Evangelisches Missionswerk

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Das Evangelische Missionswerk in Deutschland (EMW) mit Geschäftsstelle in Hamburg ist ein Dach- und Fachverband evangelischer Kirchen, evangelischer Freikirchen und regionaler Missionswerke sowie einzelner missionarischer Verbände und Einrichtungen für die ökumenische, missionarische und entwicklungsbezogene Zusammenarbeit mit Christen und Kirchen in Übersee und für ökumenische Bewusstseinsbildung in Deutschland.

Seine Mitglieder sind zwölf evangelische Missionswerke, sechs missionarische Verbände sowie fünf Freikirchen und die Evangelische Kirche in Deutschland.

Geschichte[Bearbeiten]

Die EKD-Synode gründete das EMW am 19. September 1975, die erste Mitgliederversammlung fand am 13. Mai 1976 statt, bei der Martin Lehmann-Habeck in sein Amt als Direktor eingeführt wurde. Am 2. Januar 1977 nahm die Geschäftsstelle in Hamburg die Arbeit auf. Die „Arbeitsgemeinschaft evangelischer Missionen in der DDR“ wurde 1964 gegründet und schloss sich am 25. September 1991 mit dem westdeutschen Pendant zum heutigen EMW zusammen.

Die Wurzeln hat das EMW mit der ökumenischen Bewegung in der Mission der Kirche. Schon nach der ersten großen Weltmissionskonferenz, die 1910 in Edinburgh stattfand, entstand 1921 auf internationaler Ebene der Internationale Missionsrat (IMR) als internationales Forum des Austausches und der Absprachen über Kooperationen. In Deutschland war schon 1885 der Deutsche Evangelische Missionsbund (DEM) gegründet worden, aus dem nach dem Ersten Weltkrieg der Deutschen Evangelischen Missionsausschuss wurde. Im Jahre 1933 ging daraus auf dem Hintergrund der Auseinandersetzungen der Missionsgesellschaften mit den Deutschen Christen und den Versuchen der Eingliederung der Missionen in eine Deutsche Reichskirche der „Deutsche Evangelische Missionstag“ (DEMT) mit dem „Deutschen Evangelischen Missionsrat“ (DEMR) als seinem Exekutivausschuss hervor. Missionstag und Missionsrat bildeten die unmittelbare Vorgängerinstitution des EMW.

Im Vorfeld der Gründung des EMW kam es im Streit um das Missionsverständnis zu verschiedenen Interesseskonflikten. Hintergrund für eine fundamentale Kritik an der Missionspraxis, die bis zur Ablehnung jeglichen Gedankens an die Mission führte, waren Vorwürfe im Zusammenhang mit Kolonialismus, Imperialismus, der Zerstörung von Kulturen und grundsätzlicher Intoleranz. Die evangelikal orientierten Missionsgesellschaften, die zu einer Rückkehr zu einem biblisch orientierten Verständnis von Mission aufriefen, hatten bereits seit 1968 zu einer stärkeren Kooperation untereinander gefunden, 1969 mit der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM) einen eigenen Dachverband gegründet und zogen sich schließlich ganz aus dem DEMT zurück.[1]

Mitglieder[Bearbeiten]

  1. Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG)
  2. Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD)
  3. Berliner Missionswerk (BMW)
  4. Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
  5. CVJM-Gesamtverband in Deutschland e.V.
  6. Deutsche Bibelgesellschaft
  7. Deutsche Evangelische Missionshilfe (DEMH)
  8. Deutsche Gesellschaft für Missionswissenschaft (DGMW)
  9. Deutsches Institut für Ärztliche Mission (DIFÄM)
  10. Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen
  11. Evangelisch-lutherisches Missionswerk in Niedersachsen (ELM)
  12. Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig e.V. (LMW)
  13. Evangelisch-methodistische Kirche (EmK)
  14. Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
  15. Evangelische Mission in Solidarität e.V. (EMS)
  16. Gossner Mission
  17. Herrnhuter Missionshilfe e. V. (HMH)
  18. Mission Eine Welt Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
  19. Morgenländische Frauenmission
  20. Norddeutsche Mission (NM)
  21. Vereinte Evangelische Mission - Gemeinschaft von Kirchen in drei Erdteilen (VEM)
  22. Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 25 Jahre Evangelisches Missionswerk in Deutschland - Der Mission verpflichtet, emw-d.de, abgerufen am 25. Juli 2015.

53.55095510.031359Koordinaten: 53° 33′ 3″ N, 10° 1′ 53″ O