16’ (G)
Trompetenbass 8’ (G)
Fagott 8’ (K)
Clairon 4’ (S)
Tremulant (S)
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: I/II, II/I, III/I, III/II, Pos/I, Pos/II, Pos/III, UnterW/I, UnterW/II, UnterW/III, I/P, II/P, III/P, Pos/P, UnterW/P
    • Suboktavkoppeln: III/I, III/II, III/III,
    • Uperoktavkoppeln III/I, III/II, III/III, III/P
  • Anmerkungen
P = Prospektpedal
G = Großpedal
K = Kleinpedal
S = Solopedal

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nähere Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stadtkirche Geislingen an der Steige – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.6130833333339.8432638888889Koordinaten: 48° 36′ 47″ N, 9° 50′ 36″ O