Evangelischer Kirchenkreis an Lahn und Dill

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Evangelische Kirchenkreis an Lahn und Dill

Evangelische Kirche Kröffelbach
Organisation
Landeskirche Evangelische Kirche im Rheinland
Statistik
Kirchengemeinden 43 (Stand 2021)
Gemeindeglieder 72.900 (47,3 %) (Stand 1. Januar 2019)
Leitung
Superintendent Hartmut Sitzler
Büroanschrift Evangelisches Kirchenamt
Turmstraße 34
35578 Wetzlar
Webpräsenz https://evangelisch-an-lahn-und-dill.de/

Der Evangelische Kirchenkreis an Lahn und Dill ist einer der 37 Kirchenkreise der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR). Er entstand 2019 durch einen Zusammenschluss der Kirchenkreise Wetzlar und Braunfels. Der Kirchenkreis bildet eine Exklave der Rheinischen Kirche auf hessischem Gebiet. Mit mehr als 72.000 Gemeindegliedern in 43 Kirchengemeinden ist er der größte Kirchenkreis der EKiR. Superintendent des Kirchenkreises ist seit November 2020 Hartmut Sitzler (Kröffelbach).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In und um Wetzlar und Braunfels vollzog sich die Reformation im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts in mehreren Schritten und in den Gebieten auf unterschiedliche Art und Weise. In Wetzlar wurde nach ersten evangelischen Anfängen ab 1524 die Reformation 1542 eingeführt; das Marienstift blieb jedoch katholisch.[1] Der Wetzlarer Dom wurde seit Ende des 16. Jahrhunderts als Simultankirche genutzt. 1586 erhielten wallonische Glaubensflüchtlinge das Privileg, im Ostteil der Franziskanerkirche reformierte Gottesdienste abzuhalten. Am 3. Januar 1549 protestierten neun solmische Pfarrer an den Wetzlarer Erzpriester gegen das Augsburger Interim von 1547/1548, das zwischen Katholiken und Protestanten vermitteln sollte. In Solms-Braunfels wurde unter Graf Konrad am 7. September 1582 auf der Hungener Synode die „Nachreformation“ beschlossen. Die Solmser Pfarrer nahmen nun auch offiziell das reformierte Bekenntnis an, das schon während der Koregentschaft von Konrad zunehmend die kirchliche Praxis geprägt hatte. So wurden der Heidelberger Katechismus und eine presbyterial-synodale Ordnung eingeführt. Der Predigt als zentralem Element des Gottesdienstes entsprachen eine schlichte Liturgie und Kirchenausstattung.[2]

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurden 1626 die evangelischen Pfarrer und Lehrer abgesetzt, von den spanischen Soldaten vertrieben und durch katholische ersetzt.[3] Erst 1632 gewannen die schwedischen Truppen die Oberhand und ermöglichten die Rückkehr zum evangelischen Glauben. Wilhelm Moritz Graf zu Solms-Greifenstein siedelte 1685 in Daubhausen etwa 190 hugenottische Glaubensflüchtlinge an. Ihnen wurden die bestehenden Häuser und Ländereien zugewiesen, während 17 einheimische Familien umgesiedelt wurden und Abfindungen erhielten. Für weitere Hugenotten ließ er 1690/1691 das Filialdorf Greifenthal anlegen.[4]

Infolge des Wiener Kongresses entstanden 1816 die beiden preußischen Kreise Wetzlar und Braunfels. Den kommunalen Kreisen entsprachen die beiden Kirchenkreise, die zur Rheinischen Provinzialkirche gehörten. Braunfels wurde aus Solms-Braunfels und Solms-Hohensolms gebildet. In den alten Inspektionen Braunfels und Greifenstein war bis auf Münchholzhausen der Heidelberger Katechismus in Geltung, während die Inspektion Hohensolms lutherisch war.[3] Zur lutherischen Reichsstadt Wetzlar kam die Herrschaft Cleeberg und Teile von Nassau-Weilburg.[5] 1817 wurden die beiden Superintendenten gewählt und vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. bestätigt. Das „Amtsblatt der Königlichen Regierung von Coblenz“ vom 25. Januar 1818 regelte die Zugehörigkeit der Synode Wetzlar und des benachbarten Kirchenkreises Braunfels mit allen Pfarreien zum Bezirk des „Königlichen Konsistoriums des Großherzogthums Niederrhein“. Bereits 1822 ging der Kreis Braunfels in den benachbarten Kreis Wetzlar auf. Die beiden Kirchenkreise blieben aber bestehen. Die konfessionellen Unterschiede des lutherischen Kirchenkreises Wetzlar und des reformierten Kirchenkreises Braunfels wurden durch die 1817 angestoßene, aber meist erst in den 1830er Jahren eingeführte preußische Kirchenunion abgeschwächt,[6] auch wenn viele Kirchengemeinden ihre Prägung bis heute bewahrten. Durch die Einführung der Rheinisch-Westfälischen Kirchenordnung von 1835 in der Rheinprovinz erhielten die Kreissynoden eine stärker presbyterial-synodale Prägung.[7]

Die beiden Kreissynoden widerstanden mehreren Versuchen einer Angliederung an den Konsistorialbezirk Wiesbaden. 1919 beschlossen sie einstimmig einen Verbleib bei der Rheinprovinz. Als das Gebiet 1932 dann tatsächlich von der preußischen Rheinprovinz getrennt und der Provinz Hessen-Nassau zugeschlagen wurde, machten die beiden Kirchenkreise diese Entwicklung nicht mit und verblieben bei der Rheinischen Kirche.[2] Zahlreiche Braunfelser Pfarrer und Presbyterien schlossen sich in den 1930er Jahren der Bekennenden Kirche des Rheinlands an und bildeten eine Pfarrerbruderschaft. Sie setzten sich für Juden ein, leisteten 1938 keinen Treueeid auf den Führer und predigten gegen die Novemberpogrome. Zu ihnen gehörten Friedrich Winter aus Kölschhausen und Johannes Koch in Griedelbach.[8] Im Kirchenkreis Wetzlar schloss sich Paul Schneider 1934 der Bekennenden Kirche an.

Parallel zur Gebietsreform in Hessen ab den 1970er Jahren kam es zu ersten Fusionen von Kirchengemeinden und zu Veränderungen der Kirchspiele und der pfarramtlichen Verbindungen. Nach jahrelangen Vorbereitungen wurde in mehreren Schritten eine Zusammenlegung der Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar ab 2015 beschlossen. Nach der Kirchenkreis-Fusion zum 1. Januar 2019 wechselte der bisherige Kreissynodalvorstand zunächst in den kommissarischen Status des „Bevollmächtigten-Ausschusses“, bis 2020 der Superintendent und der Kreissynodalvorstand des neuen Kirchenkreises gewählt wurden.

Gebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des Kirchenkreises ist weitgehend identisch mit den Grenzen der preußischen Kreise Wetzlar und Braunfels von 1816. Er wird heute von Gemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau fast vollständig umgeben. Nur im Nordosten grenzt das Gebiet an die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Im Einzelnen sind die politische und kirchliche Zugehörigkeit nicht immer deckungsgleich. Die Wetzlarer Ortsteile Blasbach, Nauborn, Niedergirmes und Steindorf gehörten zum Kirchenkreis Braunfels. Münchholzhausen wechselte 1977 von dort in den Kirchenkreis Wetzlar. Im Nordosten gehören die Gemeinden Salzböden/Odenhausen und die 2021 gebildete Großgemeinde Krofdorf-Gleiberg/Launsbach/Wißmar politisch zum Landkreis Gießen, ebenso im Osten Lützellinden, ein Stadtteil von Gießen, und im Südosten Niederkleen/Dornholzhausen. Während Oberkleen zur politischen Gemeinde Langgöns (Landkreis Gießen) gehört, ist das seit 1963 pfarramtlich verbundene Ebersgöns ein Ortsteil von Butzbach im Wetteraukreis. Alle anderen Kirchengemeinden liegen im Lahn-Dill-Kreis. Der nördlichste Ort des Kirchenkreises wird im Norden durch Ahrdt (in Hohensolms) markiert, im Osten durch Odenhausen (in Lollar), im Westen durch Holzhausen (Greifenstein) und im Süden durch Kröffelbach (Waldsolms).

Mitgliederstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kirchenkreis umfasste 2019 bei der Zusammenlegung 47 Kirchengemeinden. Der ehemalige Kirchenkreis Braunfels brachte etwa 55 % und der Kirchenkreis Wetzlar 45 % der Mitglieder ein. 38 von ihnen werden den ländlichen Gemeinden zugerechnet. Damit ist der neue Kirchenkreis derjenige mit der mit Abstand höchsten Anzahl an Kirchengemeinden in der Rheinischen Kirche, gefolgt vom Kirchenkreis An Sieg und Rhein mit 33 Gemeinden.[9] Durch die Fusion dreier Gemeinden zur Kirchengemeinde Wettenberg und drei weiterer zur Kirchengemeinde Kleebachtal zum 1. Januar 2021 reduzierte sich die Anzahl der Kirchengemeinden auf 43.[10] Der Kirchenkreis hat 37,75 Pfarrstellen mit insgesamt 46 Theologinnen und Theologen.[11] Entsprechend dem 2019 neu beschlossenen Pfarrstellenkonzept, das eine Messzahl von 2.500 Gemeindemitgliedern für eine volle Pfarrstelle vorsieht, soll die Anzahl der Gemeindepfarrstellen auf 20,75 im Jahr 2030 reduziert werden.[12]

Anfang 2019 gehörten 72.900 (47,3 %) der 154.000 Einwohner zum Evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill. Das ist gegenüber 1987 ein Rückgang um 19,8 % und wird von den 37 Kirchenkreisen der Rheinischen Kirche nur noch von Wuppertal (23,1 %) übertroffen. Der durchschnittliche Rückgang in der EKiR liegt bei 8,6 %. Auf der anderen Seite ist der Kirchenkreis an Lahn und der einzige unter den 37 Kreisen, in denen der evangelische Konfessionsanteil über 40 % liegt.[13] Im Kirchenkreis gibt es überdurchschnittlich viele kleine Gemeinden: Anfang 2020 gab es 14 Kirchengemeinden mit unter 1.000 Mitgliedern und 21 Kirchengemeinden mit einer Anzahl zwischen 1.000 und 2.000. Neun Gemeinden haben zwischen 2.000 und 3.000 Mitgliedern und zwei Gemeinden zwischen 3.000 und 4.000 Mitgliedern. Die Kirchengemeinde der Kernstadt Wetzlar hat sieben Kirchen in vier Bezirken mit über 9.000 Mitgliedern.[14]

2020 folgten im Hinblick auf den Bekenntnisstand 20 der 47 unierten Kirchengemeinden dem lutherischen Katechismus und 25 dem Heidelberger Katechismus; zwei waren Unionsgemeinden. Im Kirchenkreis stehen 81 evangelische Kirchen und drei Gemeindezentren zur Verfügung, zudem 62 Gemeindehäuser und 29 Pfarrhäuser.[15] Mehr als 30 Kirchen stammen noch aus mittelalterlicher Zeit, hinzu kommen gut 20 Barockkirchen und ein Dutzend aus dem 19. Jahrhundert. 14 Kirchen wurden im 20. Jahrhundert gebaut. Etwa 70 der Kirchen sind hessische Kulturdenkmäler.[16]

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchengemeinde(n) Kirche Verbindung Bild Bauzeit Kommune
Albshausen und
Steindorf
Ev. Kirche Albshausen Beide Orte waren bis 1932 nach Oberbiel eingepfarrt. Nach Auflösung des Kirchspiels blieb die pfarramtliche Verbindung zwischen den Kirchengemeinden Albshausen und Steindorf bestehen, die dann zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben wurden. Mittelfristig ist eine zusätzliche pfarramtliche Verbindung mit Oberndorf geplant. Albshausen Ev. Kirche (12).jpg 1923–1930 Solms
Ev. Kirche Steindorf
Steindorf Ev. Kirche (01).jpg
1701 Wetzlar
Altenkirchen Dorfgemeinschaftshaus Ahrdt Ahrdt, Bellersdorf, Bermoll, Mudersbach und Oberlemp bilden in dieser Form seit 1827 ein Kirchspiel. Ahrdt Ehemalige Schule.jpg 1901 Hohenahr
Ev. Kirche Altenkirchen
Evangelische Pfarrkirche Altenkirchen.JPG
romanisch/
1812–1813
Ev. Kirche Bellersdorf 1970er Mittenaar
Ev. Kirche Bermoll
Bermoll Evangelische Kirche (01).jpg
1847 Aßlar
Ev. Kirche Mudersbach
Mudersbach Ev. Kirche (01).jpg
1870er Hohenahr
Ev. Kirche Oberlemp
Oberlemp Ev. Kirche (11).jpg
1855 Aßlar
Aßlar und
Blasbach
Ev. Kirche Aßlar Die Pfarrstelle für die Evangelischen Kirchengemeinden Hohensolms und Blasbach wurde Ende 2019 aufgehoben. Seit dem 1. Januar 2020 besteht eine pfarramtliche Verbindung zwischen Blasbach und der evangelischen Kirchengemeinde Aßlar (Bezirk 2). Blasbach ging zudem eine Kooperation mit Hermannstein (EKHN) ein. Evangelische Pfarrkirche Asslar.JPG romanisch Aßlar
Ev. Kirche Blasbach Blasbach Kirche (17).jpg 1712–1716 Wetzlar
Biskirchen Ev. Kirche Biskirchen seit mittelalterlicher Zeit ein Kirchspiel Biskirchen Ev. Kirche (01).jpg 1868–1870 Leun
Ev. Kirche Bissenberg
Bissenberg Kirche 080125.jpg
spätromanisch/
1723–1726
Ev. Kirche Stockhausen Stockhausen (Leun) Kreuzkapelle (02).jpg 1955–1956
Bonbaden-Neukirchen-Schwalbach Ev. Kirche Bonbaden In nachreformatorischer Zeit waren die drei Kirchengemeinden nach Bonbaden eingepfarrt. Neukirchen wurde 1976 aus dem Bonbadener Kirchspiel ausgegliedert und Oberndorf zugeschlagen, im Jahr 2004 aber wieder mit Bonbaden und Schwalbach verbunden. 2020 fusionierten die drei Kirchengemeinden. Bonbaden Ev. Kirche (04).jpg spätromanisch Braunfels
Ev. Kirche Neukirchen
Braunfels-Neukirchen Ev. Kirche (04).jpg
1956
Ev. Kirche Schwalbach Evangelische Kirche Schöffengrund-Schwalbach.jpg 1763–1767 Schöffengrund
Braunfels Friedenskirche drei Kirchen; St. Georgen war bis 1583 Pfarrkirche und wurde dann zur Friedhofskirche. Seit 1980 dient die Friedenskirche als Hauptkirche von Braunfels. 1980 Braunfels
Schlosskirche SchlosskircheBraunfelsPark.jpg Ende 15. Jh.
St. Georgen
Braunfels St. Georgen 200.JPG
spätromanisch
Burgsolms und
Oberndorf
Ev. Kirche Burgsolms seit dem Mittelalter gemeinsames Kirchspiel. Mittelfristig ist eine pfarramtliche Verbindung von Oberndorf mit Albshausen und Steindorf geplant. Evangelische Kirche Burgsolms.jpg 1883–1884 Solms
Ev. Kirche Oberndorf Kirche Solms-Oberndorf 2.jpg mittelalterlich
Dorlar und
Atzbach
Ev. Kirche Dorlar Pfarramtliche Verbindung, bis 1600er Jahre war Dorlar Mutterkirche von Atzbach, Naunheim und Waldgirmes. Evangelische Kirche Dorlar (026).jpg 13. Jh. Lahnau
Ev. Kirche Atzbach
Ev Kirche Atzbach (008).jpg
1767
Ebersgöns und
Kleebachtal
Ev. Kirche Ebersgöns Zum 1. Januar 2021 fusionierten die pfarramtlich verbundenen Gemeinden Dornholzhausen und Niederkleen zusammen mit Oberkleen zur Kirchengemeinde Kleebachtal. Ebersgöns, das mit Oberkleen seit 1963 pfarramtlich verbunden war, bildet seitdem eine eigene Kirchengemeinde, die mit der Gemeinde Kleebachtal pfarramtlich verbunden ist. Ev. Pfarrkirche Ebersgöns außen 01.JPG 13. Jh. Butzbach
Ev. Kirche Dornholzhausen
Kirche-in-dornholzhausen-langgoens-3.jpg
1717 Langgöns
Ev. Kirche Niederkleen Evangelische Pfarrkirche Nauborn.JPG 1728
St. Michaelis Oberkleen
Sankt Michaelis, Oberkleen 3.JPG
15. Jh./1770
Ehringshausen-Dillheim und
Kölschhausen
Gemeindehaus Ehringshausen Ehringshausen und Dillheim sind zu einer Kirchengemeinde fusioniert. Die 5 Orte Bechlingen, Breitenbach, Dreisbach, Kölschhausen und Niederlemp wurden 1568 von Dillheim abgetrennt und bilden seitdem ein Kirchspiel Kölschhausen, das seit dem 1. Juli 2020 mit Ehringshausen-Dillheim pfarramtlich verbunden ist. In Breitenbach wird das Dorfgemeinschaftshaus für Gottesdienste genutzt. Ehringshausen Ev. Gemeindehaus (01).jpg 1968 Ehringshausen
Jesus-Christus-Kirche Dillheim
Dillheim Ev. Kirche.jpg
1864–1866
Ev. Kirche Bechlingen Bechlingen Ev. Kirche (11).jpg mittelalterlich Aßlar
Dorfgemeinschaftshaus Breitenbach
Breitenbach Gemeindehaus.jpg
1951 Ehringshausen
Ev. Kirche Dreisbach
Dreisbach Ev. Kirche (18).jpg
um 1700
Ev. Kirche Kölschhausen Geograph-050473-Evangelische Kirche in Kölschhausen.jpg frühgotisch
Ev. Kirche Niederlemp
Niederlemp Ev. Kirche (35).jpg
spätgotisch
Erda-Großaltenstädten und
Hohensolms
Ev. Kirche Erda Nach der endgültigen Trennung von Wilsbach im Jahr 1827 wurde Erda mit Großaltenstädten pfarramtlich verbunden. Die beiden Gemeinden fusionierten 1971. Die Pfarrstelle Hohensolms und Blasbach wurde Ende 2019 aufgehoben und die Kirchengemeinde Hohensolms mit Erda-Großaltenstädten pfarramtlich verbunden. Erda Evangelische Kirche (03).jpg gotisch Hohenahr
Ev. Kirche Großaltenstädten Großaltenstädten Ev. Kirche (16).jpg romanisch/
1841–1842
Ev. Kirche Hohensolms
Hohensolms-Kirche.jpg
1448
Greifenstein und
Edingen
Schlosskirche Greifenstein pfarramtlich verbunden Burg Greifenstein Ev. Kirche (03).jpg 1448–1476/
1681–1702
Greifenstein
Ev. Kirche Edingen
Edingen Ev. Kirche (07).jpg
1745 Sinn
Hochelheim-Hörnheim Ev. Kirche Hochelheim 1970 pfarramtliche Verbindung und 2008 Fusion
Paul Schneider Hochelheim Kirche 600x800 2.jpg
1905–1906 Hüttenberg
Ev. Kirche Hörnsheim
Evangelische Kirche (Hörnsheim) 03.JPG
spätgotisch
Katzenfurt und
Daubhausen
Ev. Kirche Katzenfurt 1959 wurde Katzenfurt, das bisher zum Kirchspiel Dillheim gehörte, zur selbstständigen Pfarrei erhoben und pfarramtlich mit der Kirchengemeinde Daubhausen verbunden.
Katzenfurt Kirche (01).jpg
13. Jh./1964–1965 Ehringshausen
Ev. Kirche Daubhausen
Daubhausen Kirche (01).jpg
1685–1710
Gemeindehaus Greifenthal Ehringshausen-Greifenthal Schulhaus 20111007.JPG 1891
Leun und
Tiefenbach
Ev. Kirche Leun pfarramtlich verbunden
Leun Ev. Kirche (30).jpg
mittelalterlich Leun
Ev. Kirche Tiefenbach
Tiefenbach Ev. Kirche (32).jpg
um 1300
Lützellinden und
Dutenhofen-Münchholzhausen
Ev. Kirche Lützellinden Münchholzhausen wechselte 1977 von Braunfels in den Kirchenkreis Wetzlar. Seit 2013 sind Dutenhofen und Münchholzhausen pfarramtlich verbunden und seit 2017 fusioniert und mit Lützellinden pfarramtlich verbunden. Evangelische Kirche (Lützellinden) Außen Nordwand 04.jpg 14./15. Jh./
1893
Gießen
Ev. Kirche Dutenhofen Dutenhofen Ev. Kirche (17).jpg 1653–1654/
1905–1906
Wetzlar
Ev. Kirche Münchholzhausen Münchholzhausen Kirche (01).jpg mittelalterlich/
barock/1937
Nauborn-Laufdorf Ev. Kirche Nauborn Nach jahrhundertelanger pfarramtlicher Verbindung fusionierten die beiden Kirchengemeinden am 11. Januar 2020. Evangelische Pfarrkirche Nauborn.JPG Ende 11./
13. Jh.
Wetzlar
Ev. Kirche Laufdorf Laufdorf Ev. Kirche (11).jpg mittelalterlich/
17. Jh.
Schöffengrund
Niederbiel und
Oberbiel
Ev. Kirche Niederbiel Das Oberbieler Kirchspiel wurde zum 1. April 1932 aufgelöst und Niederbiel wurde eine selbstständige Kirchengemeinde. Eine pfarramtliche Verbindung mit Albshausen und Steindorf bestand bis 1954. Am 1. April 2021 sind Niederbiel und Oberbiel eine pfarramtliche Verbindung eingegangen.
Niederbiel, Evangelische Kirche (8).jpg
13. Jh./
um 1680
Solms
Ev. Kirche Oberbiel Kirche Solms-Oberbiel.jpg 1784
Niedergirmes und
Garbenheim
Ev. Kirche Niedergirmes Beide Orte wurden 2013 kirchenkreisübergreifend pfarramtlich verbunden. 1950 Wetzlar
Ev. Kirche Garbenheim Evangelische Kirche Garbenheim.jpg 1882–1883
Odenhausen-Salzböden Ev. Kirche Odenhausen Die pfarramtlich verbundenen Kirchengemeinden fusionierten 2017. Odenhausen Kirche 07.JPG 11. Jh. Lollar
Ev. Kirche Salzböden Salzböden Kirche.jpg 13./16. Jh.
Rechtenbach Ev. Kirche Groß-Rechtenbach 1970 Fusion der Kirchengemeinden Groß-Rechtenbach Kirche (12).JPG 1638 Hüttenberg
Ev. Kirche Klein-Rechtenbach Klein-Rechtenbach Kirche (20).JPG 1664
Ulmtal Ev. Kirche Ulm seit dem Mittelalter ein Kirchspiel, die drei Kirchengemeinden wurden am 4. Oktober 1972 aufgehoben und fusionierten zum 1. Januar 1973 zur Kirchengemeinde Ulmtal Greifenstein Ulm Kirche.jpg 1903/1970 Greifenstein
Ev. Kirche Allendorf Greifenstein Allendorf Kirche.jpg spätromanisch/
1679
Ev. Kirche Holzhausen
Greifenstein Holzhausen Kirche.jpg
gotisch/
1899
Waldsolms-Nord und
Schöffengrund
Ev. Kirche Kröffelbach Seit dem Jahr 2003 ist die evangelische Kirchengemeinde Waldsolms-Nord (Kröffelbach-Kraftsolms-Griedelbach) pfarramtlich mit der Kirchengemeinde Schöffengrund (Niederquembach-Oberquembach-Oberwetz) verbunden. Kröffelbach, Kirche (3).jpg 15./16. Jh., im Kern älter Waldsolms
Ev. Kirche Kraftsolms
Kraftsolms Ev. Kirche (17).jpg
gotisch
Ev. Kirche Griedelbach Griedelbach Ev. Kirche (01).jpg romanisch/
Ende 17. Jh.
Ev. Kirche Niederquembach
Niederquembach, Evangelische Kirche.jpg
1603 Schöffengrund
Ev. Kirche Oberquembach Kirche Oberquembach.jpg 1696
Ev. Kirche Oberwetz Evangelische Kirche Oberwetz.jpg um 1700
Weidenhausen-Volpertshausen-Vollnkirchen und Niederwetz-Reiskirchen Alte Kirche Weidenhausen Die Gemeinden, die vorher pfarramtlich verbunden waren, fusionierten 2015 zu zwei Kirchengemeinden. Weidenhausen Alte Kirche von Südwesten by Emha.jpg mittelalterlich Hüttenberg
Ev. Kirche Volpertshausen
Volpertshausen Ev. Kirche (4).jpg
1965
Ev. Kirche Vollnkirchen Vollnkirchen Kirche01 2011-11-13.jpg 1957
Ev. Kirche Niederwetz Niederwetz, Kirche.jpg 1955 Schöffengrund
Ev. Kirche Reiskirchen Evangelische Pfarrkirche Reiskirchen 06.JPG 1652 Hüttenberg
Werdorf und
Berghausen
Ev. Kirche Werdorf pfarramtlich verbunden
Werdorf Evangelische Kirche (15).jpg
1772 Aßlar
Ev. Kirche Berghausen Berghausen Aßlar Ev. Kirche (11).jpg gotisch/
1966–1967
Wettenberg Margarethenkirche Krofdorf Am 1. Januar 2021 fusionierten die drei evangelischen Kirchengemeinden Krofdorf-Gleiberg, Launsbach und Wißmar zur Kirchengemeinde Wettenberg.
Margarethenkirche (Krofdorf) 01.JPG
13. Jh./1513 Wettenberg
Katharinenkirche Gleiberg Katharinenkirche (Krofdorf-Gleiberg) 01.JPG zweite Hälfte 14. Jh./
1621
Ev. Kirche Launsbach
Launsbach Kirche (2).JPG
15./16. Jh./
1617–1620
Ev. Kirche Wißmar
Wißmar Evangelische Kirche.jpg
1830
Wetzlar Wetzlarer Dom vier Bezirke mit sieben Kirchen
Südwestansicht Wetzlarer Dom retouched-2.jpg
13.–15. Jh. Wetzlar
Gemeindezentrum Dalheim Dalheim Wetzlar Ev. Kirche (01).jpg 1970
Gnadenkirche Wetzlar Gnadenkirche (01).jpg 1955
Hospitalkirche
Hospitalkirche Wetzlar.jpg
1755–1764
Kreuzkirche
Wetzlar Kreuzkirche (01).jpg
1957–1959
Magdalenenkirche 1958
Untere Stadtkirche Untere Stadtkirche Wetzlar.jpg 13. Jh.

Struktur und Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberstes Organ des Kirchenkreises ist die Kreissynode. Der Kreissynodalvorstand ist das gewählte Leitungsgremium und umfasst 17 Mitglieder. Er wird gebildet aus dem Superintendenten als Vorsitzendem, zwei weiteren theologischen Mitgliedern und sechs nicht-theologischen Mitgliedern sowie zwei stellvertretenden theologischen Mitglieder und sechs stellvertretenden nicht-theologischen Mitgliedern. Weil die Superintendentur keine hauptamtliche Stelle ist, bleibt der Superintendent im Nebenamt Pfarrer einer Kirchengemeinde. Allerdings wurde eine Entlastungspfarrstelle eingerichtet.[17] Superintendent ist seit September 2020 Pfarrer Hartmut Sitzler (Kröffelbach).

Das Evangelische Kirchenamt hat 30 Mitarbeiter und ist in vier Abteilungen gegliedert: Die Zentralen Dienste sind seit 2021 in die beiden Abteilungen Organisation & Liegenschaften und Personal aufgeteilt. Die Abteilung Finanzen und Wirtschaft ist für die Bereiche Haushalt mit Jahresabschluss und Finanzverwaltung zuständig. Die Superintendentur bildet die vierte Abteilung.[18]

Superintendenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wetzlar[19]
  • 1817–1830: Ludwig Alexander Theodor Weinrich
  • 1830–1832: Johann Friedrich Nebe
  • 1832–1851: Georg August Ludwig Schmidtborn
  • 1851–1867: Christian Gottfried Höhne
  • 1867–1894: Heinrich Usener
  • 1894–1898: Friedrich Wilhelm Röbenacke
  • 1898–1911: Gustav Schöler
  • 1912–1919: Arthur Geibel
  • 1920–1934: Friedrich Karl Wieber
  • 1934–1946: Karl Friedrich Wilhelm Schmidt
  • 1946–1957: Ulrich Martin Paul Kulke
  • 1957–1975: Gustav Biesgen
  • 1975–1991: Theodor Preis
  • 1991–2005: Rainer Kunick
  • 2006–2017: Ute Kannemann
  • 2017–2018: Jörg Süß
Braunfels
  • 1817–1831: Friedrich Heinrich Denhard
  • 1831–1850: Christian Hofmann
  • 1850–1855: Johann Leonhard Molly
  • 1855–1868: Johann Georg Martin Allmenröder
  • 1868–1874: Karl Ferdinand Friedrich Wilhelm Ludwig Castendyck
  • 1875–1898: Gottfried Völcker
  • 1899–1909: Friedrich August Wieber
  • 1909–1914: Hermann Bingel
  • 1914–1929: Friedrich Gruhn
  • 1929–1936: Jakob Peter Heep
  • (1936-)1942–1945: Wilhelm Heller
  • 1945–1953: Georg Heinrich Läufers
  • 1953–1980: Ernst Heinrich Küppers
  • 1980–1997: Dieter Abel
  • 1997–2018: Roland Rust
Kirchenkreis an Lahn und Dill
  • 2019–2020: Roland Rust, Jörg Süß (Vorsitzende des „Bevollmächtigten-Ausschusses“)
  • 2020−0000: Hartmut Sitzler

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Kilian Abicht: Der Kreis Wetzlar, historisch, statistisch und topographisch dargestellt. Band 2. Wigand, Wetzlar 1836, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  • Friedrich Kilian Abicht: Der Kreis Wetzlar historisch, statistisch und topographisch dargestellt. Teil 3: Die Kirchengeschichte des Kreises. Wigand, Wetzlar 1837, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  • Günter E. Th. Bezzenberger: Sehenswerte Kirchen in den Kirchengebieten Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck, einschließlich der rheinhessischen Kirchenkreise Wetzlar und Braunfels. Evangelischer Presseverband, Kassel 1987.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen I. Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Bearbeitet von Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf und anderen. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2008, ISBN 978-3-422-03092-3.
  • Gerhard Kleinfeldt, Hans Weirich: Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum (= Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau. Band 16). N. G. Elwert, Marburg 1937 (Nachdruck 1984).
  • Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.), Maria Wenzel (Bearb.): Kulturdenkmäler in Hessen. Lahn-Dill-Kreis II (Altkreis Wetzlar) (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Hessen). Theiss, Stuttgart 2003, ISBN 978-3-8062-1652-3.
  • Heinrich Läufer (Bearb.): Gemeindebuch der Kreissynoden Braunfels und Wetzlar. Herausgegeben von den Kreissynoden Braunfels und Wetzlar. Lichtweg, Essen 1953.
  • Friedrich Heinrich Himmelreich: Kirchen und Pfarreien der Synode Braunfels, die im Mittelalter zum Archipresbyterat Wetzlar gehörten. In: Monatshefte für rheinische Kirchengeschichte. Bd. 32, 1938, S. 178–187.
  • Andreas Metzing: Die hessischen Gebiete der Rheinischen Kirche. In: Hermann-Peter Eberlein (Hrsg.): Territorialkirchen und protestantische Kultur. 1648–1800. Habelt, Bonn 2015, ISBN 978-3-7749-3938-7, S. 187–196.
  • Albert Rosenkranz: Das Evangelische Rheinland. Band 1: Die Gemeinden. Verlag Kirche in der Zeit, Düsseldorf 1956.
  • Frank W. Rudolph: 200 Jahre evangelisches Leben. Wetzlars Kirchengeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Tectum, Marburg 2009, ISBN 978-3-8288-9950-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kirchen im Evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Irene Jung: Wetzlar Eine kleine Geschichte, Sutton Verlag 2010, ISBN 978-3-86680-715-0, S. 48.
  2. a b Uta Barnikol-Lübeck: Evangelischer Kirchenkreis Braunfels blickt auf 436-jährige Geschichte zurück. Abgerufen am 28. Dezember 2020.
  3. a b Läufer (Bearb.): Gemeindebuch der Kreissynoden Braunfels und Wetzlar. 1953, S. 14.
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